Klimaerwärmung: europaweit denken

Im Rahmen der Diskussion um Klimaerwärmung sind wir bestrebt, Emissionen von Treibhausgasen, z.B. CO_2 und CH_4 zu vermindern.

Oft erlebt man dort, dass z.B. jemand aus dem Kanton Schaffhausen in der Schweiz sagt, dass das Problem für ihn gelöst sei, weil der Kanton Schaffhausen seinen ganzen Strom aus Wasserkraft beziehen kann.

Letztlich leben wir aber alle in derselben Atmosphäre und wenn der Kanton nun wenig Treibhausgase emittiert, aber in anderen europäischen Ländern massiv mit Braunkohle, Steinkohle, Erdgas, Öl oder gar Torf Strom produziert wird, dann ist für uns alle nicht viel gewonnen. Erfolge lassen sich erzielen, wenn die Verbrennungskraftwerke abgeschaltet werden oder zumindest weniger häufig betrieben werden.

Wenn man also in Ländern und Regionen, die im Überfluss CO_2-arme oder CO_2-freie Stromproduktion haben, Strom effizient nutzt und an andere Regionen oder Länder exportiert, die dann ihre Dreckschleudern weniger intensiv nutzen müssen, dann ist für alle viel gewonnen.

In früheren Jahren war es unproblematisch, in Norwegen mit Strom zu heizen, der umweltfreundlich aus Wasserkraft gewonnen worden ist. Denn Norwegen war bezüglich des Stromnetzes eine Insel und man konnte Strom nur in Form von energieintensiven Produkten, z.B. Aluminium, exportieren oder mit Schweden austauschen, das auch weitgehend CO_2-frei Strom produziert. Dann sind aber leistungsfähige Übertragungsleitungen unter Nord- und Ostsee gebaut worden, die es erlaubt, Strom zu exportieren. Dadurch wurde Norwegen mit dem Rest von Europa (außer Island) eine Einheit und der Stromabnehmer in Norwegen musste mit dem beim Export erzielbaren Preis konkurrieren. Konkret wurde Strom teuer und die Elektroheizungen wurden preislich „bestraft“. Für Norweger zum Teil schwer verständlich, aber wenn man das Gesamtsystem betrachtet, genau richtig. Wenn dünn besiedelte Länder mit viel Wasser-, Wind- oder Sonnenenergie Strom exportieren und dicht besiedelte Länder ohne viel Wasserkraft Strom importieren, statt Kohlekraftwerke zu betreiben, ist das eine gute Gesamtlösung, die man so nicht erreichen kann, wenn jedes Land für sich als Einheit funktioniert, zumindest nicht ohne massiven Ausbau der Kernenergie, der zur Zeit nicht stattfindet.

Man sollte also bei diesem Thema unbedingt europaweit denken. Und es gibt Optimierungen, die vorteilhaft sind, wenn es keine Kohlekraftwerke mehr gibt, die aber kontraproduktiv sind, solange Kohlekraftwerke noch so einen großen Teil der Stromproduktion liefern.

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Gletscher in Europa

Wenn wir an Gletscher in Europa denken, fallen uns womöglich zuerst jene in den Alpen ein, einfach weil die präsent und vielleicht auch erreichbar sind. Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die nicht nur im weltweiten, sondern auch im europäischen Maßstab relativ kleine Gletscher sind, die entsprechend stark von der Klimaerwärmung betroffen sind und wahrscheinlich in den nächsten Jahrzehnten stark schrumpfen und letztlich weitgehend verschwinden werden. Die größten Alpengletscher bedecken heute eine Fläche von maximal 82 km² beim Aletschgletscher und das Volumen wird mit 15.4 km³ angegeben. In den ganzen Alpen waren 1970 etwa 2900 km² von Gletschern bedeckt, wovon heute noch etwa 2/3 übrig sind. Der Schwund ist also nicht im Millimeterbereich, sondern drastisch und vor Ort eindrucksvoll nachvollziehbar. Und ja, es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es am Klimawandel liegt und dass dieser in dem Umfang durch menschengemachte Treibhausgasemissionen zustande kommt, auch wenn Onkel Donald und einige andere das in Frage stellen.

Nun findet man auf dem Festland in kleineren und südlicheren Hochgebirgen einzelne Gletscher, im Kaukasus auch im größeren Umfang. Ein weiteres Gebiet auf dem europäischen Festland mit vielen und großen Gletschern ist Norwegen. Die Gesamtfläche ist mit 2600 km² etwas größer als heute in den Alpen, jedoch sind einzelne Gletscher sehr viel größer. Die größten Gletscher auf dem norwegischen Festland bedecken Flächen von 487 km² (Jostedalsbreen), 221 km² (Vestre Svartisen) und 148 km² (Østre Svartisen) und 214 km² (Folgefonna).

Wirklich andere Größenkategorien findet man jedoch auf einigen europäischen Inseln, wo einzelne Gletscher jeweils mehr Fläche bedecken als alle Gletscher auf dem norwegischen Festland und in den Alpen zusammen. Wahrscheinlich bedecken sie sogar mehr Fläche als alle Gletscher auf dem europäischen Festland zusammen. Dies sind Gletscher im weiteren Sinne, weil zum Teil zwischen Eiskappen und Gletschern unterschieden wird und Eiskappen oft mehrere Gletscherzungen haben. Aber hier bleiben wir bei dem Wort Gletscher als Oberbegriff für alle.

Auf Svalbard (Spitzbergen) findet man Austfonna mit 8120 km² und 1900 km³ und Olav-V-Land mit 4150 km².

Auf Island findet man Vatnajökull mit 7900 km² und 3100 km³, Langjökull mit 953 km² und 195 km³ und Hofsjökull mit 925 km² und 208 km³.

Auf Nowaja Semlja hat der größte zusammenhängende Gletscher auf der Nordinsel 19800 km² und wird an Fläche nur von den Eisschilden Grönlands und der Antarkis übertroffen.

Auf Sewernaja Semlja hat der größte Gletscher 5570 km², allerdings gehört das schon zu Asien.

Man sieht also, dass die Alpengletscher im europäischen Vergleich verschwindend klein sind, sobald man Island, Nowaja Semlja und Spitzbergen einbezieht, die alle zu Europa gehören.

Es ist erstaunlich schwierig, im Web zuverlässige, aktuelle, vollständige und genaue Informationen über Gletscherflächen und Volumen pro Gebirge oder Kontinent zu finden. Dafür muss man wahrscheinlich in wissenschaftlichen Papers suchen, was den Rahmen eines Blog-Artikels sprengt.

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Quelle Openstreetmap
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Großer Aletsch Zoom 11

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Folgefonna Zoom 11

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Svartisen Zoom 11

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Jostedalsbreen Zoom 11

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Gletscher auf Svalbard (2) Zoom 11

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Vatnajøkull Zoom 11

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Großer Aletsch Zoom 8

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Svartisen Zoom 8

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Jostedalsbreen Zoom 8

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Gletscher auf Island Zoom 8

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Gletscher auf Svalbard Zoom 8

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Nowaja Semlja Zoom 8

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Datteln 4

Das Kohlekraftwerk Datteln 4 ist seit kurzem fertiggestellt worden und könnte in Betrieb genommen werden.

Es ist grundsätzlich falsch, heute noch Kohlekraftwerke zu bauen. Und so ist es nicht überraschend, dass Fridays for Future gegen die Inbetriebnahme Widerstand leistet.

Nun sollte man aber lieber zielorientiert arbeiten.

Wir wollen weniger Treibhausgasemissionen (hauptsächlich, aber nicht nur \mathrm{CO}_2, auch \mathrm{CH}_4, \mathrm{N}_2\mathrm{O} und einige andere).

Es gibt nun ein paar Bereiche, aus denen die Treibhausgase stammen und wo man auch etwas ändern kann.

In Deutschland sind das vor allem die Stromproduktion und der Verkerhsbereich. In der Schweiz taucht die Stromproduktion nicht so weit oben auf, weil die Elektrizität überwiegend aus Wasserkraft und aus Kernkraftwerken stammt.

Aber Datteln 4 liegt in Deutschland. Wie kann man am meisten erreichen?

Machen wir ein Gedankenexperiment. Es wird Strom verbraucht und auch geliefert. Strom wird importiert, exportiert u.s.w. Es gibt also in Deutschland und in den Nachbarländern Kraftwerkskapazitäten.

Nun können wir Datteln 4 gleich wieder abreißen. Man hätte es ja nicht bauen sollen. Dann emittiert es kein \mathrm{CO}_2. Der Strom kommt dann auch Braunkohlekraftwerken und Steinkohlekraftwerken im In- und Ausland, die wahrscheinlich mehr \mathrm{CO}_2 emittieren. Wir können uns vorstellen, dass der Strom von Wasserkraft, Windgeneratoren, Solarenergie oder wenigstens von Gaskraftwerken kommt. Von denen gibt es aber keine großen brachliegendenen Kapazitäten, das heißt, dass wir z.B. Strom von Wasserkraft importieren, aber dafür anderer Strombedarf mit Braunkohle gedeckt wird.

Wir sollten von den heute vorhandenen und in Betrieb befindlichen Kraftwerken beurteilen, wie umwelt- und klimaschädlich sie sind. Das sollte auch die einschließen, die mit minimalem Aufwand wieder in Betrieb zu nehmen sind.

Es gibt eine klare Rangordnung:

Torfkraftwerk, Braunkohlekraftwerk, Steinkohlekraftwerk, Ölkraftwerk, Gaskraftwerk, Kernkraftwerk und erneuerbare Energien. Ältere Kraftwerke sind oft schlechter als neuere. Und auch Kernkraftwerke und erneuerbare Energien sind nicht 100% \mathrm{CO}_2-frei. Z.B. braucht die Herstellung von Stahl, Aluminium, Beton, Kunststoff und Glas auch Energie.

In Anbetracht der hohen Priorität des Themas sollte man nun alle Kernkraftwerke, die sich noch mit halbwegs realistischem Aufwand betriebsfähig machen lassen oder weiter betreiben lassen, und die alternativen Energiequellen so gut wie möglich nutzen. Von den Verbrennungskraftwerken sollten man zuerst alte Braunkohlekraftwerke und Torfkraftwerke, soweit sie noch existieren, stilllegen. Dann neuere Braunkohle und ältere Steinkohle u.s.w. Wobei die reale Liste gemessen werden kann mittels Treibhausgasemissionen pro erzeugter elektrischer Energie. So kann das ganze in ein rationales und ökonomisches Modell gegossen werden. Konkret sollte man aber Datteln 4 in Betrieb nehmen, es aber möglichst bald stilllegen, wenn man genug alternative Energien hat, um aus der Kohleenergie auszusteigen. Hoffentlich vor 2038. Aber heute ist es viel dringender, Braunkohlekraftwerke stillzulegen und mit diesen absurden Tagebauen aufzuhören.

Und nun kommen wir noch zum Verkehrsbereich. Dort lässt sich einiges an Maßnahmen machen, um mehr Verkehr von MIV und Flugzeug auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel wie Bahn, ÖPNV und Fahrrad zu verlagern und auch für den MIV die Emissionen zu vermindern. Es wird Zeit für eine Geschwindigkeitsbeschränkung im Bereich von 100, 110 oder maximal 120 km/h. Es wird Zeit, keine neuen Straßen mehr zu bauen, die nur für Autos sind und Fahrradverbote zu hinterfragen und die Radwegbenutzungspflicht abzuschaffen. Und es wird Zeit, Bahnstrecken auszubauen und zu elektrifizieren. Und es wird Zeit, steuerliche Benachteiligungen des Bahnverkehrs gegenüber dem Flugverkehr zu beseitigen. Es gibt auch im Verkehrsbereich viel zu tun und die Ideen sind grundsätzlich bekannt.

Kurz gesagt, die Merkel-Regierung trägt mit dem Auto-Fanatismus, Kohle-Fanatismus und dem hastigen Kernenergieausstieg eine Hauptschuld, dass Deutschland bezüglich Treibhausgasemissionen im europäischen Vergleich eine wahre Dreckschleuder ist.

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Kohlekraftwerke verbreiten Radioaktivität

Eine Tatsache, die lange Zeit wenig beachtet wurde, ist dass Kohlekraftwerke erhebliche Mengen an Radioaktivität in der Umwelt verbreiten. Im Normalbetrieb ist das wesentlich mehr als bei Kernkraftwerken.

Woran liegt das? In der Natur kommen radioaktive Elemente vor, z.B. Uran, Thorium, Radium oder auch das radioaktive Kalium 40 (^{40}{\mathrm K}). Alle Lebewesen sind leider auf das Kalium angewiesen sind und müssen so mit dessen Radioaktivität leben. Man könnte natürlich mit Kalium wie mit Uran eine Isotopentrennung machen und dann Kunstdünger mit wesentlich weniger radioaktivem Kalium herstellen und für sehr viel Geld für Superreiche Chemo-Food herstellen, die die Radioaktivität aus dem Kalium teilweise vermeidet… Aber die Lebewesen dieser Erde leben mit dem Kalium in der Isotopenmischung, wie sie auf der Erde vorkommt seit es sie gibt.

Mit dem Kalium und radioaktiven Spurenelementen aus der Kohle verbreitet sich auch Radioaktivät im Umfeld der Kohlekraftwerke und Tagebaue. Das ist nicht unerheblich, aber natürlich nicht das einzige und wohl auch nicht das größte Problem der Kohlekraftwerke.

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Braunkohleausstieg vor Kernenergieausstieg

Wir haben in Deutschland trotz des „Atomausstieg“ noch einige Kernkraftwerke in Betrieb, die (Stand Mai 2019) zusammen 9’444 GW intallierte Leistung aufwiesen.

Anstatt den Ausstieg aus der extrem umwelt- und klimaschädlichen Braunkohle zu forcieren, sollen diese letzten Kernkraftwerke innerhalb der nächsten drei Jahre außer Betrieb genommen werden. Kernenergie ist auch nicht komplett \mathrm{CO}_2-neutral, aber sie ist in dieser Hinsicht auf jeden Fall besser als Kohle, insbesondere als Braunkohle.

Sinnvoll wäre es, erst einmal den Braunkohleausstieg in den nächsten 3-4 Jahren zu forcieren und wenigstens die noch vorhandene, in Betrieb befindliche und verfügbare Kernkraftwerkskapazität noch mindestens bis nach dem Braunkohleausstieg zu betreiben, um nicht durch unnötige Engpässe den Braunkohleausstieg zu verzögern. Genau das passiert nämlich im Moment, wo man den Braunkohleausstieg bis 2038 hinauszögern will. So werden weiter Dreck und Treibhausgase produziert, Dörfer und Kulturlandschaft vernichtet und Flächen auf Jahrzehnte hinaus verwüstet. Deutschland generiert mehr \mathrm{CO}_2 pro Jahr als Frankreich und Italien zusammen. Es gibt daher leider keinen Anlass, sich selbst wegen Fortschrittlichkeit im Umweltschutz selbst auf die Schulter zu klopfen.

Über Sinn und Unsinn des Kernenergieausstiegs will ich mich hier nicht äußern, das habe ich bereits getan. Man kann durchaus Kernenergie und Kohlegegner gleichzeitig sein. Und fast jeder wird regenerative Energiequellen (Wasserkraft, Wind, Solarenergie) vor Kernenergie und Kohleenergie bevorzugen, wenn sie nur einigermaßen vernünftige Voraussetzungen erfüllen. Aber man sollte die Klimakrise ernst nehmen und die Priorität auf den Kohleausstieg, besonders den Braunkohleausstieg, legen.

Ich weiß, dass das Thema in Deutschland emotional sehr aufgeladen ist. Die Bekämpfung der Kernenergie war jahrzehntelang das bei weitem dominierende Thema in großen Teilen der deutschen Umweltbewegung. Man könnte meinen, dass es als eine Art „Honeypot“ gewirkt hat, um von anderen Umweltproblemen (z.B. Verkehr, Kohlekraftwerke) abzulenken. Gerade der Verkehrsbereich ist bei der Schweizerischen Umweltbewegung ein großes Thema, in Deutschland aber höchstens sehr am Rande. Beim Kernenergieausstieg bis 2022 einen Rückzieher zu machen, wäre sicher ein Prestigeverlust für die deutschen Kernenergiegegner. Aber man sollte auch als „Umweltbewegung“ vielleicht einmal die richtigen Prioritäten überdenken. Umweltschutz und dessen richtige Priorisierung sollte vor Prestige kommen.

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Klimaerwärmung

Obwohl die Klimaerwärmung heute weitgehend als Tatsache wahrgenommen wird, gibt es doch Skeptiker, die meinen, dass der menschengemachte Effekt vernachlässigbar sei, gar nicht existiere oder zumindest keinerlei negative Auswirkungen habe. Sogar der Präsident der Vereinigten Staaten, „Onkel Donald“, stößt in dieses Horn. Und natürlich großzügige Geldgeber, deren Geschäftsinteressen davon betroffen sind.

Interessanterweise trifft man oft europäische Klimaerwärmungsskeptiker, die diese ganze Idee mit der Klimaerwärmung für Ami-Kram halten. In den Vereinigten Staaten seien Leute wie Al Gore angeblich unheimlich mächtig und haben ein milliardenschweres Business aufgebaut, das Öl-, Auto-, Kohle- und Flugzeugindustrie völlig in den Schatten stellt. Und Trump und Bush sind dann in dieser Logik Reformer, die dort mit ihrer Klimaerwärmungsskeptis europäische Gedanken in den typisch-amerikanisch grünen Sumpf einbringen.

Man mag darüber sich seine eigene Meinung bilden, aber es ist Grund genug, auf diese Thematik einmal einzugehen. Zum richtigen Verständnis, die Klimaerwärmung ist nicht das einzige relevante Umweltthema, mit dem man sich befassen sollte, aber sicher ein wichtiges Thema.

Abgesehen davon, dass man in den frühen 70er Jahren dachte, es drohe eine neue Eiszeit, war das Thema ja schon lange präsent und wurde irgendwo in der Ferne wahrgenommen und gewann an Gewicht. Mich persönlich hat ein Vortrag von Atsumu Ōmura anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der ETH Zürich letztlich vollends überzeugt. Der Vortragende war zweifelsfrei integer und wissenschaftlich auf einem hohen Niveau. In dem Vortrag hat er dargelegt, dass an der menschengemachten Klimaerwärmung kein Zweifel bestehen kann. Diese betrug 2005 im Durchschnitt auf der ganzen Erde 0.8 Grad und in der Schweiz sogar ungefähr 2. Es überrascht nicht, dass die Klimaerwärmung sich ungleichmäßig auf die Erde verteilt und vielleicht sogar vereinzelte Gebiete davon (noch) nicht betroffen sind.

Nun ist das Thema durch Fridays for Future und Greta Thunberg noch einmal präsenter geworden und das ist gut so. Wir sollten trotzdem nicht vergessen, dass es nicht das einzige Umweltthema ist, dem man Aufmerksamkeit schenken sollte. Manchmal konkurrenzieren sich Umweltthemen, z.B. wenn man meint, aus Umweltschutzgründen aus der Kernenergie aussteigen zu müssen und diese dann zu einem großen Teil durch Kohlekraftwerke ersetzt (so geschehen in der BRD)

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Mehrwertsteuer Rückerstattung: versteckte Förderung von Auto und Flugzeug

Wer in der Nähe einer Zollgrenze wohnt, kennt das Thema. Man kann auf der anderen Seite der Grenze einkaufen und bekommt die Mehrwertsteuer zurück, wenn man sich die Ausfuhr an der Grenze bestätigen lässt. Das sind z.B. in Deutschland 19%. Man muss im Land, wo man wohnt, die Mehrwertsteuer zahlen, aber nur oberhalb einer gewissen Freigrenze.

Nun muss man an der Grenze Zollbeamte finden.

Das funktioniert am besten auf der Straße. Man wählt einen Grenzübergang, der 24 Stunden offen hat oder zumindest jetzt gerade offen ist. Eine Unart ist, dass oft der einzige Übergang, der 24 Stunden offen hat, eine Straße mit Fahrradverbot ist. Mit dem Auto geht es am besten.

Auch im internationalen Flughafen findet man immer jemanden vom Zoll, man muss nur suchen, weil der normale Weg vom Flughafeneingang zum Gate da nicht so direkt vorbeiführt wie bei den Taxfree-Einkaufsparadiesen, die auch mehrwertsteuerfrei, aber dafür mit den Preisen so zulangen, dass es sich wegen der Preise nicht wirklich lohnt. Und bei der Ausreise hat man meist noch etwas Zeit übrig. Zum Einkaufen oder eben zum Besuch beim Zoll.

Mit dem Fahrrad kann man Pech haben, dass die Grenzübergänge, wo Zollbeamte anzutreffen wären, gerade zu sind. Und man trifft nun an den Übergängen mit Fahrradverbot genau mit 100% Wahrscheinlichkeit Polizei oder Zoll, die einem Stress machen. Man kann aber auch Glück haben, dass es einen Übergang ohne zu große Umwege gibt, wo Zoll anwesend ist und wo man auch kein Fahrradverbot hat.

Für Bahnfahrer sieht es ganz schlecht aus. Früher kam der Zoll im Zug vorbei. Das ist vorbei. Oder kommt nur noch sehr selten vor, man kann damit nicht rechnen. Man kann in Basel Badischer Bahnhof aussteigen, dort den Zoll finden und dann einfach mit dem nächsten Zug weiterfahren. Früher ging das auch in Schaffhausen, aber das ist vorbei. Der Zoll im Baseler Bahnhof hat aber nur sehr reduzierte Öffnungszeiten.

Es geht hier durchaus um größere Summen. Wenn ein Einkauf von 300 EUR fast 60 EUR Mehrwertsteuer enthält, dann ist das schon ein gewichtiger Faktor bei der Verkehrsmittelwahl. Und die Bahn ist da total im Nachteil, weil man als Bahnreisender fast keine Chance hat, das zu bekommen. Als Radfahrer manchmal. Und als Flug- oder Autoreisender immer.

Ich denke, hier sollte man sich dafür einsetzen, dass entweder Autobahnen jeweils an der letzten Abfahrt vor der Grenze zu normalen Straßen werden, die alle benutzen dürfen oder dass eine parallele Straße ohne Fahrradverbot eine mindestens so lange geöffnete Zollstellen hat wie die Fahrradverbotsstraße. Und dass auch Bahnreisende diese Möglichkeit wieder bekommen, nicht nur in Basel Bad Mo-Fr von 9:00 bis 18:00.

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Wie weiter mit den verwüsteten Braunkohleabbaugebieten

Durch Braunkohleabbau sind viele Gebiete verwüstet worden.

Am Ende wird ein Teil der Löcher gefüllt und in unbewohnte Landwirtschaftsfläche umgewandelt. Ein Teil soll zu tiefen Seen werden. Das Auffüllen der Seen dauert in der Regel Jahrzehnte, es ist also für die meisten heute lebenden Menschen ein Leben lang in einer Art Baustellenzustand und unsere Enkel könnten tatsächlich diese Seen einmal vorfinden.

Verkehrswege, die es vorher gab, werden nicht wieder hergestellt, mit Ausnahme von Autobahnen und Feldwegen zur Erschließung der Landwirtschaftsflächen. Die Gebiete bleiben unbewohnt.

Ein paar Fragen stellen sich nun aber.

Warum wird die Wiederherstellung der Verkehrswege zu einer Autoförderungsmaßnahme gemacht? Warum sollen Radfahrer den Braunkohlebergbau durch die Beseitigung von guten Verkehrswegen subventionieren?
Sinnvoll wäre es, hier Verkehrswege primär für moderne Verkehrsmittel zu bauen, also etwa im Verlauf von Straßen, die früher das Gebiet kreuzten Radschnellwege zu bauen, auf denen Radfahrer hindernisfrei und autofrei auf dem kürzesten Weg das Gelände durchqueren könnten, zumindest die Teile, die aufgefüllt werden. Radschnellwege zu bauen, ist sehr teuer, aber vor allem, weil Dämme, Einschnitte, Brücken, Tunnel u.s.w. viel kosten. Wenn man aber ein flaches Gelände ohne Wohngebiete hat, das nur von vereinzelten Feldwegen durchquert wird, braucht man viel weniger Kunstbauten und kann das Gelände kostengünstig erwerben.

Statt Seen anzulegen gäbe es auch die Möglichkeit, Pumpspeicherwerke zu bauen, die die Braunkohlelöcher als Speicher nutzen. Man könnte endlich einmal richtig viel Kapazität an Pumpspeicherwerken haben, was sonst nicht möglich ist. Aber sowohl für das Anlegen der Seen als auch für das Füllen der Pumpspeicher und im Fall von Pumpspeichern auch für das Abführen von überflüssigem Wasser wären Wasserleitungen mit großer Kapazität erforderlich. Im Fall der Braunkohlegebiete westlich von Köln und Düsseldorf wäre hier die Überlegung, einen Kanal zwischen Rhein und Maas zu bauen, der es mit entsprechenden Stichkanälen erlaubt, die erforderlichen Wassermengen von Maas und Rhein innerhalb kurzer Zeit heranzuführen und später für Binnenschiffe eine kürzere Verbindung nach Antwerpen zu haben. Die große Zeit der Binnenschifffahrt ist sicher vorbei und ob sich nun Kanalprojekte wie der Main-Donau-Kanal und der Elbe-Seitenkanal oder der Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals sinnvoll waren oder sind, ist zumindest sehr umstritten. Dieser Fall ist aber eine Ausnahme, weil der Rhein auch heute einen sehr regen Binnenschiffsverkehr aufweist und die Verbindung zum umschlagsmäßig zweitgrößten Hafen in Europa vermutlich eine gute Auslastung erzielen könnte. In diesem Szenario könnte man auch kleine Wasserkraftwerke bauen, die die Energie beim Füllen der Löcher nutzen. Da diese bis zu 400 Meter tief sind, wäre es eine erhebliche Energiemenge, allerdings natürlich nur für eine gewisse Zeit.

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Dynamische Strompreise

Heute haben wir Stromtarife, bei denen man zu bestimmten fest vorgegebenen Zeiten verschiedene Preise zahlt. Und unsere Geräte kann man einschalten und ausschalten oder sie verbrauchen abhängig von ihrer Funktion mal mehr mal weniger, z.B. Kühlschrank oder Waschmaschine.

Nun könnte der Strompreis sich aber mit Angebot und Nachfrage von Minute zu Minute ändern. Man sollte sicher Ober- und Untergrenzen garantieren und es wäre absurd, bei 50 Hz Netzfrequenz auf Mikrosekunden genau zu handeln. Ich denke, Zeiteinheiten im Bereich von 10 Sekunden bis zu einer Minute wären handhabbar und sinnvoll. Nun können Elektrogeräte den aktuellen Strompreis berücksichtigen. Sie können bei hohem Strompreis in einen Sparmodus gehen oder überhaupt erst mit ihrer Verarbeitung beginnen, wenn der Strompreis tief genug ist. Kühlschränke, die immer wieder ihr Kühlaggregat einschalten, wenn die Temperatur zu hoch ist, könnten den Einschaltzeitpunkt aus einer Kombination von Strompreis und Temperatur bestimmen, immer so, dass die Höchsttemperatur nicht überschritten wird, aber trotzdem die Kosten unter dieser Nebenbedingung minimiert werden. Waschmaschinen könnten z.B. beim Waschprogramm eine zusätzliche Einstellung erlauben: „möglichst schnell waschen“ vs. „möglichst kostengünstig“, im zweiten Fall würden dann energieintensive Prozesse erst gestartet, wenn der Strom billig genug ist. Der größte Energieverbrauch der Waschmaschinen ist allerdings das Aufheizen, das absurderweise komplett elektrisch durchgeführt wird. Hier sollte man endlich Waschmaschinen mit Warmwasseranschluss verwenden, die elektrisch nur noch wenig heizen müssen. Das setzt voraus, dass Warmwasser von Solaranlage, Wärmepumpe, Geothermie, Fernheizung oder einem Gasboiler stammt. Auch Klimaanlagen und Wärmepumpen können ähnlich wie der Kühlschrank optimiert werden.

Das setzt voraus, dass die Information über den Strompreis den Geräten zur Verfügung steht. Nun kann man ein Ethernetkabel zu jedem modernen Elektrogerät legen, WiFi oder das Mobilnetz benutzen oder einfach im Stromkabel mit Hochfrequenzen neben dem Strom auch Daten übertragen. Diese Lösungen sind aber alle ein Gebastel, dass vielleicht für eine Übergangszeit gut sein kann. Die richtige Lösung ist, dass ein neuer Steckdosenstandard neben Energiekabeln auch ein Datenkabel enthält. Eventuell auch Niederspannungsleitungen, da es effizienter ist, großzügig ausgelegte, effiziente Trafos einmal im Haus zu installieren statt sie in jedem Gerät einzubauen. In der Übergangszeit hätten die Geräte noch den Trafo, würden ihn aber nur benutzen, wenn aus der Steckdose keine Niederspannung kommt. Mir ist bekannt, dass man verschiedenen Spannungen benötigt. Ob man nun die gängigen Spannungen alle anbietet oder einfach eine sinnvolle Niederspannung mit einer hohen Frequenz, die dann im Endgerät auf die exakte Spannung transformiert werden kann, können Elektrotechniker sicher besser als ich beantworten. Aber die portablen Transformatoren sind heute sicher primär auf Gewicht und nicht auf Wirkungsgrad optimiert.

Es ist sicher eine große Hürde, weil man nicht so einfach 400/230 Volt-Leitungen mit Daten und Niederspannungsleitungen in einem Rohr und in einer Steckdose kombinieren darf, aber das ließe sich ja lösen, wenn man entsprechende Standards für die Isolierung einführt. Auch dazu schreibe ich keine Details, da auch diese Frage von Elektrotechnikern sicher sinnvoll beantwortet werden könnte. Ein europaweit oder besser weltweit einheitlicher Steckdosenstandard wäre ohnehin ein großer Gewinn.

Natürlich kann so ein Datenkabel auch für die meisten Geräte, auch Computer, Telefone und Tablets, als Internetanschluss funktionieren, solange sie angeschlossen sind und keine speziell hohe Bandbreite brauchen.

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Qattara-Senke

Man hört immer wieder von einem Projekt, die Quattara-Senke mit Mittelmeerwasser zu füllen. Das ist ein 18’000 km² großes Gebiet in Ägypten in der Nähe der Mittelmeerküste, das bis zu 180 Meter unter dem Meersspiegel liegt. Würde man nun einen Kanal zum Mittelmeer bauen, so könnte man einige interessante Dinge auf einmal erreichen, auf Kosten von nutzloser und weitgehend von Mensch, Tier und Pflanzen unbewohnter Wüste erreichen:

  • Es ließe sich mit dem Höhenunterschied viel Strom gewinnen. Dauerhaft, wegen der Verdunstung, bei vielleicht 50-100 Meter Höhendifferenz
  • Eine Gegend um diesen künstlichen See würde vielleicht mehr Niederschläge bekommen und man könnte dort Wald oder Landwirtschaft haben
  • Wasservolumen aus den Weltmeeren würde abgezogen und man könnte den Druck durch steigende Meeresspiegel verringern

Man sollte aber immer genauer hinschauen.

Eine naïve Umsetzung würde nur kurzzeitig funktionieren. Das Wasser würde verdunsten und das Salz zurückbleiben. Nachdem etwa 25-30 Seefüllungen verdunstet sind, wäre nur noch massives Salz übrig und man müsste das Projekt stoppen oder den Wasserspiegel nochmal massiv erhöhen, bis auch das vorbei ist. Für eine nachhaltige Lösung müsste man salzhaltiges Wasser aus dem See abpumpen und ins Mittelmeer zurückführen, um den Salzgehalt nach oben zu begrenzen. Energie würde man trotzdem gewinnen, weil wegen der Verdunstung viel mehr Wasser hereinlaufen könnte als abgepumpt werden müsste. Es müsste also nur ein kleiner Teil der gewonnen Energie dafür aufgewendet werden. Man könnte das ganze System aber als ein riesiges Pumpspeicherkraftwerk ansehen und in Zeiten von Energieüberschuss Wasser abpumpen. Im Gegensatz zu anderen Pumpspeicherkraftwerken würde man aber in diesem Fall wegen der Verdunstung mehr Energie gewinnen als man beim Abpumpen hineinsteckt. Es müsste wohl im Mittelmehr die Entnahme und die Rückführung räumlich getrennt werden, aber das ließe sich mit einem Tal und zwei darin verlaufenden Kanälen und einem kurzen parallel zur Küste verlaufenden Kanal für das zurück geführte Wasser lösen, was den entscheidenden Vorteil hätte, dass man nur einen Einschnitt (oder Tunnel) bauen müsste. Da in der Sahara viel Sonnenenergie vorhanden ist, könnte man z.B. das ganze mit großen Solarkraftwerken kombinieren und nachts Wasser aus dem Mittelmeer in die Senke leiten und tagsüber Solarstrom nutzen, um einen Teil des wegen der Verdunstung stark salzhaltigen Wassers aus der Senke ins Mittelmeer zu pumpen.

Theoretisch ließe sich das Rückführen sogar ohne äußeren Energieeinsatz erreichen, wenn das Konzentrationsgefälle hoch genug ist, allein durch Osmose, also durch die Energie, die beim Vermischen verschiedener Salzkonzentrationen frei wird. Dumm ist, dass es hier verkehrt herum ist, also auf dem höheren Niveau das niedriger konzentrierte Salzwasser, aber mit entsprechend komplexen Konstruktionen ließe sich auch das bewältigen. Aber ob das Projekt mit zwei Wasserläufen, einer solchen Pump- oder Osmosestation dann noch finanzierbar wäre, ist eine ganz andere Frage, als das ursprüngliche Projekt, das einfach nur einen Wasserlauf braucht und auch schon gemessen an der Energieausbeute immerhin so teuer ist, dass man es noch nicht einfach mal gebaut hat. So bizarre Vorschläge, wie den Kanal durch die Küstengebirge mittels Atombomben zu sprengen, um Kosten zu sparen, werden zum Glück nicht mehr ernst genommen.

Ein paar andere Fragen treten auch auf. Die Senke ist nun einmal Wüste mit wenig Leben, aber es ist doch ein Stück einmaliger Natur, die da verschwinden würde.

Außerdem wäre die Frage, ob Grundwasserbestände durch so ein Projekt versalzt würden.

Man sollte also mit solchen Projekten immer vorsichtig sein und in diesem Fall ist man es wohl auch, wenn auch hauptsächlich wegen der hohen Kosten.

Aber es ist auch wichtig, sich Gedanken zu machen, was für nachhaltige Alternativen zur Energiegewinnung es langfristig gibt. Die Möglichkeiten mit Wasserkraft, Wind und Solarenergie sind weltweit gesehen so groß, dass man sich von Verbrennungskraftwerken komplett verabschieden kann, wenn man es nur schafft, mit den Ländern mit großem Energiepotential zuverlässig zusammenzuarbeiten und gute Wege findet, solche Energiequellen zu nutzen.

Übrigens gehören Braunkohletagebaue in NRW zu den tiefsten Senken überhaupt auf der Erde. Sie sind von der Fläche klein. Aber man könnte natürlich auch hier während der Füllung mit Wasser Strom gewinnen, wenn sie hoffentlich noch 2019 stillgelegt werden. Oder man könnte auch dort Pumpspeicherkraftwerke bauen.

Letztlich liegt diese Senke komplett in Ägypten und es muss dort entschieden werden, ob man sich für so ein Projekt ernsthaft interessieren will.

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