Braunkohleausstieg bis 2038

Gemäß NZZ wird der Ausstieg Deutschlands aus der Kohleenergie bis 2038 abgeschlossen sein. Man will natürlich auch den Braunkohletagebau beenden.

Diese Dreckschleudern noch 20 Jahre weiter zu betreiben und fast 20 Jahre Landschaften, Städte, Dörder, Verkehrswege und vor allem wertvolle Natur einfach für den Tagebau zu vernichten ist absurd. Es wäre sinnvoll, den Kohleausstieg gegenüber dem Atomausstieg zu priorisieren und die Braunkohletagebaue innerhalb von 1-3 Jahren zu schließen. Wenn allein Kraftwerke mit importierter Steinkohle statt mit einheimischer Braunkohle betrieben würde, wäre das schon ein großer Gewinn. Aber Kohlekraftwerke sind eine veraltete Technologie, von der wir uns schneller als erst in 20 Jahren verabschieden sollten.

Links

Dieser Blog

Share Button

Kohleboom

Trotz der weitgehend erkannten Problematik des Klimawandels und der dafür mitverantwortlichen {\rm CO}_2-Emissionen erleben wir zur Zeit weltweit und insbesondere in Deutschland einen regelrechten Kohleboom bei der Stromproduktion. China ist dabei, seine Kohlekraftwerkskapazitäten massiv auszubauen, aber auch in Deutschland entstehen viele neue Verbrennungskraftwerke für Kohle, trotz all der teuren Bemühungen um saubere alternative Energien. Woran liegt das?

Auf Deutschland bezogen kann man einige offensichtliche Gründe finden:

  • Der überstürzte Ausstieg aus der relativ sauberen Kernenergie
  • Die viel zu billigen {\rm CO}_2-Zertifikate
  • Die Produktion von Strom für den Export
  • Die steigenden ökonomischen Hürden für den Ausbau der Wasserkraft in gebirgigen Ländern

Warum stoßen Kohlekraftwerke so viel {\rm CO}_2 (Kohlendioxid) aus? Kohle besteht überwiegend aus stark kohlenstoffhaltigen organischen Verbindungen. Dass auch noch kleine Mengen umweltschädliche Substanzen, z.B. Schwefel oder sogar kleine Mengen an Arsen und Quecksilber und sogar Uran und Thorium vorhanden sind, macht die Sache nicht wirklich besser. Im Normalbetrieb verbreiten Kohlekraftwerke sogar Radioaktivität in der Umgebung, weil in der Kohle Spuren von radioaktiven Isotopen enthalten sind, zum Beispiel Kalium ({\rm K}^{40}), aber auch Radium ({\rm Ra}^{226} und {\rm Ra}^{228}), Uran ({\rm U}^{230}), Blei ({\rm Pb}^{210}), Polonium ({\rm Po}^{210}) und Thorium ({Th}^{232}). Bei Braunkohle ist der Brennwert noch etwas niedriger und man muss also eine größere Menge Kohle trocknen und für die Verbrennung aufwärmen, um denselben Energieausstoss zu bekommen, was zu etwa 25\% höheren {\rm CO}_2-Emissionen als bei Steinkohle führt. Dafür entstehen wunderschöne und tiefe Seen an der Stelle der weggebaggerten Dörfer, die vielleicht sogar irgendwann einmal sauber genug sind, um darin zu baden..

Erdgas besteht hauptsächlich aus {\rm CH}_4 (Methan), das bei der Verbrennung mehr Wasserdampf ({\rm H}_2{\rm O} als {\rm CO}_2 ausstößt, so dass die eigentliche Verbrennung weniger klimaschädlich ist. Aber leider ist Methan selber ein sehr viel stärkeres Klimagas als {\rm CO}_2 und deshalb muss man einen Blick auf den Weg vom Bohrloch bis zum Kraftwerk werfen. Überall gibt es kleine Verluste, die in die Atmosphäre gelangen. Insgesamt soll die Klimabilanz aber immer noch besser als bei Kohlekraftwerken sein.

Interessant ist auch, dass keine Bestrebungen erkennbar sind, die {\rm CO}_2-Emissionen in anderen Bereichen einzusparen, um die Ziele doch noch zu erreichen. Da würde sich vor allem der Straßenverkehr und der Flugverkehr anbieten. Diese werden aber weiterhin massiv durch billige Treibstoffe und großzügigen Ausbau der Straßen gefördert.

Hier ein par Links zu dem Thema:

Share Button

Kollateralschäden fossiler Brennstoffe

Jeder weiß, dass die Verbrennung fossiler Brennstoffe in Autos, Kraftwerken, Industrie und Heizungen der Umwelt schadet, durch CO_2 Emissionen, die zur Klimaerwärmung beitragen und durch Giftstoffe, die bei der Verbrennung so entstehen oder übrigbleiben. Vielleicht wissen es nicht alle Texaner, also sagen wir, dass es fast jeder weiß.

Wie sieht es aber mit den Kollateralschäden beim Abbau und Transport dieser Rohstoffe aus? Beim Öl ist ja bekannt, dass sowohl die Ölbohrungen als auch der Transport Transport des Öls immer wieder zu kleineren und größeren Unglücken führen. 🙁 Toyoto soll ja demnächst Autos bauen, die mit Wasser statt Benzin fahren, wenn das Wasser nur aus dem Golf von Mexiko stammt. 😉

Aber wie es es bei Kohle und Erdgas? Erdgas besteht hauptsächlich aus Metahn (CH_4), das in unverbrannter Form ein vielfach wirkungsvolleres Treibhausgas als CO_2 ist. Man verliert sicher bei der Bohrung und Gewinnung von Erdgas etwas, aber die größten Verluste fallen an den Leitungen an. Solche Erdgasleitungen zu schweißen ist eine Kunst, die nur wenige Spezialisten zuverlässig beherrschen und die Leitungen sind auch sehr dicht. Aber auf tausenden von Kilometern gibt es doch trotz aller Sorgfalt immer wieder einmal kleine Lecks und es geht ein kleiner Teil des Erdgases unverbrannt in die Atmosphäre. Die Treibhausgasbilanz ist immer noch besser als bei der Verbrennung von Kohle ohne Berücksichtigung der Gewinnung der der Transporte, aber diese Leitungsverluste sind ein Faktor, die man nicht vergessen sollte. Neuerdings wird in einigen Ländern dieser Welt Erdgas mit dem sogenannten Fracking gewonnen, was wohl gegenüber der konventionellen Erdgasförderung noch zusätzliche Risiken oder gar Schädigungen für die Umwelt mit sich bringt.

Wie sieht es bei der Kohle aus? Der Transport großer Mengen Kohle ist mit Energieverbrauch, Emissionen und auch gelegentlichen Unfällen verbunden, aber mir ist kein Fall bekannt, der zu solchen Umweltkatastrophen wie beim Öl geführt hat. Problematischer ist der Abbau. Beim Abbau von Steinkohle kommt es gelegentlich zu Kohleflözbränden. Die unterirdische Schicht mit Kohle fängt an zu brennen und lässt sich unter Umständen kaum noch löschen. In Centralia in Pennsylvania brennt die Kohle unterirdisch seit 1962 und konnte bisher nicht gelöscht werden. Es gibt hunderte, wenn nicht tausende solcher Brände weltweit, allein etwa 150 in den Vereinigten Staaten, und sie tragen zu etwa 3% der jährlichen CO_2-Emissionen bei. In China hat man begonnen, solche Brände systematisch zu löschen und auch gewisse Erfolge dabei erzielt, aber bei vielen dieser Brände sind Löschversuche fehlgeschlagen, weil die unterirdischen Strukturen zwar viele Wege für die Luftzufuhr bieten, aber an wenigen Punkten eingeleitetes Wasser sich nicht bis zum Brandherd ausbreiten kann. In China legt man Raster von Bohrlöchern im Bastand von 20 Metern an und leitet zwei Jahre lang Wasser ein, um so ein Feuer zu löschen. Auch in Deutschland gibt es Kohleflözbrände, die zum Teil schon seit Jahrhunderten brennen.

Bei Steinkohle und Braunkohle kommt natürlich auch die Variante mit dem Tagebau vor. Man kann die Prospekte der Energieunternehmen dazu lesen und sehen, dass eine öde Landschaft durch viele Seen bereichert wird, in denen keine giftigen Rückstände aus der Kohle zu finden sind. Oder dass in den Appalachen das sogenannte Moutain Top Removal Mining hässliche Berge mit Wäldern, die dem Straßenbau im Wege sind, durch schöne, grün angemalte Felsschüttungen ersetzt, wo man gleich noch für eine neue Straße einen Einschnitt freilassen kann. Der Braunkohletagebau wird leider auch in Deutschland noch praktiziert.

Fairerweise sollte man erwähnen, dass auch alternative Energieträger nicht völlig emissionsfrei sind, weil die Herstellung von Beton, Metallen und Glas Emissionen verursacht. Wenn diese Kraftwerke eine gute Auslastung erzielen, sollte das aber im Laufe der Lebensdauer viel weniger sein als wenn man fossile Energieträger verbrannt hätte.

Links

Dieser Artikel enthielt ursprünglich keine eigene Linksammlung, aber neuere Artikel diese Blogs enthalten viele Links und dort findet man immer noch mehr als hier..

Share Button