Wie weiter mit der Bahnstrecke von Rovaniemi nach Kirkenes?

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Wie geschrieben wurde, wird das Projekt der Bahnstrecke von Rovaniemi nach Kirkenes „auf Eis gelegt“. Man erwartet zu wenig Frachtvolumen, um die Investition rechtfertigen zu können und es gibt anscheinend enormen Widerstand von der Sámi-Bevölkerung, wobei krasse Aussagen gebracht werden, dass diese Bahn einen Genozid an der Sámi-Bevölkerung verursachen würde, weil die traditionelle Lebensweise komplett zerstört würde. Natürlich sollte man die Lebensgrundlagen einer einheimischen Bevölkerung nicht zerstören. Aber wieso sollte das eine Bahnstrecke tun, nachdem dort doch schon eine ganze Menge Straßen existieren und auch eine zur Zeit nicht sehr durchlässige Grenze zwischen Norwegen bzw. Finnland und Russland. Eine Bahnstrecke kann man auch ohne durch Gebirge bedingte Notwendigkeit für kurze Abschnitte in Tunnel legen, damit sie von Tieren und auch von den Rentieren der Sámi-Bevölkerung gequert werden können. Das sollte man tatsächlich tun, wenn man in dieser Gegend baut, allerdings verläuft weder die Grenze noch irgendeine Straße in der Gegend zu diesem Zweck in einem Tunnel. Nun können Straßen einfach gequert werden und man muss damit rechnen, dass dort Rentiere auftreten und dass ein paar Tiere jedes Jahr bei Straßenunfällen sterben, während man eine Bahnstrecke wohl einzäunen würde, weil ein Lokführer nicht auf Sicht anhalten kann, wenn Tiere auf dem Gleis sind. Leider ist in der Hinsicht keine Kompromissbereitschaft zu erkennen. Mir ist aber auch nicht bekannt, ob solche Tunnel bei der Verhandlung mit der Sámi-Bevölkerung angeboten oder in Betracht gezogen wurden.

Nun findet der Güterverkehr, den die Bahnstrecke tragen könnte, anderswo statt, zum Teil mit Lastwagen auf Straßen und zum Teil auf anderen Bahnstrecken. So ein ausgebauter Hafen von Kirkenes könnte einen hohen Bahnanteil bei der landseitigen Anbindung haben, einfach weil es sich für die großen Entfernungen anbietet. Und die seeseitigen Verbindungen könnten kürzer als von anderen Häfen sein, wenn man die Nordostpassage fährt oder den Nordatlantik überquert.

Viele Faktoren lassen sich schwer vorhersagen und viele ändern sich auch immer wieder mal. So könnte sich auch einmal herausstellen, dass sich diese Projekt doch für Finnland und Norwegen lohnt.

Eine kleine Anmerkung zu der Vermutung, dass Kirkenes das neue Rotterdam werden könnte und ein großer Teil des Güterverkehrs für ganz Europa durch Finnland laufen könnte: Das halte ich für unwahrscheinlich. Kirkenes wird ein Hafen für Export und Import aus Finnland, Nordnorwegen und Nordschweden sein. Vielleicht noch für das Baltikum, weil dies dieselbe Spurweite verwendet. Wir sprechen also von einem Einzugsgebiet mit etwa 10 bis 15 Millionen Einwohnern. Das sind 2% der Einwohner Europas, wenn auch eine riesige Fläche und relativ wirtschaftsstarke Länder. Für den Rest von Europa wird der Güterverkehr andere Wege verwenden oder weiterhin verwenden, insbesondere die bewährten Häfen in Rotterdam und Antwerpen. Man hat ja sogar Zweifel, ob das Frachtvolumen für die Strecke nach Kirkenes ausreicht, ob man also überhaupt einen hinreichend große Teil des finnischen Güterverkehrs dorthin bekäme.

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New Discussions about Rail Connection from Finland to Kirkenes

Deutsch

Some activity can be observed concerning the question of a railroad connection from northern Finland to Kirkenes in Norway.

Such a railroad would start in Rovanienmi or Kemijärvi and go to Ivalo in northern Finland. From there it would pass the Lake Inari (Inarijärvi) either like todays highway in the west or a bit shorter in the east and lead to Kirkenes at the Russian Norwegian border and the Barents Sea.

Kirkenes has a good port that usually remains ice-less throughout the winter because of the Gulf Stream. It is the eastern end point of the Hurtigruten and there is currently the only road crossing the border from Norway to Russia. Kirkenes can currently only be reached from the land side only by road or by the Kirkenes–Bjørnevatn Line, a railroad that connects the port a a mine just 8.5 kilometers south. It is used mainly for transport of iron ore, depending on the activity of the mine and the world market prices of iron ore.

It seems to be reasonable to expand the port of Kirkenes. The new capacities could be offered to Finland and Russia. Discussions of connecting to Nikel (Никель) in Russia have been slowed down by Russia in an effort to support the port of Murmansk (Мурманск). But the project of connecting to Finland, even though about ten times as far, is being seriously considered. This would allow Finland easier access to the world makets, especially for transatlantic trade. In addition the route will gain importance due to the global warming, which is already making the Northeast passage north of Sibiria a more reasonable route to eastern Asia. It is shorter and cheaper than going via the Suez Canal, but the effect of global warming is still not so strong that this has become the main route. If such a rail connection to Finland existed, it would be possible to use Kirkenes also as port for parts of Russian and Central Europe including the Baltic States both to Asia and the Americas, by just using railroad connections between Finland and Russia that already exist. Finland and Russia both use a broad gauge of 1524 mm or 1520 mm, respectively, that is similar enough to allow usage of both gauges by the same freight trains.

The short line near Kirkenes could be converted to broad gauge or to dual gauge or a new track could be built parallel to it. It would be necessary to build about 550 km of track. Probably road transport could profit also, if the shorter route east of Lake Inari were chosen, because it is likely that a highway parallel to the railroad would close the 20 km long gap between the Finnish and Norwegian highway networks east of Lake Inari.

The shorter connection to Skibotn that was discussed earlier, seems to be irrelevant now. Of course, Skibotn does not have a serious port, which would have to be built, possibly causing some resistance and for sure costing a lot of money. The railroad could also be extended to Tromsø, but that would make it longer anyway and I have not heard of easy expansion options of the port of Tromsø.

Sometimes in Finland it is suggested to build a Tunnel from Finland to Estonia as well to connect to Europe. But I do not see this as a requirement, since the potential of freight transport would anyway come mostly from Finland. Other parts of Europe are already today be connected by train via ferries from Estonia to Finland or without ferries via Russia or via Sweden. One break of gauge will be in the route anyway.

Currently a feasibility study concerning the railroad connection from Finland to Kirkenes is being performed. Sometimes the term „Arctic Ocean Line“ is used for this project. I would assume that we are talking about an electrified single track railroad with short double track sections. The decision is supposed to be made in 2019. This inspires discussions like this article. We will see were this will lead. I am in favor of the project.

Map

Map of likely and possible routes (red):

Arctic Rail Routes

Arctic Rail Routes


Source Wikimedia Commons Creator RicHarc-59 (C) CC-BY-SA-3.0

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Neue Diskussion über Bahnstrecke von Finnland nach Kirkenes

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Es hat wieder etwas Bewegung in der Frage einer Bahnstrecke von Finnland nach Kirkenes gegeben.

So eine Bahnstrecke würde von Rovaniemi oder Kemijärvi nach Ivalo und von dort östlich oder westlich am Inarisee vorbei nach Kirkenes führen.

Kirkenes hat schon einen gut funktionierenden Hafen, der wegen des Golfstroms normalerweise eisfrei bleibt. Der Hafen ist Endstation der Hurtigroute und liegt an der Grenze zu Russland. Er ist zur Zeit nur auf der Straße oder über die 8 km lange Bahnstrecke zu einer Erzmine erreichbar und dient zu einem großen Teil dem Export von Erz. Es gibt aber die Möglichkeit, diesen Hafen zu erweitern. Einerseits ist das für Finnland eine Möglichkeit, besser per Schiff an die Weltmärkte angebunden zu werden, insbesondere für den Transatlantikverkehr. Diese Rolle wird wegen der Klimaerwärmung noch an Bedeutung gewinnen, weil man verstärkt die Nordostpassage nördlich von Sibirien als Route nach Ostasien nutzen kann. Dies ist kürzer und damit billiger als über den Suezkanal, wenn auch der Effekt durch die Klimaerwärmung noch nicht so stark ist, dass es zur Hauptroute geworden wäre. Andererseits könnte Kirkenes auch als Hafen für Teile von Russland und Mitteleuropa genutzt werden, wenn man grenzüberschreitende Bahnstrecken von Russland nach Finnland nutzt. Finnland und Russland benutzten beide eine Breitspur, die sich nur um wenige Millimeter unterscheidet und grenzüberschreitenden Verkehr ohne Umspuren ermöglicht.

Die kurze Bahnstrecke bei Kirkenes würde man wahrscheinlich auf Breitspur umbauen oder parallel dazu neu bauen. Insgesamt wären etwa 550 km Strecke zu bauen. Der Straßenverkehr könnte übrigens eventuell von einer neuen Straße zwischen dem Inarisee und der Russischen Grenze profitieren, die Kirkenes auch direkter mit Finnland verbindet, wenn diese Route für die Bahn gewählt würde. Davon ist nicht die Rede, aber es ist zu vermuten, dass man das Projekt dann auch umsetzen würde.

Wie es aussieht, ist die etwas kürzere Verbindung nach Skibotn, die früher auch mal im Gespräch war, nicht mehr relevant. Allerdings müsste man in Skibotn einen Hafen komplett neu bauen oder die Strecke doch bis Tromsø verlängern, was dann nicht mehr kürzer wäre.

Im Moment geht es konkret um eine Machbarkeitsstudie für diese Bahnverbindung. Entschieden wird erst etwa 2019. Das inspiriert natürlich entsprechende Diskussionen wie auch diesen Beitrag. Wir werden sehen, was daraus wird. Es ist ein Bahnprojekt, dass vor allem für den Güterverkehr nützlich ist. Die beteiligten Länder würden profitieren und es würde Verkehr mit der Bahn durchgeführt, der auch mit weniger umweltfreundlichen Verkehrsmittel abgewickelt werden könnte. Ich sehe das Projekt deshalb auf jeden Fall positiv.

Karte

Karte möglicher und wahrscheinlicher Routen (rot):

Arctic Rail Routes

Arctic Rail Routes


Quelle Wikimedia Commons Urheber RicHarc-59 (C) CC-BY-SA-3.0

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Bahnprojekte in Nordskandinavien

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Die Region nördlich des Polarkreises in Finnland, Norwegen und Schweden wird oft Nordkalotte genannt. Die Region ist überwiegend recht dünn besiedelt, allerdings gibt es doch einige Orte mit jeweils einigen 10’000 Einwohnern und einem etwas dichter besiedelten Umland, z.B. Tromsø, Narvik, Alta, Harstad und Kiruna. Ich möchte hier nicht den Polarkreis als harte Grenze nehmen, aber doch etwas über Bahnprojekte im Norden dieser drei Länder schreiben, worüber ich Kenntnis erlangt habe. Motivation für Bahnbau in dieser Region war und ist hauptsächlich der Güterverkehr. So wurde die Erzbahn von Luleå an der nordschwedischen Ostseeküste (aber schon südlich des Polarkreises) nach Narvik in Norwegen gebaut, um die riesigen Erzvorkommen in Nordschweden, vor allem in Kiruna, abbauen, transportieren und verkaufen zu können. Nun gibt es in Nordschweden außer bei Kiruna noch weitere Erzvorkommen. Auch Finnland scheint viele große Erzlagerstätten im Norden zu haben und wurde deshalb schon auf manchen Webseiten als das „neue Australien“ bezeichnet. Und in Nordnorwegen findet sich auch noch die eine oder andere Lagerstätte, vor allem bei Kirkenes in der Nähe der norwegisch-russischen Grenze. Diese Mine ist Grund für die nördlichste Bahnstrecke in Norwegen, die nur ein paar Kilometer bis zum Hafen von Kirkenes verläuft. Wegen sinkender Rentabilität war die Mine und die Bahnstrecke schon stillgelegt worden, aber heute ist die Nachfrage nach Eisenerz auf dem Weltmarkt so gestiegen, dass sich eine Wiederinbetriebnahme anscheinend gelohnt hat.

Die Bahnstrecke nach Narvik ist auf norwegischer Seite nicht mit dem restlichen Bahnnetz des Landes verbunden. Die Nordlandbahn verläuft von Trondheim nach Bodø, das recht genau in der Mitte von Norwegen liegt, wenn man es der Länge nach von der schwedischen Grenze südlich von Oslo bis zu russischen Grenze östlich von Kirkenes durchfährt. Nun gab es in den 20er Jahren Pläne, diese Bahn überhaupt zu bauen und zwar nicht nur bis Bodø, sondern auch die Polarbahn bis Kirkenes und Vadsø ganz im Nordosten des Landes. Im zweiten Weltkrieg ist der Bau dieser Strecke beschleunigt worden und Teile der heutigen Strecke bis Bodø entstanden dabei, auch wenn sie erst 1962 fertiggestellt wurde. Weiter nördlich in Richtung Narvik entstanden schon Tunnel, Brücken und Trassierungen, die zum Teil später in den Bau der Europastraße integriert wurden. Heute kann eine Bahnstrecke durch Norwegen bis nach Kirkenes und Vadsø nicht mehr als realistisch angesehen werden, weil die Gegend inzwischen sehr gut mit Straßen, Häfen und sogar ein paar Flugplätzen erschlossen ist. Die Einwohnerzahl ist zu klein, um in einer Situation, wo die Bahn nicht das einzige Verkehrsmittel ist, täglich verkehrende Züge zu füllen. Und für den Güterverkehr parallel zur Küste reichen Schifffahrt und Lastwagen wohl auch aus. Wegen der geringen Einwohnerzahl trägt der Teil von Norwegen, der nordöstlich von Tromsø liegt, auch nur zu einem kleinen Teil der verkehrbedingten Luftverschmutzung des Landes bei.

Eine andere Frage ist eine Verlängerung der Nordlandbahn von Fauske nach Narvik, Harstad und Tromsø. In dem Fall gäbe es wohl eine Bahnstrecke von Trondheim nach Tromsø, mit Verbindungen nach Bodø, Narvik und Harstad. Dieses Projekt wird in Norwegen immer wieder einmal diskutiert, scheint aber keinerlei Priorität zu genießen. Da man in diesem Fall mittelgroße Städte anbinden würde, wäre sicher das Potential vorhanden, um mehrmals täglich sowohl Güterzüge als auch Reisezüge mit einer akzeptablen Auslastung fahren zu lassen. Problematisch ist jedoch, dass zwischen Fauske und Narvik der Tysfjord im Weg ist. Trotz fast unbegrenzter Ressourcen für den Straßenbau hat man es dort noch nicht geschafft, die E6 fährenfrei zu machen. Für die Bahnstrecke gibt es im Prinzip drei Szenarien:

  • Fährroute: Die Bahnstrecke wird zum Tysfjord geführt, wahrscheinlich nach Drag, und mit einer Eisenbahnfähre übergesetzt. Man könnte dabei wahlweise nach Narvik und nach Lødingen fahren und hätte so auch die Möglichkeit, Harstad anzubinden. Nachteil ist aber, dass eine Bahnstrecke mit Fähre zu unattraktiv ist, um mit dem Straßen-, Luft- und Schiffsverkehr konkurrieren zu können. Diese Variante ist wohl auch nicht mehr vorgesehen, falls überhaupt etwas gebaut wird.
  • Fjordroute: Die Bahnstrecke verläuft am östlichen Ufer des Tysfjords, mit einem hohen Tunnelanteil.
  • Bergroute: Die Bahnstrecke verläuft in der Nähe der schwedischen Grenze über die Berge. Bei Bjørnfjell wird die Strecke von Luleå und Kiruna nach Narvik gekreuzt und damit eine Anbindung von Narvik ermöglicht.

Konkreter ist im Moment aber das Interesse an Bahnverbindungen vom Hinterland zur Küste. Vor allem Finnland hat nach dem Verlust von Petsamo östlich von Kirkenes im zweiten Weltkrieg keinen eigenen eisfreien Hafen mehr. Das ist heute kein großes Problem mehr, weil es sehr gute Eisbrecher gibt, die auch in Häfen der nördlichen Ostsee einen ganzjährigen Betrieb ermöglichen sollen und weil das Verhältnis zwischen Finnland und Norwegen heute gut ist und problemlos norwegische Häfen benutzt werden könnten. Nun eignen sich Lastwagen nicht sehr gut für den Transport großer Mengen Erz. Es gibt wohl derartige Pläne, eine neue Erzgrube bei Pajala in Nordschweden mit 90-Tonnen-Lastwagen an die nächste geeignete Bahnstrecke in Svappavara anzubinden. Das ist wohl schon genehmigt. Nachteil ist aber, dass die Straße und die Brücken bei dieser Belastung in etwa 5 Jahren aufgebraucht sind. Orte, wo es sehr ruhig zu ging und wo nur wenige Autos pro Stunde durchfuhren, brauchen jetzt gute dreifach verglaste Lärmschutzfenster, weil da Tag und Nacht alle 2 Minuten ein 90-Tonnen-Lastzug durchfahren wird. Auf längere Sicht wird hier wohl eine Bahnstrecke die bessere Lösung sein. Im Prinzip gibt es mehrere Möglichkeiten, diese nordschwedischen und nordfinnischen Erzregionen an Bahnstrecken anzubinden, die auch alle in den letzten Jahren diskutiert wurden:

  • Verbindungen nach Süden an das vorhandene Bahnnetz zu den schwedischen und finnischen Ostseehäfen (Kemi, Oulu, Luleå,…)
  • Verbindungen nach Süden oder Osten über das finnische Bahnnetz nach Russland
  • Verbindung von Nordfinnland und Pajala mit Svappavara und damit der Bahnstrecke nach Narvik
  • Neubau einer Bahnstrecke von Pajala und Nordfinnland nach Skibotn in Norwegen
  • Neubau einer Bahnstrecke von Pajala und Nordfinnland nach Kirkenes

Zu beachten ist dabei noch, dass Finnland und Russland Breitspur (1520 mm in Russland, 1524 mm in Finnland) verwenden, während Schweden und Norwegen die Normalspur (1435 mm) einsetzen. Während die 4 mm Unterschied zwischen Russland und Finnland noch im Rahmen der Toleranz liegen, ist für einen größeren Güterverkehr ein Spurwechsel ein kaum akzeptables Hindernis. Erschwerend kommt hinzu, dass die Strecke von Kiruna nach Narvik zur Zeit schon recht gut ausgelastet ist und nur begrenzt zusätzliche Verkehre aufnehmen kann. Sie wird allerdings punktuell ausgebaut, vor allem entstehen mehr Ausweichstellen oder diese werden verlängert, und es werden Anpassungen für höhere Achslasten von 30 Tonnen ermöglicht werden.

Skibotn ist ein Ort mit 700 Einwohnern, der heute nur einen Bootshafen hat. Es ließe sich dort sicher ein Hafen für Großschiffe bauen, aber das wäre ein kompletter Neubau. Außerdem ist die Anbindung wohl schwierig, weil der Anstieg in Richtung Finnland recht steil ist, aber so etwas hat man natürlich an anderen Orten auch bewältigt. So sagte man mir zumindest in Skibotn, dass das Projekt einer Anbindung von Finnland über Skibotn nicht weiter verfolgt werde.

In Kirkenes gibt es bereits einen Hafen und die ersten paar Kilometer der Bahnstrecke, die allerdings auf 1524 mm Spurweite umgebaut werden müsste. Die Anbindung soll östlich oder westlich am Inarisee vorbeiführen, wenn sie gebaut wird. Kirkenes könnte im Gegensatz zu Skibotn auch das Potential für einen geringfügigen Personenverkehr haben, vor allem weil es als Ende der Hurtigroute bereits eine viel besuchte Touristendestination ist.

Schon etwas südlich vom Polarkreis ist vielleicht noch erwähnenswert, dass die parallel zur Ostsee verlaufende Bahnverbindung von Boden nach Haparanda im Jahr 2012 durch eine neue Linienführung erheblich verkürzt wurde. Ein Handicap der schwedischen Bahnen nördlich von Sundsvall ist, dass man sie aus militärstrategischen Gründen weit im Landesinnern gebaut hat und damit die Anbindung der küstennahen Städte mehr schlecht als recht über Stichbahnen gelöst ist. Nun hat man zwischen Sundsvall und Umeå mit der 2010 eröffneten Botniabahn eine eingleisige Hochgeschwindigkeitsstrecke entlang der Küste gebaut und erwägt deren Verlängerung als Nordbotniabahn bis nach Luleå.

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