Elektrifizierung Long Island Railroad

Hier mal was über Nordamerika:

Die Long Island Railroad (LIRR) plant Strecken zu elektrifizieren. Dort wird für die Elektrifizierung eine Stromschiene verwendet, ähnlich wie z.B. bei den S-Bahnen in Hamburg oder Berlin. Elektrifizierung ist dort (wie alles Bauen im Bahnbereich in den Vereinigten Staaten exzessiv teuer und kostet 18’000’000 USD pro US-Meile, also etwa 11’000’000 USD pro Kilometer. LIRR ist eine Vorortbahn für New York, die in der Nähe der Stadt als eine Art S-Bahn funktioniert und auch elektrifiziert fährt.

Und zwar die folgenden:

Damit wäre dann das gesamte Netz mit Ausnahme der beiden längeren östlichen Teile von Montauk Branch von Speonk nach Montauk und Greenport Branch von Yaphank nach Greenport elektrifiziert. Jetzt muss „nur“ noch die Finanzierungsfrage gelöst werden.

Drei Ausbauprojekte, die anscheinend auch vorankommen sind East Side Access, Bau eines dritten Gleises von Floral Park nach Hicksville und das bereits fertiggestellte zweite Gleis von Farmingdale nach Ronkonkoma. Auch bei diesen Projekten ist es wieder verblüffend, um wieviel teurer dort das Bauen im Vergleich zu Europa ist.

Als Grund für das teure Bauen habe ich gelesen, dass das Prinzip „America First“ hier eine Rolle spielt. Man muss aufgrund von gesetzlichen Vorgaben überteuerte inländische Anbieter heranziehen. Das erklärt aber immer noch nicht die gewaltigen Preisunterschiede. East side Access ist eine etwa 10 Kilometer lange Neubaustrecke im Tunnel und kostet 11 Milliarden USD, also mehr als eine Milliarde pro Kilometer. Der Gotthard-Basistunnel hat etwa 12 Milliarden CHF gekostet, also ungefähr dasselbe und ist fast sechs mal so lang.

Ein ähnlicher Faktor ergibt sich auch wenn man z.B. die neue Metro-Linie unter der 2nd Avenue anschaut, die knapp 14 km lang ist und 17 Milliarden USD kosten soll. In Deutschland findet man 433 Millionen für 2 km teuer. Auch die U4 in Hamburg bewegt sich in diesem Bereich.

Es ist immer schwierig, so etwas zu vergleichen, weil es lokale Faktoren gibt, die das Bauen teurer oder billiger machen, aber die konstant um Faktor 2-5 höheren Baukosten in den Vereinigten Staaten bleiben erstaunlich.

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Gletscher in Europa

Wenn wir an Gletscher in Europa denken, fallen uns womöglich zuerst jene in den Alpen ein, einfach weil die präsent und vielleicht auch erreichbar sind. Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die nicht nur im weltweiten, sondern auch im europäischen Maßstab relativ kleine Gletscher sind, die entsprechend stark von der Klimaerwärmung betroffen sind und wahrscheinlich in den nächsten Jahrzehnten stark schrumpfen und letztlich weitgehend verschwinden werden. Die größten Alpengletscher bedecken heute eine Fläche von maximal 82 km² beim Aletschgletscher und das Volumen wird mit 15.4 km³ angegeben. In den ganzen Alpen waren 1970 etwa 2900 km² von Gletschern bedeckt, wovon heute noch etwa 2/3 übrig sind. Der Schwund ist also nicht im Millimeterbereich, sondern drastisch und vor Ort eindrucksvoll nachvollziehbar. Und ja, es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es am Klimawandel liegt und dass dieser in dem Umfang durch menschengemachte Treibhausgasemissionen zustande kommt, auch wenn Onkel Donald und einige andere das in Frage stellen.

Nun findet man auf dem Festland in kleineren und südlicheren Hochgebirgen einzelne Gletscher, im Kaukasus auch im größeren Umfang. Ein weiteres Gebiet auf dem europäischen Festland mit vielen und großen Gletschern ist Norwegen. Die Gesamtfläche ist mit 2600 km² etwas größer als heute in den Alpen, jedoch sind einzelne Gletscher sehr viel größer. Die größten Gletscher auf dem norwegischen Festland bedecken Flächen von 487 km² (Jostedalsbreen), 221 km² (Vestre Svartisen) und 148 km² (Østre Svartisen) und 214 km² (Folgefonna).

Wirklich andere Größenkategorien findet man jedoch auf einigen europäischen Inseln, wo einzelne Gletscher jeweils mehr Fläche bedecken als alle Gletscher auf dem norwegischen Festland und in den Alpen zusammen. Wahrscheinlich bedecken sie sogar mehr Fläche als alle Gletscher auf dem europäischen Festland zusammen. Dies sind Gletscher im weiteren Sinne, weil zum Teil zwischen Eiskappen und Gletschern unterschieden wird und Eiskappen oft mehrere Gletscherzungen haben. Aber hier bleiben wir bei dem Wort Gletscher als Oberbegriff für alle.

Auf Svalbard (Spitzbergen) findet man Austfonna mit 8120 km² und 1900 km³ und Olav-V-Land mit 4150 km².

Auf Island findet man Vatnajökull mit 7900 km² und 3100 km³, Langjökull mit 953 km² und 195 km³ und Hofsjökull mit 925 km² und 208 km³.

Auf Nowaja Semlja hat der größte zusammenhängende Gletscher auf der Nordinsel 19800 km² und wird an Fläche nur von den Eisschilden Grönlands und der Antarkis übertroffen.

Auf Sewernaja Semlja hat der größte Gletscher 5570 km², allerdings gehört das schon zu Asien.

Man sieht also, dass die Alpengletscher im europäischen Vergleich verschwindend klein sind, sobald man Island, Nowaja Semlja und Spitzbergen einbezieht, die alle zu Europa gehören.

Es ist erstaunlich schwierig, im Web zuverlässige, aktuelle, vollständige und genaue Informationen über Gletscherflächen und Volumen pro Gebirge oder Kontinent zu finden. Dafür muss man wahrscheinlich in wissenschaftlichen Papers suchen, was den Rahmen eines Blog-Artikels sprengt.

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Quelle Openstreetmap
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Svartisen Zoom 11

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Jostedalsbreen Zoom 11

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Gletscher auf Svalbard (2) Zoom 11

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Vatnajøkull Zoom 11

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Großer Aletsch Zoom 8

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Gletscher auf Island Zoom 8

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Gletscher auf Svalbard Zoom 8

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