Tunnel von Helsinki nach Tallinn

Man liest gelegentlich darüber, dass es Überlegungen gibt, einen Tunnel von Helsinki nach Tallinn (Reval) zu bauen. Dafür wird gelegentlich der Name „FinEst-Link“ oder „FinEst Link“ verwendet.

Vergleich Ärmelkanal

Auf den ersten Blick erscheint das etwas abwegig. Die Strecke ist mindestens so lang wie von Frankreich nach England und es wohnen in Finnland nur knapp ein Zehntel so viele Menschen wie in Großbritannien. Außerdem könnte man schon heute fährenfreie Bahnverbindungen von Mitteleuropa nach Finnland aufbauen, indem man über Russland oder über Schweden fährt. Aber grundsätzlich könnten Finnland und Estland so einen Tunnel bezahlen, wenn sie es wollen.

Spurweite & Vierschienengleis

Eine weitere Herausforderung ist, dass Finnland und Russland und die baltischen Ländern die Russische Breitspur von 1520 bzw. 1524 mm verwenden, während das sonstige Mitteleuropa überwiegend auf Normalspur setzt. Die Rail Baltica-Verbindung von Warschau nach Tallinn soll nun auch in Normalspur gebaut werden, so dass man in Tallinn oder in Helsinki einen Spurweitenwechsel hätte. Mit einem Vierschienengleis und einem etwas größeren Tunnelquerschnitt könnte man auch im Tunnel beide Spurweiten anbieten. Das sollte man unbedingt tun, falls gebaut wird.

Erfahrung mit großen Tunnelprojekten

Auf der anderen Seite hat man inzwischen seit der Eröffnung von Seikan-Tunnel und Eurotunnel dreißig Jahre Erfahrung im Tunnelbau gesammelt. Man traut sich an Projekte, die man früher nicht in Angriff genommen hätte und es entstanden und entstehen einige sehr lange Tunnel unter Wasser oder auch im Gebirge. Bis 1982 war der Simplontunnel der längste Tunnel der Welt, wobei wir hier nur Tunnel zählen, die Verkehrswege beinhalten. Heute ist er etwa auf Platz 25. Es lässt sich also so ein Projekt heute viel besser abschätzen und bauen als vor 30 Jahren. Für reinen Wassertransport, zur Trinkwasserversorgung oder für Wasserkraftwerke hat man übrigens auch viel längere „Tunnel“ (oder auch in Nordamerika) schon gebaut, was aber in vielerlei Hinsicht nicht vergleichbar ist mit Verkehrswegen. Dafür konnte man es schon vor langer Zeit.

Nahverkehr

Ein anderer wichtiger Aspekt ist, dass Verkehr zu einem großen Teil ziemlich lokal ist. Zwischen Frankreich und England gibt es einen Sprachgrenze und demnächst vielleicht sogar eine EU-Außengrenze. Die Gegenden beidseits des Ärmelkanals sind zwar relativ dicht besiedelt, aber sie orientieren sich beide in hohem Maße zu ihren Metropolen London und Paris. Das ist bei der Verbindung zwischen Estland und Finnland anders. Ähnlich wie zwischen Malmö und Kopenhagen gibt es hier nur eine „schwache Sprachgrenze“, Estnisch und Finnisch sind wie Dänisch und Schwedisch nah miteinander verwandt. Die Menschen können sich mit etwas Übung und gutem Willen und reduziertem Sprechtempo in ihrer Muttersprache miteinander verständigen und das wird wohl auch häufig so gemacht. Man kann das Fernsehen von der anderen Seite des Wassers sehen, was wohl in Estland zur Zeit der sowjetischen Besatzung auch gerne getan wurde. Und man orientiert sich jetzt nach der Grenzöffnung in Estland wohl auch mehr zum nördlichen Nachbarland als zu dem ebenfalls sympathischen östlichen Nachbarland, mit dem die Geschichte leider etwas belastet ist und zu dem es eine weit weniger durchlässige Grenze gibt.

In diesem Fall sind die Hauptstädte jeweils die bei weitem größten Städte des Landes und sie liegen praktisch genau gegenüber am Wasser. In beiden Städten existiert öffentlicher Personennahverkehr, so dass man auch an das eigentliche Ziel kommen kann. Man könnte also damit rechnen, dass so ein Tunnel rege im Nahverkehr genutzt würde, sei es für Arbeitswege, für binationale Firmen auf beiden Seiten des Wassers, zum Einkaufen oder auch um von Estland aus den Flughafen von Helsinki anzusteuern, der sehr viel bessere Verbindungen als Tallinn bietet. Hoffentlich kann man einen möglichst großen Teil des Fernverkehrs auf die Schiene verlagern und braucht den Flughafen weniger.

Fernverkehr

Gut wäre es natürlich, wenn man auf Rail-Baltica schnelle Nachtzüge haben würde und dann von Helsinki, Tallinn und Riga z.B. über Nacht in ca. 10-14 Stunden nach Wien, Berlin oder Frankfurt fahren könnte.

Auf jeden Fall könnten Fernverkehrsverbindungen interessant werden, die zwischen der südlichen Hälfte von Finnland und dem Baltikum verkehren. Und es ist inzwischen wahrscheinlich geworden, dass eine Bahnverbindung von Rovaniemi nach Kirkenes gebaut wird, die wahrscheinlich auch tagsüber und nachts jeweils mindestens einmal mit Reisezügen befahren werden wird. Allerdings könnte man dann vom westlichen Mitteleuropa bis nach Kirkenes auch fahren, wenn nur der grenzüberschreitende Verkehr zwischen Schweden und Finnland am nördlichen Ende der Ostsee verbessert würde. Damit wäre aber zu rechnen, wenn die Norrbotniabanan bis Luleå und eben jene Bahn nach Kirkenes gebaut würden.

Güterverkehr

Eine wichtige Frage ist der Güterverkehr. Finnland hat Güterverkehr mit Russland, mit den anderen nordischen Ländern, mit Übersee und mit Mitteleuropa und der EU. Für den Verkehr nach Übersee ist sicher Kirkenes einmal wichtig, wenn das soweit kommt und vielleicht wird man auch über Russland mit der Bahn nach Ostasien vermehrt Güter transportieren. Aber für den Warenaustausch mit Mitteleuropa und den meisten EU-Ländern wäre sicher die Verbindung über die baltischen Länder ideal, wenn es sie gäbe. Es bleibt das Problem der unterschiedlichen Spurweiten, aber ein Tunnel, mit Vierschienengleis könnte helfen, weil dann sowohl der Güterverkehr in die baltischen Länder mit Breitspur als auch der Güterverkehr via „Rail Baltica“ nach Mitteleuropa auf Normalspur laufen könnte, wenn man die Container in der Nähe von Helsinki umlädt.

Eine Frage ist, ob die Bahnverbindung von Nordfinnland nach Kirkenes durch diesen Tunnel im Güterverkehr besser genutzt werden könnte. Ich glaube nicht, dass das eine sehr große Rolle spielen wird. Vom westlichen Mitteleuropa wird man via Schweden nach Kirkenes kommen oder weiterhin die Häfen in Rotterdam und Antwerpen benutzen. Für die baltischen Länder könnte es interessant werden, einen Teil ihres Außenhandels über Kirkenes durchzuführen, aber ich würde damit rechnen, dass auch langfristig mehr als 80% des Warenumschlags in Kirkenes von Finnland, Norwegen und eventuell einmal grenznahen Gebieten Russlands generiert werden. Die baltischen Länder haben eigene Häfen, und sie können viele Häfen in ganz Europa nutzen, wenn ein langer Landweg zum Hafen möglich ist.

Fazit

Es sollte klar sein, dass man nur einen Bahntunnel und keinen Straßentunnel baut.

Lohnt es sich? Ich weiß es nicht, ich bleibe etwas skeptisch. Letztlich wäre es sicher gut zu rechtfertigen, einen Teil des Projekts von der EU zu finanzieren. Hauptnutznießer wären aber Estland und Finnland und deren Hauptstadtregionen. Wenn man dort meint, dass der Gewinn durch den Tunnel so groß ist, dass sich das aufwendige Projekt lohnt, wenn es z.B. zu 20 % von der EU, zu 40% von den beteiligten Ländern und zu 40% von den beiden Hauptstadtregionen finanziert werden könnte, dann kann man es bauen.

Die Anbindung von Finnland zum nordnorwegischen Hafen in Kirkenes lohnt sich auf jeden Fall auch ohne diesen Tunnel. Und sie ist ein um eine Größenordnung kleineres Projekt, was das Preisschild betrifft, wenn auch um eine Größenordnung größer, was die Streckenlänge betrifft.

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Neue Diskussion über Bahnstrecke von Finnland nach Kirkenes

English

Es hat wieder etwas Bewegung in der Frage einer Bahnstrecke von Finnland nach Kirkenes gegeben.

So eine Bahnstrecke würde von Rovaniemi oder Kemijärvi nach Ivalo und von dort östlich oder westlich am Inarisee vorbei nach Kirkenes führen.

Kirkenes hat schon einen gut funktionierenden Hafen, der wegen des Golfstroms normalerweise eisfrei bleibt. Der Hafen ist Endstation der Hurtigroute und liegt an der Grenze zu Russland. Er ist zur Zeit nur auf der Straße oder über die 8 km lange Bahnstrecke zu einer Erzmine erreichbar und dient zu einem großen Teil dem Export von Erz. Es gibt aber die Möglichkeit, diesen Hafen zu erweitern. Einerseits ist das für Finnland eine Möglichkeit, besser per Schiff an die Weltmärkte angebunden zu werden, insbesondere für den Transatlantikverkehr. Diese Rolle wird wegen der Klimaerwärmung noch an Bedeutung gewinnen, weil man verstärkt die Nordostpassage nördlich von Sibirien als Route nach Ostasien nutzen kann. Dies ist kürzer und damit billiger als über den Suezkanal, wenn auch der Effekt durch die Klimaerwärmung noch nicht so stark ist, dass es zur Hauptroute geworden wäre. Andererseits könnte Kirkenes auch als Hafen für Teile von Russland und Mitteleuropa genutzt werden, wenn man grenzüberschreitende Bahnstrecken von Russland nach Finnland nutzt. Finnland und Russland benutzten beide eine Breitspur, die sich nur um wenige Millimeter unterscheidet und grenzüberschreitenden Verkehr ohne Umspuren ermöglicht.

Die kurze Bahnstrecke bei Kirkenes würde man wahrscheinlich auf Breitspur umbauen oder parallel dazu neu bauen. Insgesamt wären etwa 550 km Strecke zu bauen. Der Straßenverkehr könnte übrigens eventuell von einer neuen Straße zwischen dem Inarisee und der Russischen Grenze profitieren, die Kirkenes auch direkter mit Finnland verbindet, wenn diese Route für die Bahn gewählt würde. Davon ist nicht die Rede, aber es ist zu vermuten, dass man das Projekt dann auch umsetzen würde.

Wie es aussieht, ist die etwas kürzere Verbindung nach Skibotn, die früher auch mal im Gespräch war, nicht mehr relevant. Allerdings müsste man in Skibotn einen Hafen komplett neu bauen oder die Strecke doch bis Tromsø verlängern, was dann nicht mehr kürzer wäre.

Im Moment geht es konkret um eine Machbarkeitsstudie für diese Bahnverbindung. Entschieden wird erst etwa 2019. Das inspiriert natürlich entsprechende Diskussionen wie auch diesen Beitrag. Wir werden sehen, was daraus wird. Es ist ein Bahnprojekt, dass vor allem für den Güterverkehr nützlich ist. Die beteiligten Länder würden profitieren und es würde Verkehr mit der Bahn durchgeführt, der auch mit weniger umweltfreundlichen Verkehrsmittel abgewickelt werden könnte. Ich sehe das Projekt deshalb auf jeden Fall positiv.

Karte

Karte möglicher und wahrscheinlicher Routen (rot):

Arctic Rail Routes

Arctic Rail Routes

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Geschwindigkeit bei Schiffen

Wie bei fast allen Verkehrsmitteln gilt auch bei Schiffen, dass der Energieverbrauch stark zunimmt, wenn man schneller fährt. Es hat sich rein ökonomisch ein Geschwindigkeitsbereich von 15-20 Knoten (27-37 km/h, 8-10 m/sec) für Schiffe ergeben. Man kann schnellere Schiffe bauen und es gibt sie auch, vor allem für das Militär und für kleinere Passagierschiffe. Immer wieder wurde experimentiert mit Luftkissenschiffen, Tragflügelbooten, Tragflächenbooten und ähnlichen Bauweisen. In Norwegen, wo immer noch relativ viele Schiffe für Reiseverkehr eingesetzt werden, sieht man aber für schnellere Schiffe entweder Katamarane oder einfach etwas kräftiger motorisierte Einrumpfschiffe.

Nun ist Wasser etwa tausend mal so dicht wie Luft. Das heißt, dass Schiffe, die im Wasser 200 oder 300 km/h fahren wird es kaum geben, zumal abgesehen von der dafür erforderlichen Energie Wasser bei diesen Geschwindigkeiten auch recht aggressiv für den Schiffsrumpf wäre. Um mit dem Verbrauch einigermaßen im Rahmen zu liegen muss man also relativ langsam fahren, die heute üblichen 15-20 Knoten sind wohl der richtige Ansatz. Schiffe verbrauchen je nach Sichtweise sehr viel oder sehr wenig Energie. Waren mit einem großen, gut ausgelasteten Schiff und relativ niedriger Geschwindigkeit über weite Strecken zu transportieren braucht sehr wenig Energie. Nimmt man jedoch vergleichbare Geschwindigkeiten, wird der Energieverbrauch hoch. Und nimmt man den ganzen Güterverkehr der Erde, der mit Seeschiffen bewältigt wird, dann tragen diese ungefähr so viel zur CO_2-Emission und damit zur Klimaerwärmung bei wie der gesamte Flugverkehr. Ob man das viel oder wenig findet, ist eine Frage des Blickwinkels.

Eine Besonderheit bei Schiffen ist, dass ein Teil der Energie in das Erzeugen von Wellen geht. Das hat bei ufernaher Fahrt, vor allem in Kanälen, noch andere Nachteile, weil dadurch die Ufer unterspült werden können. Es macht es gefährlich, in der Nähe von Schiffen zu schwimmen, weil die Wellen mit einem Sog einhergehen, gegen den man schlecht gegenan schwimmen kann, wenn man zu nah an ein Schiff kommt. Aber die Wellenenergie muss auch als Treibstoff hereingesteckt werden und bringt für den eigentlichen Vortrieb nichts.

Nun hat man die Idee gehabt, dass man eine Kugel durch das Wasser führt, die genau die entgegengesetzten Wellen macht. Dann heben sich Welltentäler und Wellenberge auf und im Idealfall hat man flaches Wasser. Auch wenn es für uns als Nicht-Physiker schwer einsehbar ist, wieso zusätzliche Wellen zu erzeugen Energie sparen soll, ist es rechnerisch so und auch in der Praxis. Diese Kugel hat man also kurz unter der Wasserlinie vor dem Bug befestigt. Das ist dieser komische Wulstbug. Man spart damit einiges an Energie oder kann mit derselben Leistung etwa einen Knoten schneller fahren. Wenn jemand von Euch genaue Zahlen hat, bin ich für Kommentare dankbar. 🙂

Die Form hat man inzwischen sehr gut optimiert, dass sie stabil ist und einen möglichst guten Beitrag leistet. Aber der ganze Trick funktioniert nur bei einer bestimmten Geschwindigkeit oder in der Nähe dieser Geschwindigkeit. Die Schiffe sind für diese Betriebsgeschwindigkeit optimiert. Man kann nun einfach langsamer fahren. Das ist möglich und spart Treibstoff, aber die Ersparnis ist geringer als sie sein könnte, weil man nicht mehr im optimalen Tempo der Rumpfform fährt. Die Frage stellt sich, weil je nach Transportmarkt Über- oder Unterkapazitäten bei den Schiffsbeständen existieren. Schiffe sind teuer, die Waren, die sie transportieren, die Hafenliegegebühren und auch der Treibstoff und das Personal. Letztlich will man die Ressource optimal nutzen und fährt dann in Zeiten von Überkapazitäten an Schiffsraum gerne etwas langsamer, dann hat man wenigstens Treibstoffkosten gespart, auch wenn die Fixkosten für Personal und Schiff nicht tiefer werden.

Theoretisch könnte man Schiffe bauen, die einen flexiblen Bug haben, der an die Geschwindigkeit angepasst wird. Das kommt aber wohl nicht in Frage, weil man damit eine Schwachstelle einbaut, die das Schiff gefährden kann. Das Schiff muss ja mit jedem Wetter klarkommen, man kann nicht mitten auf dem Pazifik mal kurz in den Hafen und das Wetter abwarten. Man kann den Wetterbericht beachten und besonders kritische Zonen umfahren, aber das geht mit 15-20 Knoten und der heutigen Qualität der Wettervorhersage natürlich nicht so zuverlässig, dass man mit einem Schönwetterschiff über den Ozean fahren könnte.

Nun werden also Schiffe für ein paar 100’000 EUR umgebaut, um für die geänderte Geschwindigkeit die optimale Form zu haben und noch mehr Treibstoff zu sparen. Wenn dann das Öl billiger oder der Schiffsraum knapper wird, muss man das wieder umbauen. Aber es lohnt sich wohl.

Ein großer Gewinn für die Schifffahrt war übrigens die Satelliten-Navigation, die es auch vor GPS schon gab. Damit konnte man für eine Ozeanüberquerung einige wenige Stunden einsparen, was natürlich für die Treibstoffrechnung und für die Nutzbarkeit des Schiffes in Zeiten von knappem Frachtraum Gold wert ist.

Eine interessante Frage stellt sich immer wieder einmal. Warum nutzt man nicht die Windenergie für Schiffe? Es geht hier nicht darum, die alten Holzschiffe mit ihren großen Besatzungen und der Seefahrerromantik wiederzubeleben. Solange das Öl einigermaßen billig ist, müssen Schiffe nach einem Fahrplan fahren. Aber sie könnten bei entsprechenden Windverhältnissen Treibstoff sparen und Segel setzen. Natürlich sollten die auf Knopfdruck von der Brücke aus bedienbar sein. So etwas wird immer wieder einmal diskutiert, aber letztlich ist es nicht über theoretische Überlegungen hinausgekommen.

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Nordostpassage und Nordwestpassage

Die Nordostpassage ist die Schifffahrtsroute nördlich von Russland durch das Nordpolarmeer, die Nordwestpassage ist die Route nörlich von Kanada und Alaska.

Diese beiden Routen führen durch gebiete, die einen großen Teil des Jahres vereist sind und deshalb selbst im Sommer nur mit Eisbrecherbegleitung oder für besonders eisgängige Schiffe nutzbar. Deshalb fand in diesen Seegieten hauptsächlich der Schiffsverkehr statt, der Ziel oder Quelle in den Nordpolargebieten der Anrainer hatte. Das ändert sich jetzt aber wegen der Klimaerwärmung. Insbesondere die Nordostpassage wird jetzt länger und besser befahrbar und ist schon für einzelne Fahrten zwischen Ostasien und Europa benutzt worden. Das könnten in Zukunft regelmäßige Fahrten werden. Die heute übliche Route durch den Suez-Kanal dauert etwa zwei Wochen länger, kostet einen ordentlichen sechsstelligen Betrag Kanalgebühr und führt durch Gebiete, in denen immer wieder Piraten ihr Unwesen getrieben haben. Deshalb ist damit zu rechnen, dass die Nordostpassage noch an Bedeutung zunehmen wird. Eine dritte Möglichkeit ist die Benutzung der transsibirischen Eisenbahn. Diese Verbindung wird gerade ausgebaut und kann in gut zwei Wochen Container von Ostasien nach Europa transportieren. Allerdings ist sie teurer als die Schiffsbeförderung.

Entsprechend wird die Nordwestpassage einmal einen Teil der Fahrten durch den Panamakanal ersetzen können, aber davon liest man weniger. Auch hier gibt es natürlich transkontinentale Bahnstrecken in Nordamerika als Alternative.

Links dazu:

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Nicaragua-Kanal

Anscheinend soll jetzt ein Nicaragua-Kanal als Konkurrenz zum Panamakanal gebaut werden, finanziert mit chineischen Investitionen:

Interessant ist die Frage, ob der Schiffsverkehr ausreichen wird, um zwei so nahe beieinander liegende Kanäle zu finanzieren. Dabei sind es schon 600 km dazwischen, also je nach Route sind ca. 1000 km Einsparung möglich.

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Tunnel für Seeschiffe

An der Norwegischen Westküste, etwa zwischen Måløy und Ålesund soll ein 1 \frac{3}{4} km langer Tunnel für Seeschiffe durch eine Halbinsel gebaut werden. Er soll etwa 12 m tief, 36 m breit und 37 m hoch werden. Dadurch können Schiffe die gefährliche Umfahrung der Halbinsel sparen.

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