Schon seit vielen Jahrzehnten können Zoomobjektive die Brennweite ändern.
Aber das ist eigentlich ein Spezialfall, weil die typischen Objektive meistens eine gnonomische Projektion oder Rektangularprojektion verwenden. Fotografieren ist ähnlich wie das Kartieren von Teilen der Erdoberfläche. Wir befinden uns in der Mitte einer gedachten Kugel und ein kugelförmiger Sensor mit einer rundum-Kamera und eine entsprechende Projektion auf die Innenseite einer Kugel oder zumindest Halbkugel, wie in einem Planetarium würde ein realistisches Bild ergeben.
Ein anderer Aspekt, in dem wir einen wirklichen Spezialfall haben, ist die Übereinstimmung von Seitenverhältnis von fotografiertem Objekt und Projektion auf den Sensor. Besonders im Bereich der Kinofilm-Produktion verwendet man seit Jahren anamorphe Objektive, die ein breites Bild aufnehmen und es auf einen Sensor oder Film mit gestauchtem Seitenverhältnis projizieren. Für die Projektion im Kino braucht man dann wieder ein anamorphes Objektiv und hat ein schönes Breitband-Bild. Das funktioniert auch für Fotos und man hat mit einer normalen Kamera mit einem Foto ein kleines Panorama, man muss nur bei der Bildverarbeitung das Foto in der X-Achse skalieren, damit es die „richtige“ Breite bekommt.
Ein drittes Ärgernis ist der rechteckige Sensor, der einen guten Teil des Bildes wegwirft, obwohl das Objketiv eigentlich einen kreisrunden bereich sauber abbilden könnte. Deshalb haben die neuesten Kameras jetzt kreisrunde oder elliptische Sensoren und man kann es als schönen Effekt benutzen, kreisrunde Fotos mit einem schönen weichen Rand zu machen oder eben rechteckige Ausschnitte im gewünschen Seitenverhältnis.
Außerdem ist jetzt Schluss mit der einseitigen Fixierung auf eine Projektion. Poom-Objektive können die Projektion stufenlos ändern und man kann bei Weitwinkel-Poom-Objektiven stufenlos von einer gnonomischen Projektion zu einer Fisheye-Projektion wechseln, wobei die Modelle für winkeltreue, flächentreue, äquidistante oder orthographische Projektion in der maximalen Fisheye-Einstellung konzipiert sind. Es wird daran gerabeitet, Modelle zu entwickeln, wo das auch ein umschaltbarer Parameter ist. Bei Poom-Objektiven mit längerer Brennweite sieht man natürlich keinen Fisheye-Effekt, aber man kann die Verzeichnung stufenlos einstellen.
Aoom-Objektive sind wie ein Zoom, das nur die X-Achse betrifft. Damit kann man normal, oder so, wie es uns beigebracht wurde, es normal zu finden, fotografieren, man kann aber auch in der X-Achse Zoomen und dann ziemlich große Panorama-Fotos machen.
Mit diesen neuen Entwicklungen werden wohl bald die Leute, die sich heute mit einem Mobiltelefon für die Fotografie wohlfühlen, wieder zu richtigen Kameras wechseln, weil Poom- und Aoom-Objektive zu schwierig zu bauen sind, um sie mit der kleinen Größe eines Mobiltelefonobjektivs in hinreichender Qualität zu bauen. Aber für Micro Four Thirds (mit MFT-Bajonett), APS-C und Full Frame wird es in Kürze eine große Auswahl an Objektiven für die gängigen und sogar die etwas weniger gängigen Bajonettanschlüsse geben.