Nulltarif bei Bahn und ÖV in Luxemburg

Am 1. März 2020 werden Busse, Straßenbahnen und Züge in der 2. Klasse für alle Nutzer gratis fahren.
In der 1. Klasse werden die Preise gelten, die man heute in der 2. Klasse zahlt.
Ein interessantes Experiment, das wir beobachten werden.
Die Idee hat Vor- und Nachteile, wie so vieles.

Vorteile

  • Der Aufwand für das Verkaufen und Prüfen der Fahrkarten entfällt.
  • Der Aufwand für das Kaufen der Fahrkarten entfällt.
  • Es gibt eine Anreiz umweltfreundlichere Verkehrsmittel zu benutzen

Nachteile

  • Es werden auch Leute vom Fahrrad auf de kostenlosen ÖV umsteigen
  • Es wird mehr Verkehr generiert
  • Verlust der betriebswirtschaftlichen Kontrolle über lohnendere und weniger lohnende Fahrten

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Datteln 4

Das Kohlekraftwerk Datteln 4 ist seit kurzem fertiggestellt worden und könnte in Betrieb genommen werden.

Es ist grundsätzlich falsch, heute noch Kohlekraftwerke zu bauen. Und so ist es nicht überraschend, dass Fridays for Future gegen die Inbetriebnahme Widerstand leistet.

Nun sollte man aber lieber zielorientiert arbeiten.

Wir wollen weniger Treibhausgasemissionen (hauptsächlich, aber nicht nur \mathrm{CO}_2, auch \mathrm{CH}_4, \mathrm{N}_2\mathrm{O} und einige andere).

Es gibt nun ein paar Bereiche, aus denen die Treibhausgase stammen und wo man auch etwas ändern kann.

In Deutschland sind das vor allem die Stromproduktion und der Verkerhsbereich. In der Schweiz taucht die Stromproduktion nicht so weit oben auf, weil die Elektrizität überwiegend aus Wasserkraft und aus Kernkraftwerken stammt.

Aber Datteln 4 liegt in Deutschland. Wie kann man am meisten erreichen?

Machen wir ein Gedankenexperiment. Es wird Strom verbraucht und auch geliefert. Strom wird importiert, exportiert u.s.w. Es gibt also in Deutschland und in den Nachbarländern Kraftwerkskapazitäten.

Nun können wir Datteln 4 gleich wieder abreißen. Man hätte es ja nicht bauen sollen. Dann emittiert es kein \mathrm{CO}_2. Der Strom kommt dann auch Braunkohlekraftwerken und Steinkohlekraftwerken im In- und Ausland, die wahrscheinlich mehr \mathrm{CO}_2 emittieren. Wir können uns vorstellen, dass der Strom von Wasserkraft, Windgeneratoren, Solarenergie oder wenigstens von Gaskraftwerken kommt. Von denen gibt es aber keine großen brachliegendenen Kapazitäten, das heißt, dass wir z.B. Strom von Wasserkraft importieren, aber dafür anderer Strombedarf mit Braunkohle gedeckt wird.

Wir sollten von den heute vorhandenen und in Betrieb befindlichen Kraftwerken beurteilen, wie umwelt- und klimaschädlich sie sind. Das sollte auch die einschließen, die mit minimalem Aufwand wieder in Betrieb zu nehmen sind.

Es gibt eine klare Rangordnung:

Torfkraftwerk, Braunkohlekraftwerk, Steinkohlekraftwerk, Ölkraftwerk, Gaskraftwerk, Kernkraftwerk und erneuerbare Energien. Ältere Kraftwerke sind oft schlechter als neuere. Und auch Kernkraftwerke und erneuerbare Energien sind nicht 100% \mathrm{CO}_2-frei. Z.B. braucht die Herstellung von Stahl, Aluminium, Beton, Kunststoff und Glas auch Energie.

In Anbetracht der hohen Priorität des Themas sollte man nun alle Kernkraftwerke, die sich noch mit halbwegs realistischem Aufwand betriebsfähig machen lassen oder weiter betreiben lassen, und die alternativen Energiequellen so gut wie möglich nutzen. Von den Verbrennungskraftwerken sollten man zuerst alte Braunkohlekraftwerke und Torfkraftwerke, soweit sie noch existieren, stilllegen. Dann neuere Braunkohle und ältere Steinkohle u.s.w. Wobei die reale Liste gemessen werden kann mittels Treibhausgasemissionen pro erzeugter elektrischer Energie. So kann das ganze in ein rationales und ökonomisches Modell gegossen werden. Konkret sollte man aber Datteln 4 in Betrieb nehmen, es aber möglichst bald stilllegen, wenn man genug alternative Energien hat, um aus der Kohleenergie auszusteigen. Hoffentlich vor 2038. Aber heute ist es viel dringender, Braunkohlekraftwerke stillzulegen und mit diesen absurden Tagebauen aufzuhören.

Und nun kommen wir noch zum Verkehrsbereich. Dort lässt sich einiges an Maßnahmen machen, um mehr Verkehr von MIV und Flugzeug auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel wie Bahn, ÖPNV und Fahrrad zu verlagern und auch für den MIV die Emissionen zu vermindern. Es wird Zeit für eine Geschwindigkeitsbeschränkung im Bereich von 100, 110 oder maximal 120 km/h. Es wird Zeit, keine neuen Straßen mehr zu bauen, die nur für Autos sind und Fahrradverbote zu hinterfragen und die Radwegbenutzungspflicht abzuschaffen. Und es wird Zeit, Bahnstrecken auszubauen und zu elektrifizieren. Und es wird Zeit, steuerliche Benachteiligungen des Bahnverkehrs gegenüber dem Flugverkehr zu beseitigen. Es gibt auch im Verkehrsbereich viel zu tun und die Ideen sind grundsätzlich bekannt.

Kurz gesagt, die Merkel-Regierung trägt mit dem Auto-Fanatismus, Kohle-Fanatismus und dem hastigen Kernenergieausstieg eine Hauptschuld, dass Deutschland bezüglich Treibhausgasemissionen im europäischen Vergleich eine wahre Dreckschleuder ist.

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Trinkgeld

Es ist eine schöne Geste, jemandem ein Trinkgeld zu geben, wenn der Service gut war. In manchen Ländern ist es ein Bonus, in manchen Ländern ist es für manche Berufe die Haupteinkommensquelle oder zumindest ein wichtiger Lohnbestandteil.

Aber es wird auch zunehmend schwieriger. Einerseits ist unsere Welt internationaler geworden und man hat immer die Herausforderung, die Regeln in dem Land herauszufinden, wo man gerade ist. Außerdem bezahlt man heute oft mit Karten. Manchmal kann man da das Trinkgeld auch dazuzählen lassen, aber man muss vorher immer fragen, wo das Geld nachher landet, denn es gibt Chefs, die das gerne für sich selber einstecken.

Ein weiteres Problem ist, die Aufteilung. Manche Restaurants haben einen Pool, Kellner legen das Trinkgeld (minus unausgesprochene Abzüge) da herein und es wird aufgeteilt. Vielleicht bekommt auch der Koch was ab.

Manchmal verleiten Trinkgelder auch zu leicht korruptem Verhalten, z.B. gibt der Kellner dem Kunden irgendeine Kleinigkeit extra, die nicht direkt erfasst wird, und bekommt dann ein dickeres Trinkgeld. Oder ein Hotelzimmer wird nur gegen einen kleinen Bakschisch aufgeschlossen. Davon gibt es viele Varianten und die sind in subtiler Form mehr oder weniger alltäglich.

Man sollte sich einmal fragen, z.B. bei einem Restaurant: Warum ist es nicht die Verantwortlichkeit des Arbeitgebers, seine Mitarbeiter zu motivieren, wie in den meisten anderen Jobs auch? Warum muss ich als Kunde dessen Part übernehmen? Ich würde mir wünschen, dass man im Restaurant (und bei allen anderen Trinkgeld-lastigen Dienstleistungen) einfach immer genau den Listenpreis zahlt, der etwas höher als heute sein müsste und das ist es dann. Man kann z.B. auf Webseiten o.ä. eine positive Bewertung schreiben, wenn es gut war. Oder es sagen, dass es einem gefallen hat. Und der Chef des Restaurants zahlt seinen Mitarbeitern Löhne, die so gut sind, wie heutige Löhne plus Trinkgeld. Und vielleicht mal einen Bonus, wenn jemand besonders gut ist.

Es würde das Leben sehr vereinfachen und letztlich den Wert der Dienstleistung für den Endkunden steigern, wenn die Firma, die die Dienstleistung anbietet, einem die Sorge um diesen Themenkreis abnimmt. Und selbst die Verantwortung dafür übernimmt, das die Arbeitnehmer gut arbeiten.

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Fahrradvermietung

So etwa um 1980 herum war ich in einer Gruppe aktiv, die sich für die umweltfreundlichere Gestaltung des Verkehrs in der Region engagierte, wo ich damals wohnte, insbesondere mit dem Thema Fahrradverkehr.

Ein Thema, das wir damals diskutierten, waren „kommunale Fahrräder“. Die Idee sollte sein, dass Fahrräder irgendwo stehen und man sie einfach benutzen kann, um ein Stück zu fahren. Das wäre eine gute Lösung für kurze Strecken, wenn man die Anreise z.B. mit öffentlichen Verkehrsmittel bewältigt hat und dann Strecken zurücklegen will, die irgendwie quer zu den öffentlichen Verkehrsmitteln liegen und die zu Fuß weit sind. Damals war die Idee, dass die Stadt oder der Staat diese Fahrräder finanzieren sollte und wir haben uns auch Gedanken gemacht, was man gegen Sabotage und Diebstahl tun kann. Meiner Meinung nach ohne wirklich Lösungen zu finden, die real funktionieren, aber die Idee war gut. Was wir uns damals schon vorgestellt haben, ist die Fahrräder so weit abweichend vom normalen -Alltagsrad zu differenzieren, dass sie leicht als kommunale Fahrräder zu erkennen sind und dass ein Umbau zu einem unauffälligen Fahrrad schwierig ist.

Nun gibt es das einfach überall, zumindest in größeren Städten. Eine Anzahl Anbieter betreiben solche Fahrräder, nicht der Staat. Man muss etwas bezahlen. Nach meiner Einschätzung etwas mehr als die entsprechende Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln kosten würde, aber etwas weniger als die entsprechende Fahrt mit einem Taxi oder Taxi-ähnlichen Verkehrsmittel oder mit einer Fahrradrikscha. Technisch sind das oft sehr robuste E-Bikes mit einfacher, aber stabiler Technik. Sie haben bei Schaltung gespart, was durch den E-Antrieb kompensiert wird. Zum Teil sind die Reifen Vollgummi statt Luftreifen. Rahmenform, Farbe und Gepäckträgersystem sind Spezialdesign des Anbieters. Alles Dinge, um genau den Umbau zu einem unauffälligen Fahrrad zu erschweren und Schäden durch normalen Gebrauch, versehentliche Beschädigung und Vandalismus auf einem tragbaren Kostenniveau zu halten. Außerdem sind es natürlich auch Telefone mit Rädern. Es ist eine SIM-Karte, GPS und ein kleiner Computer (wahrscheinlich Linux, z.B. sowas wie ein Rasberry Pi) enthalten. So kann der Anbieter seine E-Bikes immer finden. Für das Aufladen gibt es die Idee, dass man sich Geld verdienen kann, wenn man leere E-Bike-Akkus auflädt. Strom braucht natürlich auch die Elektronik und das Licht, aber das könnte man mit einem Nabendynamo und Akkus hinbekommen.

Wie funktioniert es dann konkret? Ich habe in London einen Anbieter ausprobiert. Man muss sich natürlich eine App installieren, dann denen erlauben, sich von der Kreditkarte zu bedienen und zu erfahren, wo man gerade ist. Dann kann man E-Bikes finden, die in der Nähe sind. Die haben einen QR-Code an einer oder mehreren Stellen, den man scannen kann. Dann wird das E-Bike aufgeschlossen. Der erste QR-Code funktionierte nicht, wegen Kratzern oder Regentropfen, der zweite dann problemlos. Dann kann man losfahren. Nach der Fahrt schließt man es mit einem einfachen Schloss in ein paar Sekunden ab und das war alles.

In London muss man noch auf Linksverkehr achten. Oder überhaupt auf lokale Verhältnisse, die man nicht gewohnt ist. Aber in London kann man gut fahren, es gab auf meiner Route keine Fahrradverbote und keine benutzungspflichtigen Radwege. Am Ende war es etwas teurer und etwas langsamer, als wenn ich die Metro genommen hätte, aber das bleibt eine Frage der persönlichen Präferenz und der Experimentierfreudigkeit. Und natürlich des Gepäcks. Ich besitze ein Gepäckstück, das wahlweise Koffer oder Rucksack sein kann und das ist in diesem Fall eine gute Möglichkeit für Strecken von ca. 10 km oder weniger. Ich werde das jedenfalls in Zukunft öfter mal machen, wenn ich in einer anderen Stadt ohne mein eigenes Fahrrad bin. Man muss sich keine großen Gedanken über das Abschließen machen, denn das geht in ein paar Sekunden und danach ist es die Verantwortung des Anbieters, sich darum zu kümmern, falls es geklaut wird. Und im Gegensatz zu den Vermietungen hat man das Fahrrad auch innerhalb von wenigen Minuten, egal wo man gerade ist. Und man zahlt eine Menge, aber letztlich nur genau die Benutzung und nicht eine vorher vereinbarte Anzahl von Tagen oder Stunden.

Ich finde das eine erfreuliche Entwicklung. Was ich mir noch wünschen würde, ist das auch Fahrräder mit einer einfachen Schaltung und dafür ohne E-Antrieb verfügbar wären und dass Fahrräder und E-Bikes die E-Roller ein wenig zurückdrängen. Man kann ja die Antriebskraft selber liefern, zumindest teilweise, weil man sowieso da ist.

Dass es jetzt nicht kommunale, sondern kommerzielle Fahrräder geworden sind, ist ein Detail, das aber zeigt, dass die Idee grundsätzlich gut genug ist, um damit Geld zu verdienen. Dafür etwas zu bezahlen, ist auch OK, solange der Bezahlvorgang nicht zu umständlich ist. Und letztlich lösen Firmen die Problematiken von Diebstahl und Vandalismus wohl rationaler und effektiver als eine kommunale Lösung. Wenn sich die Kombination aus via gemieteten Fahrrädern und öffentlichen Verkehrsmitteln weiter verbreitet, ist das eine gute Sache für umweltfreundlicheren Verkehr.

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Neujahr 2020

Щасливого нового року! — Frohes neues Jahr! — Godt nytt år! — С новым годом! — Bonne année! — Gullukkig niuw jaar! — Felice anno nuovo! — Καλή Χρονια! — ¡Feliz año nuevo! — Gott nytt år! — Un an nou fericit! — عام سعيد — Срећна нова година! — Feliĉan novan jaron! — FELIX SIT ANNUS NOVUS — Onnellista uutta vuotta! — Happy new year!

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