Bahnverkehr in Slowenien

Slowenien hat wie einige andere Länder in Europa in den letzten 25 Jahren kaum größere Investitionen in das Schienennetz getätigt, aber für den motorisierten Individualverkehr ein sehr luxuriöses Straßennetz erstellt, wobei dies fast ausschließlich Straßen mit Fahrradverboten sind. Die Nationalstraßen ohne Fahrradverbote sind ziemlich kleine Sträßchen mit 18% Steigungen und Umwegen von 30% und mehr.

Aber man sieht doch, dass auf dem vorhandenen Schienennetz ein recht intensiver Bahnverkehr durchgeführt wird. Es verkehren viele Reisezüge und Güterzüge und anscheinend sind auch Anschlüsse zwischen Zügen zumindest bedacht worden und man hat z.B. in Zidani Most, einem kleinen Ort mit einem Dreieck von drei zweigleisigen elektrifizierten Bahnstrecken, häufig Anschlüsse zum Umsteigen in die anderen beiden Richtungen, indem dort drei Züge gleichzeitig halten oder Züge kurz hintereinander verkehren. Die Fahrplanauskunft findet auf der etwa 70 km langen Strecke zwischen Ljubjana (Laibach) und Zidani Most (Steinbrück) so ein bis drei Züge pro Stunde, aber keinen voll durchgezogenen Taktfahrpalan. Wie es aussieht, fahren viele Züge fast bis an die Grenze oder die Küste des Landes.

Wo es schwieriger wird, ist mit dem grenzüberschreitenden Verkehr. Gibt es nach Österreich und Kroatien immerhin noch alle paar Stunden Züge, so findet sich von Ljubjana nach Budapest nur ein Zug am Tag, der auch noch für die kurze Verbindung etwa acht Stunden braucht. Nach Italien scheint es eine regelrechte Firewall zu geben. Auf beiden Seiten erreichen zweigleisige elektrifizierte Bahnstrecken die Grenzregion aber wenn man von Italien nach Slowenien will, muss man einen Bus nehmen, über Österreich fahren oder ein paar Kilometer zwischen zwei grenznahen Bahnhöfen zu Fuß gehen. Für drei vierspurige Straßen ist die Grenzquerung aber wiederum wichtig genug.

Ich denke, dass mit einer Verbesserung der grenzüberschreitenden Bahnverkehrs und einem Aus- und Nebau der wichtigsten Bahnverbindungen des Landes viel erreicht werden köönte. Güterverkehr von Italien, Frankreich und den westlichen Alpenländern könnte über Italien und Slowenien nach Osten reisen, was er wohl heute teilweise schon tut. Aber auch für Reisende könnte das eine gute Verbindung sein.

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