EU-Kommission: Deutschland wegen schlechter Luft am Pranger

EU-Kommission Deutschland wegen schlechter Luft am Pranger
(Frankfurter Rundschau 2018-01-31)

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Heise schreibt über Verkehrswende…

Die Verkehrswende beginnt – überall

Es ist auf jeden Fall interessant, darüber etwas zu lesen.

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Braunkohle

Braunkohle gibt es in vielen Ländern der Erde. Aber in Deutschland ist sie in mehreren Gebieten ziemlich verbreitet und wird auch in großem Stil abgebaut. Der amerikanische Präsident wurde zu Recht für sein Ende des „war on coal“ und den Ausstieg aus dem endlich erreichten Klimaabkommen von Paris kritisiert. Aber gerade die BRD ist heute in unnötig hohem Maße dabei CO_2 zu emittieren, einerseits durch eine Verkehrspolitik, die einseitig das Auto uns insbesondere das Rasen fördert und andererseits durch den Atomausstieg und den daraus resultierenden Kohleboom. Insbesondere Kohle verursacht allgemein hohe CO_2-Emissionen bei der Verbrennung, während bei Erdgas- und Erdölverbrennung Verbindungen mit Luftsauerstoff reagieren, die einen höheren Wasserstoffanteil gebunden enthalten, was dazu führt, dass ein kleinerer Teil der Emissionen CO_2 und ein größerer Teil Wasserdampf (H_2O) ist. Leider ist Braunkohle hier noch einmal ungünstiger, weil sie viel Wasser enthält, was einen Teil der Verbrennungsenergie für die Trocknung absorbiert. Warum nimmt man eigentlich nicht die Abwärme dafür? Außerdem enthält Braunkohle weniger Brennwert, man muss also bei der Verbrennung mehr Material durch den Ofen schleusen und erwärmen. Die CO_2-Emissionen pro Kilowattstunde sind also höher als bei Steinkohlekraftwerken und viel höher als bei Gaskraftwerken oder gar bei Kernkraftwerken, die natürlich auch nicht ganz CO_2-neutral sind. Außerdem werden dabei andere Schadstoffe freigesetzt, sogar Quecksilber in bedenklichen Mengen. Andere Emissionen (oder hier), wie Feinstaub und Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Stickoxide konnten durch Elektrofilter und Rauchgaswäsche reduziert werden, aber sie sind natürlich immer noch vorhanden. Allein aus diesen Gründen sollte man aus der Kohleverstromung und speziell aus der Braunkohleverstromung aussteigen. Ich denke, dass es immer noch besser ist, Kernkraftwerke als Kohlekraftwerke zu betreiben.

Nun kommt aber eine Absurdität dazu. War es bei der Steinkohle an Saar und Ruhr die absurde Subventionierung des Bergbaus mit riesigen Summen und die Arbeit der Bergleute in ungesunden und gefährlichen Bergwerken, sehen wir bei der Braunkohle eine Zerstörung ganzer Landstriche. Dörfer, Straßen, Wälder und landwirtschaftliche Flächen werden einfach weggebaggert und ein riesiges Loch angelegt. Das Grundwasser wird massiv abgepumpt, um in dem bis zu 400 m tiefen Loch arbeiten zu können. Flüsse werden verlegt und so ändert sich der Wasserhaushalt.

Es werden neue Straßen angelegt, die den Braunkohletagebau weiträumung und auch unmittelbar umgehen. Dort sieht man völlig bizarre und absurde Planungsmuster, die offenbaren, welche Verkehrsinfrastruktur das BRD-Regime sich vorstellt. Es werden fast nur Straßen mit Fahrradverboten gebaut und so reine Autozonen geschaffen, die Radfahrer nur mit großen Umwegen durchqueren können. Das Fahrrad wird zum reinen Sportgerät degradiert, mit dem man eine Runde fahren kann, aber nicht effektiv und schnell von A nach B kommen kann. Man kann sich vorstellen, dass die Autokonzerne sich diese Absatzförderung durch systematische Be- und Verhinderung des Fahrradverkehrs einiges kosten lassen, auch die eine oder andere Million in die Taschen der diversen Politiker.

Hierzu als Beleg ein Auszug aus einem Schreiben von „Straßen NRW“:
vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich einer Radwegeverbindung entlang der A44n in Nord-Süd-Richtung.
Bei der A44n zwischen den Autobahnkreuzen Jackerath und Holz handelt es sich um eine Ersatzverpflichtung für RWE aus dem Braunkohlenplan:
Die Bundesautobahn A44 wurde durch den Braunkohletagebau im Jahr 2005 in Anspruch genommen und vorab die A61n 6streifig ausgebaut, da diese den Umleitungsverkehr aufnehmen musste. Im Herbst diesen Jahres wird die A44n wieder hergestellt und zwar 6streifig, da ab 2019 die A61 zwischen den Anschlussstellen Jackerath und Wanlo für den Tagebau in Anspruch genommen wird. Die Ersatzverpflichtung besteht für RWE ausschließlich für die Wiederherstellung der Autobahnen.
Im Zuge der Rekultivierung der Tagebauflächen im Bereich Garzweiler II wird ein Flurbereinigungsverfahren durchgeführt. Hier ist auch die Anlage von Wirtschaftswegen und Hauptwirtschaftswegen unter anderem auch in Nord-Südrichtung vorgesehen. Dieses Verfahren führt die Bezirksregierung Düsseldorf in Abstimmung mit der Gemeinde Jüchen durch. Das Wirtschaftswegenetz geht nach Erstellung in das Eigentum der Gemeinde über. Dieses berücksichtigt sicherlich auch die Nutzung durch den Radverkehr.

Im Klartext: Das vor der Landschaftsbeseitigung vorhandene Straßennetz wird für Radfahrer ersatzlos beseitigt, es wird vage angedeutet, dass es irgendwann einmal ein Gebastel geben könnte, mit dem Ortskundige mit viel Zeit auf Umwegen und durch den Schlamm von Traktorspuren und Gülle noch das Gebiet durchqueren können. RWE schafft nur Ersatz für Autofahrer.

Dörfer werden in der Regel umgesiedelt, das heißt, dass ein entsprechendes Ersatzdorf in der Nähe gebaut wird. Das ist aber nie mehr dasselbe wie das vorige Dorf, so eine Umsiedlung funktioniert nicht. Das relativiert sich natürlich, weil viele von uns irgendwann ihre Heimatstadt oder ihr Heimatdorf verlassen, um einer Ausbildung oder einer Arbeit in einem anderen Ort nachzugehen oder weil man eine Partnerin oder einen Partner gefunden hat und einen gemeinsamen Wohnort. Trotzdem geht damit ein Stück Kultur verloren und viele Menschen verlieren ihre Heimat und ihr Umfeld.

Hinterher werden dann die Löcher gefüllt. Das ist möglich, wenn man den Abraum aus anderen Löchern nutzt, um das Volumen der abgebauten Kohle aufzufüllen. In einigen Fällen werden sogar künstliche Berge mit dem Abbaumaterial aufgeschüttet. Ein Teil der Löcher bleiben dann bestehen. Sie werden meist zu Seen, was aber ein Prozess ist, der Jahrzehnte dauert. Die Tagebaue in Garzweiler und Hambach sollen noch etwa bis 2040 in Betrieb sein und man schätzt, dass es danach bis etwa 2100 dauern wird, die Löcher zu füllen. Man könnte natürlich einen Kanal zum Rhein oder zu einem anderen großen Fluss in der Nähe bauen und sogar die Fallenergie mit einem kleinen Kraftwerk nutzen, aber das ist in extrem dicht besiedelten Gebieten teuer wird wohl kaum so geschehen. So bleibt für mindestens ein Jahrhundert eine zerstörte Landschaft.

Es wird Zeit, mit diesem Unsinn aufzuhören und den Braunkohleabbau zu beenden.

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Dieselskandal

Heute gibt es mal zwei Beiträge an einem Tag…

Ein paar Fragen zum Dieselskandal..

  • Warum werden die Fahrzeuge, die die gültigen Vorschriften für Neufahrzeuge verletzt haben, nicht stillgelegt?
  • Könnte man durch eine Geschwindigkeitsbeschränkung für die betreffenden Fahrzeuge den Effekt ausgleichen? Wenn ja, könnte man die betreffenden Fahrzeuge mit einem Aufkleber „100“, „90“, „80“, „70“ oder „60“ fahren lassen und die Einhaltung auch überwachen? Polizeikameras könnte die betreffenden Fahrzeugtypen oder Nummernschilder erkennen.
  • Wäre es nicht die Gelegenheit, jetzt Tempo 100 als maximale Obergrenze für die Geschwindigkeit auf allen Straßen in Deutschland einzuführen?
  • Wir hören, dass die Autofirmen sich untereinander abgesprochen haben, außer BMW, die den anderen vorwerfen, das gemeinsame Geheimnis auszuplaudern. Wie sehr steckten die Politiker schon vorher da mit drin?
  • Wurde mindestens nachdem es herausgekommen ist gemauschelt von Seiten der Politik?
  • Wie korrupt sind die deutschen Politiker? Sind dort größere Geldbeträge in die privaten Kassen dieser Politiker gezahlt worden?
  • Ist die Korruption in Deutschland ähnlich wie in Ländern, die dafür bekannt sind, nur eben stärker auf die „oberen Ebenen“ konzentriert?

Ich überlasse es dem Leser, sich eigene Gedanken dazu zu machen.

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Trumps 50 Infrastrukturprojekte

Wir haben alle gehört, dass Herr D. Trump Präsident der Vereinigten Staaten geworden ist und seine Sichtbarkeit in dieser Rolle ist durch einige unmittelbar wirksame Entscheidungen und durch seinen Twitter-Account noch größer geworden. Über Herrn Trump im Allgemeinen brauche ich nichts zu schreiben. Wer sich noch keine Meinung gebildet hat, dem empfehle ich seinen Twitter-Account zu lesen. Es ist überflüssig, dazu mehr zu schreiben.

Eine interessante Frage sind die so oft erwähnten Investitionen in die Infrastruktur. Hier ist von viel Geld die Rede und manchmal von 50 Projekten, die die höchste Priorität genießen sollen. US-spezifisch hat man sofort an 50 Straßenprojekte gedacht. Aber man kann die Liste der Projekte finden. Oder hier. Was überrascht:

  • Etwa gleich viele Bahn- wie Straßenprojekte. In Anbetracht des Nachholbedarfs des Schienenverkehrs in Nordamerika nicht ideal, aber doch überraschend.
  • Straße und Schiene machen zusammen weniger als die Hälfte der 50 Projekte aus
  • Viele Projekt für Dämme, Wasserwege, Stromleitungen und Windenergie
  • Das Bauen in den Vereinigten Staaten ist erstaunlich teuer. Die Second Avenue Subway kostet etwa eine Milliarde USD pro Kilometer. In Europa werden Preise von etwa 100 bis 150 Millionen erreicht, z.B. U4 in Hamburg.
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Umwelt und Vegetarier

Ein paar Gedanken dazu, wie sich Fleischkonsum und Umwelt miteinander verhalten….

Viele haben diesen oder ähnliche Filme gefunden, wo eine Katze einen jungen Vogel aus dem Nest frisst. Einige von uns finden so etwas inhuman und wollen dazu nicht beitragen, wobei man oft weniger an das Katzenfutter und an deren Jagdverhalten als an die menschliche Ernährung denkt. Ich habe das Gefühl, dass das ein häufiger Grund ist, Vegetarier zu sein. Ich möchte dem weder widersprechen noch zustimmen. Aber solche Szenen ereignen sich jeden Tag millionenfach, auch ganz ohne menschliches Zutun. Problematisch ist nur, dass wir in bewohnten Gebieten eine Katzendichte haben, die um ein Vielfaches höher ist als die Raubtierdichte in der Natur. Können dadurch seltene oder vom Aussterben bedrohte Vogelarten den letzten Schritt zu ihrer Ausrottung erfahren, wenn Katzen ihre Nester gelegentlich leerfressen? Oder gibt es außerhalb von Wohngebieten genug Rückzugsgebiete? Ich denke, dass Artenschutz zu recht ein Thema ist, dem man viel Beachtung schenkt, vielleicht nicht einmal genug.

Es gibt aber noch andere Aspekte. Fleisch zu essen ist ineffizient, weil man je nach Fleischart etwa zehn kg verfüttern muss, um ein kg Fleisch zu produzieren. Wir brauchen etwas Eiweiß als Teil einer ausgewogenen Ernährung, und so muss man etwas vorsichtig mit diesem Vergleich sein, weil nicht jedes Tierfutter genug pflanzliche Eiweiße enthält. Aber es ist doch so, dass dadurch Fläche in Anspruch genommen wird, die vielleicht Naturfläche sein könnte. Konkret hat die Landwirtschaft in mitteleuropäischen Ländern wie Deutschland und der Schweiz Fortschritte gemacht und kann trotz relativ hoher Besiedlungsdichte etwa die Bevölkerung ernähren. Allerdings wird viel Tierfutter importiert und gerade auch aus Ländern, die dafür Regenwälder roden, um landwirtschaftliche Anbaufläche zu gewinnen. Ironischerweise wird ausgerechnet sojahaltiges Tierfutter sehr gerne verwendet, das allerdings einen recht hohen Anteil an pflanzlichen Eiweißen aufweist.

Ein Aspekt ist kürzlich durch den Film Cowspiracy (deutsch) einem größeren Publikum bekannt geworden. Tiere produzieren Treibhausgase und zwar CO_2 (Kohlendioxid) und CH_4 (Methan). In diesem Film wurde behauptet, dass die Treibhausemissionen aus der Tierhaltung mehr als 50% der menschlich verursachten Treibhausgasemissionen ausmachen. Ich zweifle daran und halte 15-20% für einen realistischeren Wert. Das wird auch in den Wikipedia-Artikeln zu „Cowspiracy“ so geschrieben und mit Quellen belegt. Das heißt, dass man die großen Treibhausemittenten, Verkehr, Verbrennungskraftwerke und Industrie nicht vernachlässigen kann, sondern im Gegenteil deren Emissionen weiter vermindern sollte. Aber die Tierhaltung ist ein großer Posten und es ist aus Umweltgründen sicher gut, einen moderaten Fleischkonsum zu praktizieren oder vegan zu leben. Unter diesen Aspekt sind Milch, Eier, Fische u.ä. natürlich auch problematisch, weil es ja um die Tierhaltung, nicht die Tierschlachtung geht. Die Frage ist, ob man die Emissionen aus der Tierhaltung beeinflussen kann durch entsprechende Zucht, durch die Ernährung oder dadurch, dass man die Tiere im Stall hält und das Methan auffängt. Das CO_2 ist ein wesentlich schwächeres Treibhausgas und es ist hier auch nur Teil eines Kreislaufs, weil es wieder in Pflanzen eingebaut und gefressen wird, im Gegensatz zu den CO_2-Emissionen durch Verbrennen fossiler Rohstoffe.

Ich möchte aber in diesem Zusammenhang auch daran erinnern, dass unsere autofahrenden Freunde durch diese Tätigkeit einige Tiere überfahren. Eine grobe Abschätzung ist dass hierdurch bei typischem Fahrvolumen etwa ein Zehntel so viele Wirbeltiere sterben wie durch einen typischen Fleischkonsum. Das ist ein Wert auf den wir bei einer Diskussion vor über 20 Jahren einmal gekommen sind. Ich wäre interessiert daran, aktuelle und akkurate Zahlen hierzu zu lesen und möchte das mehr als eine qualitative Aussage und als Denkanstoß verstehen. Aber wer wirklich überzeugter Vegetarier ist und gleichzeitig viel Auto fährt, sollte darüber einmal nachdenken.

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Schweizer stimmen in Volksabstimmung gegen schnellen Atomausstieg

Zum Kontext: Die Schweiz verfolgt im Augenblick die Politik, bestehende Kernkraftwerke unbefristet zu betreiben, solange sie sicher sind, was gelegentliche Umbauten zur Einhaltung neuer Sicherheitsvorschriften beinhalten kann. Man spricht dabei von bis zu 60 Jahren.

Neu- oder Ersatzbauten sind nach der augenblicklichen Beschlusslage nicht zulässig.

Heute, 2016-11-27, fand eine Volksabstimmung statt. Es ging darum, einen beschleunigten Ausstieg aus der Kernenergie durch eine Beschränkung der Laufzeit auf 45 Jahre herbeizuführen. Dies wurde abgelehnt.

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Kernenergie

In Deutschland war die Kernenergie sozusagen Kernthema der sogenannten Umweltbewegung und speziell der Partei der Grünen, auch als sie sich längst nicht mehr für Umweltschutz interessiert haben. Da die CDU und SPD diese Standpunkte übernommen haben, steigt man nun quasi oppositionslos aus dieser Energieform aus.

Vor 30 Jahren fand das Unglück von Tschernobyl statt. Das ist eine Gelegenheit, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Ein Artikel in der NZZ ist meistens interessant.

Da ich hier oft über Umweltthemen schreibe und mir diese auch wichtig sind, könnte man meinen, dass ich auch gegen Kernenergie bin.
Wenn es um die Frage geht, ob man Kernkraftwerke durch Einsparungen exzessiver Energieverschwendung oder durch regenerative Energien ersetzt, ist das sogar zutreffend.
Ich halte aber die Kernenergie für sinnvoller als Verbrennungskraftwerke.

Tagebaue für Kohle verwüsten ganze Landstriche, Untertagebau gefährdet die Gesundheit der dort arbeitenden Kumpel. Man muss damit rechnen, dass für etwa 10 Tonnen Kohle, die in Zementfabriken, Kraftwerken, Hochöfen oder auf andere Art genutzt werden, eine Tonne unkontrolliert durch Brände in Gruben verbrennt und entsprechend Schadstoffe und Treibhausgase in die Atmosphäre entlässt. Bei der kontrolliert verbrannten Kohle kann man die Schadstoffe inzwischen recht gut herausfiltern, wenn man entsprechend Geld in die Hand nimmt, aber das Kohlendioxid als Treibhausgas aufzufangen und nachhaltig von der Atmosphäre fernzuhalten ist Utopie und wird es wohl noch lange bleiben. Ideen, das in Hohlräumen unter der Erde oder in tiefen Schichten der Ozeane zu speichern muss man skeptisch sehen, weil das die Freisetzung eventuell nur verzögert. Gaskraftwerke sind etwas besser in ihrer Treibhausbilanz, aber man darf dabei nicht vergessen, dass Leitungen auf tausenden von Kilometern kleine Lecks haben und Methan an die Erdatmosphäre abgeben. Das ist ein viel stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid, kann aber aufgrund der relativ kleinen Mengen, die verloren gehen, den Vorsprung des Erdgases vor der Kohle nicht ganz aufheben.

Es ist gut, einen europäischen Strommarkt zu haben und Strom aus Ländern mit viel Wasserkraft in solche mit hohem Verbrauch zu exportieren. Früher hatten in Norwegen viele Häuser Elektroheizungen, die in der Umweltbilanz relativ gut aussahen, weil sie mit Wasserkraft gespeist waren. Heute kann Norwegen den Strom stattdessen nach Mitteleuropa exportieren und dazu beitragen, dass dort weniger Kohlekraftwerke laufen müssen. So wird der Strom für die Heizung in Norwegen natürlich teurer und plötzlich hat er keine so gute Umweltbilanz mehr, obwohl sich innerhalb von Norwegen eigentlich nichts geändert hat.

Vielleicht gelingt es einmal in den Wüstenregionen der arabischen Länder in Nordafrika und auf der arabischen Halbinsel im großen Stil Solarenergie zu produzieren und nach Europa zu exportieren. Heute sind leider viele dieser Länder aber politisch nicht stabil genug, um so ein Projekt umzusetzen und um sich ganz auf diese Energiequelle zu verlassen.

Ein Teil der Energie in Europa und auch in anderen Weltgegenden muss auf mittlere Sicht noch aus Wärmekraftwerken gewonnen werden. Da ist die Kernenergie als emissionsarme Energieform heute eine gute Wahl oder sagen wir ruhig, das kleinere Übel. Das gilt insbesondere für die sogenannte Grundlast, also den Teil der Energie, den man ständig zur Verfügung haben will.

Ich halte die Frage des Klimawandels für wichtiger als die Frage des Kernenergieausstiegs und halte nicht viel davon, Kernkraftwerke durch Verbrennungskraftwerke zu ersetzen.

Ein Teilaspekt in Deutschland, den man erwähnen sollte, ist dass diese sogenannte „Energiewende“ sehr viel Geld kostet. Windenergie ist sehr unregelmäßig verfügbar, aber wird zu garantierten Preisen abgenommen. Aus der Solarenergie hat es auch einen Art Ausstieg gegeben und die im Bereich der Solarenergie tätigen Firmen in Sachen-Anhalt sind größtenteils verschwunden oder sehr klein geworden. Man kann Solarenergie auch mit importierten Solarzellen gewinnen, sollte dann aber aufhören davon zu reden, was für positive Auswirkungen deren Produktion auf den einheimischen Arbeitsmarkt hat. Man tut dabei so, als würde es nichts kosten, bzw. von den Konzernen finanziert, aber es schlägt auf die Strompreise durch, die dadurch besonders hoch geworden sind. Das mag attraktiv sein, als Anreiz, um Strom zu sparen. Aber es ist wichtig, die Preise von fossilen Brennstoffen, insbesondere Benzin, Diesel und Flugkerosin mindestens im gleichen Maße steigen zu lassen wie die Strompreise. Bahnverkehr ist zwar sehr energieeffizient, aber überwiegend auf die Energiequelle angewiesen, die besonders stark zur Finanzierung des Umstellung von Kernenergie auf etwas Windenergie und viele Verbrennungskraftwerke herangezogen wird.

Nur als kleine Randbemerkung: Ich wohne in ca. 5 km Entfernung von einem Kernkraftwerk. Von diesem füge ich hier ein paar Bild ein:

KKW Gösgen (CH)

Kernkraftwerk Gösgen

Heute ist ein guter Zeitpunkt, sich das Gesamtbild anzuschauen und abzuwägen, welche Möglichkeiten für die mittelfristige und langfristige Versorgung mit Elektrizität Gedanken zu machen. Es gibt viele Länder, die nicht über genügend Möglichkeiten verfügen, sich vollständig aus Wasserkraft oder anderen gut funktionierenden regenerierbaren Energiequellen zu versorgen. Dazu gehört Deutschland und trotz der Alpen mit viel Wasserkraft auch die Schweiz. In solchen Ländern sollte man die Kernenergie heute als wichtigen Teil der Stromversorgung nutzen.

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Bio-Treibstoff

Seit Jahren hört man häufig von der Idee, Treibstoff auf biologischer Basis herzustellen. Und es wird heute auch im großem Umfang praktiziert.

Ich denke aber, dass man dem mit einer gewissen Skepsis begegnen sollte.
Wenn nun landwirtschaftliche Produkte zu Energieträgern verarbeitet werden, generiert das eine große Nachfrage von der Ölindustrie oder von anderen Industrien auf landwirtschaftliche Produkte und Agrarland. Eine unmittelbare Folge ist, dass Lebensmittel teurer werden. In Industrieländern spielt das nur eine vernachlässigbare Rolle. In Ländern, die überwiegend von Entwicklungshilfe leben, ist es vielleicht auch egal. Aber in viele ärmeren Ländern werden dadurch Grundnahrungsmittel merkbar knapper und teurer.

Nun bestehen die Pflanzen bei Agrarprodukten typischerweise aus einem verwertbaren Anteil, der oft unter anderem viel Stärke und Zucker oder vielleicht pflanzliche Öle und Fette enthält, und aus einem Anteil, der verbrannt, untergepflügt oder einfach liegengelassen wird und der überwiegend aus Zellulose besteht. Zellulose kann man gut verbrennen, aber die Prozesse, um daraus andere Substanzen zu gewinnen, sind schwieriger und teurer, weshalb man lieber die essbaren Anteile zu Treibstoff verarbeitet.

Ein weiterer Aspekt ist, dass Landwirtschaft zum Teil sehr intensiv betrieben wird. Man benötigt z.B. Dünger, Chemikalien zur Bekämpfung von Unkraut und Schädlingen, Landmaschinen, Bewässerung und Entwässerung. Dies benötigt alles viel Energie in der Herstellung und im Betrieb. Dass die Energiemenge, die man braucht, um die Rohstoffe für eine Tonne Biotreibstoff herzustellen, mehr als einer Tonne Treibstoff entsprechen, sehe ich erstmal als eine unüberprüfte Polemik an, aber man sollte diese Frage genauer untersuchen.

Man könnte die landwirtschaftlichen Produkte, die zu Treibstoff verarbeitet werden, vom Biobauern beziehen, aber ich denke, dass das nicht konkurrenzfähig ist.

Man kann sie aus extensiverer Landwirtschaft beziehen. Aber dafür muss dann anderswo Landwirtschaft intensiviert werden oder weitere Flächen in Anspruch nehmen, um genügend Lebensmittel herzustellen. Man sollte also diesen Biosprit als zusätzliche Nachfrage ansehen, die aus den problematischsten und intensivsten Landwirtschaften stammt.

Gänzlich absurd wird es, wenn man Regenwald abholzt, um Palmöl anzubauen und daraus Biodiesel herzustellen.

Ich denke, dass der richtige Weg ist, den Energieverbrauch tatsächlich zu senken. Wir sollten unseren Verkehr auf mehr öffentliche und mehr nicht-motorisierte Verkehrsmittel umstellen. Oder auf weniger motorisierte Verkehrsmittel. Elektrobikes sind vor allem deshalb umweltfreundlicher als Motorräder, weil sie weniger PS haben.

Aber die Idee, aus Pflanzen Kohlenwasserstoffe zu gewinnen, hat sicher langfristig gesehen Potential, vor allem, wenn man den Zelluloseanteil dafür verwendet. Öl, Gas und Kohle lassen sich nicht nur verbrennen, sondern es lassen sich daraus auch viele Stoffe herstellen, die wir benötigen, z.B. Dünger, Agrochemikalien, Kunststoffe und vieles mehr, sogar Lebensmittel.

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Druckertinte und Kaffeekapseln: Beispiele für ein Geschäftsmodell

Wer heute einen Drucker kauft, bekommt ihn mit Tinte, damit man sofort damit arbeiten kann. Und meistens ist der Preis recht günstig.
Leider ist die Tinte dann schnell leer. Manchmal ist sie rein mechanisch gesehen nicht leer, aber die Druckersoftware findet, dass man eine bestimmte Anzahl von Seiten gedruckt hat und dann neue Tinte fällig ist. Die ist dann leider nicht billig. Besonders extrem ist es bei preisgünstigen Tintenstrahldruckern, während bei Laserdruckern insbesondere bei Schwarzweiß und auch in den gehobeneren Preisklassen durchaus auch ein Markt existiert, der auf die Druckkosten pro Seite im langfristigen Betrieb reagiert, so dass die Tinte dann doch für viele Seiten reicht. Es gibt heroische Anbieter, die Recycling mit alten Druckerpatronen betreiben und dann mit günstigeren Angeboten am Markt sind, während die Druckerhersteller alles dran setzen, mit juristischen und propagandistischen Mitteln das Aufkommen alternativer Anbieter zu verhindern. Man druckt ja dann sozusagen schwarz, weil man den Drucker eigentlich erst über die Tinte bezahlt.

Bei den Kaffeemaschinen ist es ähnlich. Es gibt diese tollen Maschinen mit Kapseln. Die kosten recht wenig, man kann sie spontan kaufen, ohne über den Preis nachzudenken. Die Kapseln kosten dann in der Schweiz so 0.60 CHF, also ca. 0.55 EUR. Das ist viel für eine Tasse Kaffee. Richtig viel auf die Jahre gerechnet, aber im Kleinen tut es nicht weiter weh. Auch hier gibt es alternative Anbieter, z.B. bei Aldi, die weniger als die Hälfte kosten und auch funktionieren. Angeblich schmecken sie schlechter und ruinieren die billige Kaffeemaschine. Eine interessante Idee ist auch eine wiederverwendbare Kapsel, in die man selber Kaffee einfüllen kann… Ja, es unterläuft den „Komfort“ der Lösung. Auch hier gibt es professionelle Maschinen. Die werden mit Kaffeebohnen befüllt und mahlen die bei Bedarf. Sie kosten richtig viel, aber auf die Dauer wird es billiger, wenn man viel Kaffee trinkt und wenn man nicht so interessiert daran ist, eine große Auswahl an Kaffeesorten zu haben, denn da hat man nur eine Sorte…

Interessant sind diese Modelle, weil sie im Grunde genommen versuchen, den Käufer zu täuschen. Das ist nicht verboten, denn das System ist ja durchschaubar und man hat die Wahl. Die Modelle sind aber auch fragil, weil alternative Anbieter für die Verbrauchsprodukte in den Startlöchern stehen oder sogar schon am Markt sind. Solange sie mit besserer Qualität, besserer Werbung oder besserem Verkaufsservice klein gehalten werden, ist dagegen nichts einzuwenden. Problematischer ist der juristische Weg, wobei es sicher in gut begründeten Fällen auch dafür eine Rechtfertigung geben kann. Es wäre aus Konsumentensicht besser, wenn z.B. Kaffeemaschinen und Kapseln genormt wären und man beliebige Kaffeemaschinen dieses Typs zu kostendeckenden und profitablen Preisen kaufen könnte und die Kapseln auch.

Bei Druckern und auch bei Kaffeekapseln sei auch die Frage erlaubt, warum so viel weggeworfen werden muss.

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