Verschiedene Sensoren bei Digitalkameras

Heutige Digitalkameras haben normalerweise einen Sensor und der ist fest eingebaut. Warum auch nicht? Man hat inzwischen ziemlich hohe Auflösungen, Farbe, hohe Empfindlichkeit und dazu noch gute Qualität und Rauscharmut gleichzeitig zur Verfügung, wenn dieser eine Sensor nur gut ausgewählt worden ist. Aus Farbe kann man nachträglich Schwarz-Weiß machen, aber schon zu Zeiten der Analogfotografie war der Schwarz-Weiß-Film nur so lange relevant, wie er preislich einen massiven Vorteil vor Farbfilmen bot. Seit den 80er Jahren sind Farbfotos billiger als Schwarz-Weiß-Fotos gewesen und die Qualität der Schwarz-Weiß-Abzüge war unterirdisch, wenn man nicht selbst Zugang zu einem Labor hatte. Wer Geld und Zeit und Platz für ein eigenes Fotolabor hatte, konnte hervorragende Abzüge machen und dann machte Schwarz-Weiß auch Spaß. Aber das war eine winzige Nische. Eine noch kleinere Nische waren Infrarot-Filme. Diese haben erstmal nur Müll produziert, weil man alles neu lernen musste. Die Entfernungseinstellung und die Belichtungseinstellung stimmten nicht und die diversen Automatiken sowieso nicht. Ich habe es nie probiert, aber Es gibt Fotografen, die damit sehr interessante Fotos gemacht haben und immer noch machen. So lange bis der kühl gelagerte Vorrat aufgebraucht ist.

Es gab ein paar Gründe, verschiedene Filme zu verwenden, die sich teilweise oder ganz erledigt haben. Es gibt empfindlichere und weniger empfindliche Filme. Die empfindlicheren Filme kamen praktisch ohne Qualitätseinbußen bis 24 DIN (200 ASA). 27 DIN (400 ASA) ging auch noch gut. Alles was darüber lag, war immer mal wieder erhältlich, aber erfahrungsgemäß mit stark verminderter Qualität. Gute Digitalkameras, zumindest die dezidierten Kameras und nicht die im Mobiltelefon, kommen noch weit über die 27 DIN/400 ASA ohne dass man qualitativ schmerzhafte Kompromisse machen muss. Es gibt immer Situationen, in denen man das Maximum an Empfindlichkeit und noch mehr bräuchte. Da wären auswechselbare Sensoren einmal gut.

Gerade die Schwarz-Weiß-Thematik ist mit ein bisschen Bildverarbeitung nicht so schnell abzuhaken. Sagen wir, wir haben 30 Millionen lichtempfindliche Punkte auf dem Sensor, die jeweils auf R, G oder B reagieren. Dann haben wir also eigentlich nur 10 Millionen Punkte, weil wir immer mindestens drei brauchen, um die volle Farbinformation zu rekonstruieren. Mit dem gleichen Aufwand müsste man aber einen Sensor bauen können, der 30 Millionen lichtempfindliche Punkte hat, die jeweils gleichermaßen nur auf Helligkeit reagieren. Und man vermeidet den Umrechnungsschritt, der immer ein bisschen Verlust mit sich bringt. Es wäre also zu erwarten, dass ein reiner Schwarz-Weiß-Sensor besser ist. Dummerweise ist er wahrscheinlich teurer, weil die Stückzahlen einfach kleiner sind, aber wer ein bisschen mehr zu investieren bereit ist, mag das vielleicht trotzdem. Es gibt ja Digitalkameras, die nur mit Schwarz-Weiß-Sensor arbeiten.

Ein weiterer Vorteil wäre, dass man den Sensor „upgraden“ könnte. Es könnte bessere Sensoren geben. Oder solche, die mehr als drei Farben abgreifen. Oder vielleicht auch Infrarot-Sensoren.

Auch wenn ein Sensor nicht so leicht zu tauschen ist wie die SIM-Karte oder die Speicherkarte beim Mobiltelefon, weil er ja beim Fotografieren extrem präzise positioniert sein muss, könnten solche austauschbaren Sensoren doch interessant werden.

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Kamera mit dreieckigem Sensor

Wer kennt das nicht: Beim Fotografieren mit billigen Objektiven werden die Ecken dunkel. Außerdem hat man immer wieder Fotos im Hochformat und Querformat und bekommt dann ein Puzzle, wie man die optimal in ein Fotoalbum kleben kann. Dabei gibt ist es so einfache Möglichkeiten, die Seite im Fotoalbum oder auf der Webseite durch dreieckige Bilder komplett auszufüllen:

Source & Copyright: See Wikimedia

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Wenn man nun mit dreieckigem Sensor fotografiert, dann kann man also schön seine Bildersammlung zu einem ganzen zusammensetzen und das auf Facebook veröffentlichen oder in ein Album drucken lassen.

Die meisten Bilder werden sowieso mit hohem Alkoholpegel gemacht, deshalb ist es ganz praktisch, sie am Schluss noch ein bisschen zu verformen, um sie auf das gewünschte Dreiecksformat zu bringen. Das drückt den Zustand des Fotografen und der fotografierten Personen viel authentischer aus. Kameras und Objektive werden billiger, weil nur noch die dreieckige Fläche scharf sein muss und Pixel braucht.

Und endlich kommen nicht mehr die ewiggestrigen unverbesserlichen Analogfotografen und beklagen sich, dass das Foto aus lauter kleinen Rechtecken oder Quadraten besteht. Die Pixel sind nämlich auch dreieckig.

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Analoge und digitale Fotografie

Viele von uns haben mit analogen Kameras fotografiert und tun es immer noch.
Die Zeit der Analogfotografie ist noch nicht vorbei. Man kann noch Negativ- und Diafilme in guter Qualität zu günstigen Preisen kaufen, entwickeln und abziehen lassen. Gute Analogkameras werden kaum noch produziert, aber sie sind noch in großen Stückzahlen vorhanden und funktionsfähig.
Die Blütezeit der Analogfotografie ist vorbei und die Abteilungen in den Läden, wo man die Abzüge von Negativen bestellen kann, sind geschrumpft, aber sie sind noch überall vorhanden, wo es sie früher gab und funktionieren noch gut. Die Anlagen in den Labors sind wahrscheinlich weitgehend abgeschrieben und noch lauffähig, aber sie müssen mit der Schrumpfung des Volumens sich angepasst haben, vermutlich indem sie Maschinen und ganze Labors stillgelegt haben.
Aber es wird der Zeitpunkt kommen, wo Negativfilme nur noch zu sehr hohen Preisen erhältlich sind und nur noch in wenigen Läden. Und wo die Abzüge viel kosten.

Die NZZ hat übrigens auch gerade über das Thema geschrieben…

Nun bietet die Digitaltechnik mit Software wie Gimp die Möglichkeit, Fotos in einer Weise zu bearbeiten, wie es früher bestenfalls mit einem Fotolabor mit viel Infrastruktur und viel Zeitaufwand möglich war und sogar weit darüber hinaus. Man kann die bearbeiteten Bilder über das Internet hochladen und sich dann die Abzüge bestellen. Und man hat überhaupt sehr viele Möglichkeiten, die Bilder rein digital zu verwenden.

Bis vor wenigen Jahren war die Digitaltechnik rein von der Bildqualität der Analogtechnik noch unterlegen. Man hat Dinge wie Moire-Effekt und man hat Qualitätsverluste beim Drehen, Scalieren und Verformen von Bildern, wenn es nicht Drehungen um Vielfache von rechten Winkeln sind. Das mag vernachlässigbar sein, aber es ist etwa wie die Argumentation von Audio-Fans, die auf schwarze Platten schwören und CDs und MP3 und OGG nur als behelfsmäßiges Musikhören für unterwegs ansehen. Die A-D-Wandlung ist mit Verlusten behaftet. Das ganze lässt sich aber mit mehr Rechenleistung und mehr Datenvolumen bewerfen und damit beseitigen. Ein gutes digitales Audioformat mit genügend vielen Bits pro Sekunde und genügend guten Geräten wird früher oder später die analogen Plattenspieler obsolet machen, ob es die Plattenfans dann glauben, ist eine andere Sache. Aus meiner Sicht ist bei der Digitalfotografie heute dieser Zeitpunkt gekommen. Mit den High-End-Kameras mit Vollformat ist der Vorteil von Analogfotografie weitgehend obsolet geworden. Aber wir sind Menschen und entscheiden selbst, rational, emotional oder wie wir wollen, deshalb werden weder schwarze Platten noch Analogkameras so schnell völlig von der Bildfläche verschwinden. Aber sie werden eben aus dem „Mainstream“ verschwinden sie und werden mit einem Preisschild versehen werden, das für viele engagierte Amateure nicht mehr interessant ist. Bei Analogfotografie ist es noch nicht so weit, aber eine Frage von 5-10 Jahren.

Nun spielt aber noch eine ökonomische Überlegung eine Rolle. Man hat einmal für mehrere Monatseinkommen eine analoge Fotoausrüstung gekauft. Früher waren die Marktsegmente etwa so, dass es einen Low-End-Bereich gab, den billige Kameras für normale Negativfilme und zeitweise auch für 110-er und 126-er Filme mit kleineren Negativformaten dominierten. Diese hatten eine feste Optik, die so gemacht war, dass bei den meisten Bilder alles irgendwie ungefähr scharf war, gut genug für 9×13-Abzüge, die man schnell durchblättert. Mit einem Weitwinkelobjektiv, relativ stark geschlossener Blende und einem kleinen Filmformat ist das durchaus realistisch, solange die Lichtverhältnisse gut sind. Dieses Segment ist heute völlig von den Mobiltelefonen absorbiert und längst bei weitem übertroffen worden.

Das nächsthöhere Segment waren gute Sucherkameras mit Autofokus, Blitz und Automatik für Blende und Belichtungszeit. In der Schlussphase mit Zoom, in früheren Zeiten auch mit manueller Einstellung von Entfernung und Belichtung, aber mit Belichtungsmesser. Auch das kann heute das Mobiltelefon größtenteils abdecken, nur die Zoomfunktion nicht. Dafür gibt es heute einfache Digitalkameras mit Belichtungsautomatik, phantastischem Zoom, guter Optik und ca. 10-20 Megapixeln. Das Objektiv kann man nicht wechseln, aber man kann sehr viele Situationen damit gut behandeln, zumal sie auch mit wenig Licht fotografieren können, was mit Analogtechnik nur sehr eingeschränkt möglich war.

Die engagierten Hobbyfotografen hatten analoge Kleinbild-Spiegelreflexkameras und ein paar Wechselobjektive, auch wenn in der Praxis ein Zoom häufig das einzige Objektiv blieb oder zumindest die anderen Objektive im Schrank blieben. Diese waren relativ billig, für 500 bis 1000 DEM erhältlich, qualitativ sehr gut, relativ langlebig und vor allem auch mit 300 bis 500 Gramm für das Kameragehäuse sehr leicht. Dieses Segment hat es nicht wirklich in die Digitalwelt geschafft. Man kann 95% mit der guten kompakten Digitalkamera abdecken, weil man ja den Hauptvorteil von Spiegelreflex durch das Display auf der Rückwand hat und den Hauptvorteil der Objektivsammlung durch das Superszoom. Wegen Dunkelheit braucht man nicht auf ein lichtstarkes Objektiv zu wechseln und Tiefenschärfe explizit zu steuern interessiert nun auch nur einen Teil der Leute.

Der High-End-Bereich für Hobby- und Berufsfotografen war schon immer vorhanden und die Kameras waren gemessen am Einkommen sündhaft teuer, meist schwer und auch sehr gut. Dies sind heute überwiegend Digitale Vollformat-Spiegelreflexkameras, obwohl es auch andere Lösungen gibt, die sehr gut und vielversprechend sind. Diese sind aber so teuer, dass die Umstellung von Analog auf Digital nicht mal so kurz zu machen sind. Und sie sind zu schwer, um sie auf dem Urlaub mitzunehmen, wenn der Urlaub nicht schwerpunktmäßig dem Fotografieren dient. Wenn Geld keine Rolle spielt, kauft man sich also als engagierter Hobbyfotograf eine gute kompakte Digitalkamera mit Superszoom für die Ferien und die kleinen Gelegenheiten unterwegs und eine digitale Spiegelreflexkamera für die Anlässe, wo man das Gewicht nicht scheut. Wenn man Glück hat, kann man die Objektive weiterhin verwenden, sonst wird es preislich noch schwieriger.

Wieviel Geld man für sein Fotohobby heute ausgeben will und kann, muss jeder selber wissen. Die Tatsache, dass man einmal ein oder mehrere Monatseinkommen für eine Ausrüstung ausgegeben hat, heißt nicht, dass man das jetzt mal wieder will oder kann oder dass man sogar häufig alles austauschen will. Man kann eine Schritt zurück gehen und sich auf die kompakte Digitalkamera beschränken, womit man einiges einbüßt, was man vorher hatte. Oder erstmal für die Ferien eine kompakte Digitalkamera kaufen und irgendwnn mal eine Vollformat-Spiegelreflexkamera, um die analoge zu ersetzen. Irgendwann wird das nötig werden, in 3 Jahren, in 10 Jahren oder in 20 Jahren. Ich glaube eher in 5-10 Jahren.

Dass das Thema noch vielfältiger ist und auch Änderungen unterworfen, ist mir bewusst. Gerade die „spiegellosen“ Kameras und verschiedene Experimente einzelner Hersteller aber auch digitale Mittelformatkameras sind sicher ergiebige Themen, weil einige dieser Ideen Potential haben und einige wieder verschwinden oder zu Nischen werden.

Heute ist für die vorhandenen Negative und Dias und eventuell für die, die man neu generiert, ein Scan-Prozess nötig. Man bekommt einfache Scans, wenn man die Negative abziehen lässt. Bessere Qualität und Auflösung kann man anderwo bestellen und es gibt auch die Möglichkeit, mit einem Negativscanner dies selber zu machen. Dass die Weiterverarbeitung digital mehr Möglichkeiten bietet, daran besteht kein Zweifel. Allerdings sind Negative ein Backup von einer Zuverlässigkeit, wie man es von digitalen Bildern praktisch nie haben wird. Deshalb würde ich die Negative auch nicht nach dem Scannen wegwerfen.

Darüber, wie man tausende von Negativen und Dias zeit- und kosteneffizient scannen kann, werde ich in der Zukunft noch einiges schreiben…

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Panoramafreiheit

Die Panoramafreiheit, wie sie heute in vielen EU-Ländern gilt, scheint gefährdet zu sein.

Heute darf man in Deutschland permanent sichtbare Gegenstände und Gebäude vom öffentlichen Raum aus fotografieren und die Fotos veröffentlichen.

In Zukunft droht ein Fotografierverbot bzw. ein Veröffentlichungsverbot bei solchen Aufnahmen.

Ich finde das hochgradig unintuitiv, unverhältnismäßig und unpraktisch. Die Gesetze sollten letztlich uns Menschen dienen, durchaus auch indirekt, und nicht uns schikanieren. Deshalb empfehle ich, die Petition zur Erhaltung der Panoramafreiheit zu unterzeichnen.

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Vollformat-Kameras von Pentax

Man kann heute sehr gut mit dem Mobiltelefon fotografieren. Nokia hatte sehr früh Kameras eingebaut und dann hatten sie die besseren Kameras als die Konkurrenz. Aber inzwischen haben auch andere Hersteller Kameras, die gleich gut sind, wie die von Nokia von vor ein paar Jahren und Nokia hat aufgehört, Mobiltelefone herzustellen. Kurz gesagt, mit einem halbwegs neuen Mobiltelefon, das halbwegs Wert auf die Kamera legt, kann man bei normalen Lichtverhältnissen Fotos machen, die für die meisten Zwecke gut genug sind. Dezidierte Kameras sind natürlich besser, weil sie aus heutiger Sicht besser mit schwachem Licht zurechtkommen und weil sie die Möglichkeit bieten, bessere und im Idealfall sogar austauschbare Objektive zu unterstützen. Schon ein Zoom-Objektiv ist eine tolle Sache und da ich am liebsten mit Brennweiten um die 100 mm (auf Vollformat gerechnet) fotografiere, während Mobiltelefone gerne Weitwinkel mit umgerechnet etwa 28 mm haben, bleibt das Interesse an dezidierten Kameras bei mir noch eine Weile erhalten. Wie es scheint, bin ich nicht der einzige.

Nun haben einige von uns einmal vor vielen Jahren eine Kamera und im Laufe der Zeit viele Objektive gekauft. Wer Glück hat, hat damals Nikon oder Canon gewählt, obwohl die damals sehr teuer waren, auch vom Preis-Leistungs-Verhältnis. Von Leica, Zeiss, Pentax, Minolta und Olympus gab es auch gute Kameras und dazu gute Objektive von verschiedenen Herstellern. Nun sind zwei dieser Herstellerfirmen verschwunden. Pentax ist für relativ wenig Geld von Ricoh übernommen worden und wird als Marke noch weitergeführt. Minolta hat das Kamerasegment an Sony verkauft, eine Firma, die bei traditionellen Foto-Liebhabern keinen Namen hat, aber ihn sich jetzt wohl langsam erarbeitet. Leica und Zeiss waren schon lange preislich außerhalb der Reichweite für die meisten Anwender und auch für die meisten Profis nicht attraktiver als Canon und Nikon. Wer Freude daran hat und viel Zeit, kann einmal verfolgen, wie sich die Firmen, deren Besitzer, deren Herstellungsorte und die Marken jeweils in verschiedene Richtungen entwickelt haben. Und Olympus ist heute mehr durch Skandale als durch gute Produkte bekannt und wie Pentax vor der Übernahme ein Nischenhersteller geworden. Ein anderes Problem ist, dass Hersteller typischerweise ihre Objektivanschlüsse alle paar Jahre ändern. In den 70er Jahren konnte man einem anderen Fotograf anbieten, einmal ein Foto mit einem Teleobjektiv zu machen und dafür sein Weitwinkel ausleihen. Das förderte die Kommunikation und war praktisch. Oder man konnte in einer Gruppe reisen und sich absprechen, wer welche Objektive mitnimmt, weil das M42-Gewinde zwar ungemein unpraktisch, aber doch herstellerübergreifend genormt war. Ja. wer nicht mag, dass jemand seine Objektive oder Kameras berührt, wird das nicht verstehen… 🙂

Dann kamen die praktischen Bajonette und es wäre nötig gewesen, dass z.B. das MITI oder die damals schon existente (aber noch schwache) EU, eine Norm für die Bajonette herstellerübergreifend durchsetzt, was sie aber nicht getan haben. In diesem Fall bringt die Marktwirtschaft keine kundenfreundliche und umweltfreundliche Lösung hervor, sondern Hersteller erfinden jeder ihr eigenes Bajonett und wechseln das noch alle zehn Jahre, damit man mehr neue Objektive verkaufen und noch funktionierende wegwerfen kann. Oder man baut gleich eine Lebensdauerbegrenzung ein, die lange nach Ablauf der Garantie zuschlägt und teure Reparaturen oder Neukäufe erforderlich macht.

Eine gewisse positive Ausnahme war hier Pentax, die das K-Bajonett entwickelt haben und es großzügig an andere Hersteller lizenziert haben. Fast alle kleineren Hersteller, die nicht mit einem der anderen großen Hersteller verbandelt waren, haben K-Bajonett verwendet und so entstand eine größere Anzahl Hersteller, deren Objektive untereinander austauschbar waren. Außerdem hat Pentax sein Bajonett seit 35 Jahren zwar um neue Funktionen erweitert, aber doch immer die Kompatibilität zu allen früheren Generationen von Kameras und Objektiven sichergestellt. Der Sündenfall waren allerdings jetzt Objektive, die keinen Blendenring haben, sondern diese Einstellung von der Kamera beziehen und die damit nicht mehr an sehr alten Kameras benutzbar sind. Leider war der Markt für Pentax plus alle kleinen Hersteller zusammen irgendwann viel kleiner als Canon oder Nikon alleine. Gab es früher 30 Originalgetreue, ist das heute nur noch die Hälfte und man ist froh, dass reine Objektivhersteller noch eine Variante für K-Bajonett anbieten.

Aber wenn man viele Objektive hat, dann ist es einfach abwegig oder auch unmöglich, mal kurz den Hersteller zu wechseln und alles noch einmal zu kaufen. Oder auf die tollen Objektive einfach zu verzichten und sich mit dem einen großen Zoom anzufreunden, das alles abdeckt. Auch wenn viele Objektive nur selten verwendet werden. Ebay, Ricardo und andere Gebrauchthändler sind sicher praktisch, um nicht mehr neu erhältliche Teile zu ersetzen oder um überflüssige Teile zu verkaufen, aber weder findet man auf Anhieb, was man sucht noch kann man gute Preise beim Verkauf erzielen, von seltenen Ausnahmen abgesehen.

Nun haben früher die etwas ernsthafteren Hobby-Fotografen mit Spiegelreflexkameras gearbeitet und dabei Kleinbildfilm (24×36) verwendet. Ich tue das heute noch. Bis vor kurzem waren die photochemischen Kameras den digitalen noch in der Bildqualität und -auflösung überlegen, da sie etwa 20 Megapixeln entsprachen und noch den Vorteil boten, dass die Bilder bei Ausschnittsvergrößerungen nicht unter Drehung oder Perspektivkorrketur litten, weil die lichtempfindliche Schicht keine bevorzugte Rasteranordnung hatte. Aber man brauchte diese tollen Eigenschaften meist nicht und die Digitalfotografie war viel praktischer und auch für professionelle Ansprüche gut genug. Wer möchte einen professionellen Fotografen bezahlen, der Schwarz-Weiß- oder gar Farbfilme selbst entwickelt und abzieht, mit Ausschnittsvergrößerung und Perspektivkorrektur und dem vollen Programm? Wer hat sich das in den letzten Jahren geleistet?

Heute sind Digitalkameras so gut geworden, dass der Bereich, wo photochemische Kameras noch Vorteile bringen können, klein geworden ist und der einzige Grund, so etwas heute noch zu verwenden sind die hohen Preise für neue Highend-Digitalkameras und deren immenses Gewicht. Mechanische Kameras für „Vollformat“, also für Kleinbildfilm, wogen mit Objektiv 1980 unter 500 Gramm. Das waren nicht die von Canon, Nikon, Minolta oder Olympus, sondern die von Pentax, aber es ging und solche Kameras funktionieren noch nach über 30 Jahren mit zwei oder drei Reparaturen im Laufe der Zeit. Nun hat es technischen Fortschritt gegeben. Sagt man. Man braucht viel weniger Mechanik als bei einer Analogkamera. Und doch sind die Vollformatkameras von Nikon und Canon Gewichtsmonster, die niemand gerne den ganzen Tag herumschleppen möchte. Eigentlich sind es Studiokameras geworden, die man nur ein paar Meter weit tragen muss. Und für die Ferien „reicht“ eine kompakte Digitalkamera mit einem eingebauten Zoomobjektiv. Die sind sehr klein und machen Fotos in einer recht guten Qualität und kosten auch nicht viel. Und die Idee mit der Objektivsammlung und der Vollformatkamera ist in der Ecke der Profis und derjenigen, die sich als Hobby sehr teure Profiausrüstung gönnen wollen, gelandet.

Warum ist Vollformat überhaupt interessant? Für die Bildqualität ist ein größerer Sensor vorteilhaft, weil einerseits systembedingte Schwächen wie Rauschen sich weniger stark auswirken und andererseits die Abbildungsfähigkeit der Optik besser ausgenutzt wird, wenn man eine größere Fläche aufnehmen kann oder mit derselben Brennweite einen größeren Winkelbereich. Ein wichtiges Gestaltungselement ist die Tiefenschärfe. Oft ist es ideal, alles ziemlich scharf zu haben und dafür sind die kleinen Sensoren mit lichtschwachem Weitwinkelobjektiv, wie sie bei Mobiltelefonen vorkommen, recht stark. Es kann aber auch ein reizvolles Gestaltungselement sein, gezielt einen Teil des Bildes scharf zu haben und unwichtige Dinge etwas verschwimmen zu lassen. Mit Bildbearbeitung lässt sich da sicher einiges mogeln, aber das direkt so zu fotografieren ist einfacher und eleganter und gelingt meistens auch besser. Dafür sind aber Vollformatkameras oder noch besser Mittelformatkameras mit lichtstarken Teleobjektiven am besten geeignet. Nun kosten qualitativ hochwertige Mittelformatkameras mit Objektiven schon etwa ein Jahreseinkommen, sind also für die meisten Hobbyfotografen inexistent und auch für Profis nicht leicht zu rechtfertigen. Nicht jeder Profifotograf bewegt sich in den oberen Einkommensschichten.

Es wäre also interessant, wenn ein Anbieter mehr mit Vollformatkameras auf den Markt kommt. Sehr interessant wäre es, wenn diese nicht so klobig und schwer wären wie die von Nikon und Canon, und auch preislich etwas moderater. Und wenn die K-Bajonett-Objektive, auch die von 1980, noch passen. Nun gibt es seit vielen Jahren Diskussionen und „glaubwürdige“ Gerüchte, dass Pentax, also eigentlich Ricoh, so etwas bringen will. Vielleicht 2016. Grundsätzlich wäre auch ein andere K-Bajonett-Hersteller, wie z.B. Samsung, hilfreich, auch wenn da dann dasselbe Problem wie vor kurzem noch bei Sony zum Zuge käme, dass Samsung einfach noch kein glaubwürdiger Kamerahersteller ist.

Angeblich ist damit zu rechnen, dass der Sensor dann 50 Megapixel hat. Man hört auch von 25 Megapixeln, was vordergründig schon gut wäre. Existierende Objektive sind gebaut worden, als man von einer Auflösung ausging, die etwa 20 Megapixeln entsprach. Weiß jemand dazu genaueres, welche Abbildungsleistung man angestrebt und erreicht hat? Wenn die 50 Megapixel ohne andere Nachteile wie Rauschen erreicht werden, haben sie aber auch mit alten Objektiven Vorteile. Man stelle sich nur eine längere Berechnung vor. Es ist sinnvoll, die Zwischenergebnisse mit größere Genauigkeit zu rechnen und am Schluss das Endergebnis auf etwa so viele Stellen zu runden, wie man den Eingabewerten zutraut. So ist es auch hier. Ich will als Endergebnis ein Foto im Format von maximal DIN A2 haben, meistens 9×13 und öfter mal DIN A4. Und ich will JPG-Dateien mit <= 20 Megapixeln haben. Aber die Fotos sollen bearbeitet werden. Zum Beispiel gedreht werden, einer Perspektivkorrketur, Farbkorrektur und anderen Änderungen unterzogen werden. Und am Schluss auf ein gewünschtes Format skaliert werden, das auch 19 Megapixel sein kann. Da ist das Endergebnis auch bei einem Objektiv, das nur ca. 20 Megapixel schafft, besser, wenn der Sensor und die Zwischenergebnisse ca. 50 Megapixel haben. Und es spricht ja nichts dagegen, im Laufe der Jahre auch mal das eine oder andere Objektiv für 50 Megapixel optimiert dazu zu kaufen. Außer Indizien wird das Gerücht dadurch gestützt, dass neue Pentax-Objektive für Vollformat ausgelegt sind und eine komplette Umstellung in dieser Richtung im Gange sein soll. Neu: Nun findet man sehr offiziell auf Seiten wie pentax.com etwas dazu, es ist also offiziell und kein Gerücht mehr. Die Kamera wird K-1 heißen und wohl etwa 36 Megapixel haben. Klingt gut, jetzt schauen wir mal was sie wiegt und was sie kostet und wie die Qualität ist.

Hier ein paar Links dazu:

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