Staureduktion mit Tempo 65?

In der Schweiz hat ein ETH-Verkehrswissenschaftler vorgeschlagen, die Geschwindigkeiten für den motorisierten Individualverkehr zumindest auf verkehrsreichen Strecken zu verkehrsreichen Zeiten drastisch zu begrenzen. Diese Geschwindigkeiten optimieren den Durchsatz und reduzieren die Stauhäufigkeit. Tatsächlich ist aber wohl eine entsprechende Reduzierung auf 80 km/h durchaus vorgesehen.

Übrigens wäre es nach dem heutigen Stand der Technik einfach, in neue Autos Mechanismen einzubauen, die ein Überschreiten der Geschwindigkeitsbeschränkung verhindern. Und wo man in eine Strecke viel Geld steckt, um Wechselzeichen für die Geschwindigkeit aufzustellen, kann man sicher auch noch ein paar stationäre Messgeräte dazustellen, um sicherzustellen, dass der gewünschte Effekt nicht unterlaufen wird.

Staus ließen sich übrigens prinzipiell auch durch eine Reservierungspflicht für die Benutzung potentiell verkehrsreicher Straßen mit einem großen Fahrzeug (wie z.B. einem Auto) weitgehend beseitigen. Ob man nun für die einzelne Autofahrt vorher zum „Straßenhof“ gehen muss, um Fahrkarte und Reservierung zu kaufen oder ob man das mit dem Mobiltelefon, dem Computer oder der Bordelektronik des Autos machen kann, kann sich jeder Leser selber überlegen. So würden nicht mehr Fahrzeuge auf die Straße gelassen als ihre Kapazität ist und sie würden gar nicht erst losfahren.

Dass Reservierungspflichten für den Nutzer Nachteile haben, kennt man von den Beispielen, wo es heute Reservierungspflichten für ein Verkehrsmittel gibt.

Share Button

Explosion in Fertilizer Plant in Texas

Deutsch

In April 2013 an explosion happened in a fertilizer production plant in Texas which had huge impact. It looks like it was ammonium nitrate which exploded. This is used for producing fertilizer. But it is also quite explosive and can be used in pure form or mixed with other substances as explosive. The worst known accident with ammonium nitrate happened in 1921 in the Oppau-plant of BASF in Germany.

For feeding the current earth population the nitrogen holding compounds that are generated by natural processes and become available to the plants are not sufficient. Therefore it is necessary to rely at least for part of the agriculture on chemical fertilizers, implying the need of production, transport and storage of these substances, of which ammonium nitrate is an important example. So it should be better to make the plant working with ammonium nitrate safer than to refrain from working with this substance.

Share Button

Schmalspurbahnen

In Deutschland nimmt man Schmalspurbahnen als Straßenbahnen wahr oder als Museumsbahnen. Das stimmt sicher auch meistens. Aber es gibt Länder, dei im großen Stil Schmalspurbahnen verwenden. Bekannt sind vielleicht Südafrika und Japan, die die Spurweite von 1067 mm für ihr Bahnnetz verwenden. Da sich diese Spurweite nicht für Geschwindigkeiten über 160 km/h eignet, hat man die Hochgeschwindigkeitsstrecken in Japan in Normalspur (1435 mm) gebaut. Japan hat ein extrem leistungsfähiges Bahnnetz, vor allem im Personenverkehr. In Südafrika fahren einige der schwersten Güterzüge auf diesen Schmalspurstrecken. Es gibt also durchaus Fälle jenseits von reinen Straßenbahnnetzen und Museumsbahnen. Letztlich war es wohl etwas billiger, ansonsten sind die Netze wohl auch historisch gewachsen und in einem Land ein einigermaßen einheitliches Streckennetz zu haben, ist auch von Vorteil. Es bleibt aber zwingend der Bruch beim Übergang zu Hochgeschwindigkeitszügen, was aber realistischerweise auch dort in gewissem Maße gilt, wo die Hochgeschwindigkeitszüge dieselbe Spurweite nutzen. Man muss sowieso oft vom Regionalzug auf die schnellen Zug umsteigen.

Es gibt aber auch in Europa noch Länder, die in größerem Stil Schmalspurbahnen einsetzen. Die Schweiz hat recht viele davon und hat z.B. mit dem Vereinatunnel und dem Furkabasistunnel in den letzten Jahrzehnten auch einige größere Investitionen in die Streckennetze vorgenommen. Schmalspurbahnen werden sowieso renoviert, es gibt punktuelle Verbesserungen und Abschnitte, die zweigleisig ausgebaut werden. In Bern gibt es die S-Bahnen S7, S8 und S9 (RSB), die auf schmalen Gleisen nach Norden und Osten fahren und zwar jeweils alle 15 Minuten, zur Hauptverkehrszeit sogar etwas öfter, was einen 5 Minutentakt auf dem Abschnitt ergibt, wo alle Strecken gebündelt sind. Und die Endstation der Schmalspurstrecke mit vier Gleisen im unteren Teil des Berner Bahnhofs ist chronisch überlastet wegen der vielen Fahrgäste… Nicht gerade typisch für Museumsbahnen, auch wenn der touristische Charakter bei einigen dieser Strecken nicht ganz von der Hand zu weisen ist.

Man findet also recht viele kleinere und größere Schmalspurnetze. Das größte ist die Rhätische Bahn und die Matterhorn-Gotthard-Bahn zwischen Schuls (Scoul), Tirano, St. Moritz, Göschenen und Zermatt. Dann gibt es ein Netz im Raum Appenzell-St. Gallen von den Appenzeller Bahnen, zuzüglich einige kurze schmalspurige Stichstrecken in der Gegend. Das Netz bei Bern ist schon erwähnt worden, es erstreckt sich bis Solothurn und dann weiter nach Langenthal. Aber man findet noch ungefähr ein Dutzend weitere kleinere und größere Schmalspurnetze (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Von Luzern nach Interlaken-Ost und Engelberg
  • Im Jura mehrere kleine Netze
  • Bei Basel in Jura nach Waldenburg und via Terwil
  • zwischen Frauenfeld, Wil
  • Im Rhonetal bei Aigle sind recht viele Schmalspurstrecken versammelt, leider nicht optimal im Verlauf
  • Von Martinach (Martigny) nach Grenoble
  • Im Tessin bei Lugano
  • Die Forchbahn (S18) in Zürich, in der Stadt als Straßenbahn, außerhalb als Schmalspurbahn
  • Von Lausanne parallel zur N5 in Richtung Nordosten
  • Zwischen Zweisimmen, Montreux und Bulle
  • Von Domodossola nach Ascona
  • Südlich von Aarau nach Menziken und Schöftland
  • Westlich von Zürich von Dietikon nach Wohlen etwa parallel zur N1 Zürich – Bern
  • An beiden Rheinufern gibt es bei der Mündung in den Bodensee ehemals elektrifizierte Schmalspurstrecken, die aber stillgelegt oder nur noch museal sind
  • Einige Bergbahnen sind schmalspurige Zahnradbahnen, die zum Teil ganze Netze bilden, z.B. bei der kleinen Scheidegg, Pilatus, Brienz.

Hier sieht man eine Bild des Streckennetzes, einige Strecken scheinen zu fehlen, aber es ist ziemlich vollständig

Auch Spanien hat im Norden ein größeres Schmalspurnetz. In den meisten anderen Ländern findet man Schmalspurbahnen nur als kleine, relativ unbedeutende Inselnetze, bevorzugt vielleicht gerade auch dort, wo tatsächlich auf einer Meeresinsel ein Bahnnetz existiert, das sowieso vom Rest isoliert ist.

Die Schweiz und Spanien bevorzugen 1000 mm für die meisten Schmalspurbahnen.

Share Button