Fernbahntunnel Frankfurt

Etwas überraschend für viele ist das Projekt, in Frankfurt unter dem Hauptbahnhof einen Fernbahntunnel zu bauen, im Bundesverkehrswegeplan als „Vordringlicher Bedarf“ eingestuft und könnte damit gebaut werden.

Sinnvoll ist dieses Projekt, weil heute Fernzüge im Frankfurter Hauptbahnof sehr viel Zeit verlieren und der eine Bahnhofskopf überlastet ist. Beides würde sich durch dieses Projekt verbessern. Im Gegensatz zu Stuttgart 21 soll hier der oberirdische Bahnhofsteil erhalten bleiben. Erfreulich wäre es, wenn man die Bahnsteige für diese Fernbahnstrecke auf gleicher Höhe wie die S-Bahn-Gleise bauen könnte. Neben den S-Bahn-Gleisen ist heute ein Parkhaus. Man müsste also in dem Fall prüfen, ob eine Verkleinerung sinnvoll möglich ist oder ob man durch eine unterirdische Erweiterung des Parkhauses die Kapazität gleich halten könnte. Kleine Abstände zwischen den oberirdischen und unterirdischen Gleisen nützen über das Jahr gerechnet Millionen von Fahrgästen des Fernverkehrs, die hier ein- und aussteigen oder in S-Bahnen und Regionalverkehr umsteigen. Der Artikel „>über den Fernbahntunnel in der Frankfurter neuen Presse suggeriert, dass man ub den Fernbahtunnel sogar in Frankfurt einen Bahnhof mit Tageslichteinfall einbauen möchte, aber das kann man noch nicht als zuverlässige Information, sondern eher als Phantasie der Journalisten ansehen.

Es ist für das Gesamtsystem vorteilhaft, wenn ein Teil der Züge auch typische Fernverkehrshalte auslässt, wie z.B. Sprinter-ICEs. Wenn man aber wegen Kapazität und Fahrzeit mit einem signifikanten Teil der Züge einen wichtigen Knoten auslässt, dann verliert man fast alle Variationsmöglichkeiten auf dem restlichen Laufweg. Besser ist es, wenn man den großen Knoten fahrzeit- und kapazitätsmäßig effizient bedienen kann und dafür andere Bahnhöfe stündlich bedient, aber mit häufig verkehrenden schnelleren Zügen auslässt. Das könnte z.B. bei Fulda und Göttingen so gemacht werden.

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Neue Überlegungen für Bahn in Nordnorwegen

In Norwegen ist seit fast 100 Jahren immer wieder im Gespräch, die Nordlandsbanan, die bis Bodø führt, etwas weiter nach Norden zu verlängern. Nur zur Orientierung: Bodø und Fauske liegen etwa in der Mitte von Norwegen, wenn man das Land der Länge nach von Svinesund an der Grenze zu Schweden bis Grense Jakobselv an der Grenze zu Russland ohne Abkürzungen durch Schweden und Finnland durchfährt, auch wenn es gefühlt schon ganz im Norden von Norwegen und nördlich des Polarkreises liegt.

Für die Idee, die Bahnstrecke als Polarbahn bis nach Kirkenes in der Nähe von Russland zu verlängern, ist der Zug wohl abgefahren. Die Gegend zwischen Fauske und Russland ist überwiegend sehr dünn besiedelt, die Entfernungen sind groß und man hat dort schon sehr gute Straßen und sogar in relativ kleinen Orten Flugplätze gebaut. Eine Bahn könnte also nur einen Teil des ohnehin kleinen Verkehrsaufkommens bekommen.

Ziemlich realistisch ist dagegen eine Bahnstrecke von Finnland nach Kirkenes, die Finnland besseren Zugang zu einem nützlichen Hafen an der Barentssee geben würde. Man spricht leicht übertreibend schon davon, dass Kirkenes das Rotterdam des Nordens werden könnte.

Seit vielen Jahrzehnten hat man das Projekt in Norwegen also auf einen Verbindung bis nach Tromsø reduziert. Tromsø hat 75’000 Einwohner und ist noch relativ nah an Fauske. Dazwischen sind noch Harstad und Narvik mit jeweils etwa 20’000 Einwohnern. So wurde immer wieder mal beschlossen, diese Strecke jetzt nicht konkret zu verfolgen aber sie grundsätzlich langfristig zu planen.

Aber nun liest man, dass Anfang 2019 eine Untersuchung darüber eingeleitet wurde: „Norway appoints consultants for Faukse Tromsø study“ (railjournald.com)

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Braunkohlelöcher als Pumpspeicherkraftwerke nutzen

Es wird Zeit, mit dem Braunkohletagebau aufzuhören. Die Verwüstung von Kulturland und Natur muss endlich aufhören und Braunkohlkraftwerke sind die größten Dreckschleudern unter den Kraftwerken und sie haben pro Kilowattstunde die meisten CO_2-Emissionen.

Man sollte also die Stilllegung der Braunkohletagebaue nicht für 2040 planen, sondern für 2019 oder 2020.

Nun stellt sich die Frage, was man mit den Löchern macht. Riesige Mengen Material sind einfach verbrannt worden und nicht mehr da, um die Löcher komplett zu füllen. So kma die Idee auf, einen Teil davon in sehr tiefe Seen umzuwandeln. Zum Teil ist das bei stillgelegten Tagebauen auch schon geschehen.

Hier ist eine neue Idee untersucht worden: Man kann die verschiedenen Braunkohlelöchern mit Tunneln verbinden und höher und tiefer gelegene Becken so als Pumpspeicherwerk kombinieren.

Dazu gibt es hier ein Paper: Pumpspeicherkraftwerke in stillgelegten Tagebauen am Beispiel Hambach-Garzweiler-Inden [Johannes Thema und Martin Thema 2019]

Was in dem Zusammenhang noch eine Herausforderung wäre, ist die großen Wassermengen innerhalb nützlicher Zeit und nicht erst über eine Zeitraum von 50 Jahren heranzuschaffen. Vielleicht sind die angedachten Wasserpipelines vom Rhein nicht genug und man bräuchte einen Kanal, um Maas- oder Rheinwasser dorthin zu bringen. Auch dort lässt sich ein kombiniertes Kraft- und Pumpwerk bauen, das die Energie von zufließendem Flusswasser in der Aufffüllphase nutzt und das später einmal Wasser aus dem System in den Kanal und in die Flusssysteme abführt, um die Höhendifferenz des Pumpspeicherkraftwerks aufrechtzuerhalten. Grundsätzlich könnte man zwischen den Becken einen Kanal bauen, dann müsste man auf der einen Seite Wasser hochpumpen und könnte auf der anderen Seite Energie gewinnen, je nach Höhendifferenz und Wirkungsgrad würde es auch so als Pumpspeicherwerk funktionieren, aber die naheliegendere Lösung ist ein Tunnel mit hinreichend großem Querschnitt ungefähr auf dem tiefsten möglichen Niveau des Gesamtsystems. Umgekehrt könnte man einen Tunnel zu Maas oder Rhein bauen, aber für diese Verbindung wäre ein oberflächennaher Wasserspiegel sinnvoll und ein Tunnel würde sich wohl nicht anbieten oder nur dort, wo dicht besiedelte Gebiete oder Verkehrswege gequert werden müssen. Ob dieses Projekt sinnvoll und realistisch umsetzbar ist, muss man natürlich genauer untersuchen, aber es ist mindestens eine Idee, die es wert ist, genauer angeschaut zu werden. Beachten sollte man, dass die Braunkohletagebaulöcher die Umgebung in einem weiten Umkreis beeinträchtigen, weil sie große Mengen von Grundwasser abpumpen und den Grundwasserspiegel in einem großen Umfeld absenken. Das Problem würde mit einer kompletten Umwandlung in einen See besser gelöst als mit einem für den optimalen Betrieb durchschnittlich ich nur etwa halb vollen Pumpspeichersystem.

Es war ein riesiger Fehler, mit diesen Tagebauen überhaupt anzufangen und es ist ein Fehler sie weiterhin zu betreiben. Der lässt sich nicht durch solche Projekte rechtfertigen oder beschönigen. Aber es wird Zeit sich Gedanken zu machen, wie man mit diesen Restlöchern am sinnvollsten umgehen kann. Je schneller der Ausstieg, desto besser. Und desto schneller braucht man solche Antworten.

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