Braunkohle

Braunkohle gibt es in vielen Ländern der Erde. Aber in Deutschland ist sie in mehreren Gebieten ziemlich verbreitet und wird auch in großem Stil abgebaut. Der amerikanische Präsident wurde zu Recht für sein Ende des „war on coal“ und den Ausstieg aus dem endlich erreichten Klimaabkommen von Paris kritisiert. Aber gerade die BRD ist heute in unnötig hohem Maße dabei CO_2 zu emittieren, einerseits durch eine Verkehrspolitik, die einseitig das Auto uns insbesondere das Rasen fördert und andererseits durch den Atomausstieg und den daraus resultierenden Kohleboom. Insbesondere Kohle verursacht allgemein hohe CO_2-Emissionen bei der Verbrennung, während bei Erdgas- und Erdölverbrennung Verbindungen mit Luftsauerstoff reagieren, die einen höheren Wasserstoffanteil gebunden enthalten, was dazu führt, dass ein kleinerer Teil der Emissionen CO_2 und ein größerer Teil Wasserdampf (H_2O) ist. Leider ist Braunkohle hier noch einmal ungünstiger, weil sie viel Wasser enthält, was einen Teil der Verbrennungsenergie für die Trocknung absorbiert. Warum nimmt man eigentlich nicht die Abwärme dafür? Außerdem enthält Braunkohle weniger Brennwert, man muss also bei der Verbrennung mehr Material durch den Ofen schleusen und erwärmen. Die CO_2-Emissionen pro Kilowattstunde sind also höher als bei Steinkohlekraftwerken und viel höher als bei Gaskraftwerken oder gar bei Kernkraftwerken, die natürlich auch nicht ganz CO_2-neutral sind. Außerdem werden dabei andere Schadstoffe freigesetzt, sogar Quecksilber in bedenklichen Mengen. Andere Emissionen (oder hier), wie Feinstaub und Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Stickoxide konnten durch Elektrofilter und Rauchgaswäsche reduziert werden, aber sie sind natürlich immer noch vorhanden. Allein aus diesen Gründen sollte man aus der Kohleverstromung und speziell aus der Braunkohleverstromung aussteigen. Ich denke, dass es immer noch besser ist, Kernkraftwerke als Kohlekraftwerke zu betreiben.

Nun kommt aber eine Absurdität dazu. War es bei der Steinkohle an Saar und Ruhr die absurde Subventionierung des Bergbaus mit riesigen Summen und die Arbeit der Bergleute in ungesunden und gefährlichen Bergwerken, sehen wir bei der Braunkohle eine Zerstörung ganzer Landstriche. Dörfer, Straßen, Wälder und landwirtschaftliche Flächen werden einfach weggebaggert und ein riesiges Loch angelegt. Das Grundwasser wird massiv abgepumpt, um in dem bis zu 400 m tiefen Loch arbeiten zu können. Flüsse werden verlegt und so ändert sich der Wasserhaushalt.

Es werden neue Straßen angelegt, die den Braunkohletagebau weiträumung und auch unmittelbar umgehen. Dort sieht man völlig bizarre und absurde Planungsmuster, die offenbaren, welche Verkehrsinfrastruktur das BRD-Regime sich vorstellt. Es werden fast nur Straßen mit Fahrradverboten gebaut und so reine Autozonen geschaffen, die Radfahrer nur mit großen Umwegen durchqueren können. Das Fahrrad wird zum reinen Sportgerät degradiert, mit dem man eine Runde fahren kann, aber nicht effektiv und schnell von A nach B kommen kann. Man kann sich vorstellen, dass die Autokonzerne sich diese Absatzförderung durch systematische Be- und Verhinderung des Fahrradverkehrs einiges kosten lassen, auch die eine oder andere Million in die Taschen der diversen Politiker.

Dörfer werden in der Regel umgesiedelt, das heißt, dass ein entsprechendes Ersatzdorf in der Nähe gebaut wird. Das ist aber nie mehr dasselbe wie das vorige Dorf, so eine Umsiedlung funktioniert nicht. Das relativiert sich natürlich, weil viele von uns irgendwann ihre Heimatstadt oder ihr Heimatdorf verlassen, um einer Ausbildung oder einer Arbeit in einem anderen Ort nachzugehen oder weil man eine Partnerin oder einen Partner gefunden hat und einen gemeinsamen Wohnort. Trotzdem geht damit ein Stück Kultur verloren und viele Menschen verlieren ihre Heimat und ihr Umfeld.

Hinterher werden dann die Löcher gefüllt. Das ist möglich, wenn man den Abraum aus anderen Löchern nutzt, um das Volumen der abgebauten Kohle aufzufüllen. In einigen Fällen werden sogar künstliche Berge mit dem Abbaumaterial aufgeschüttet. Ein Teil der Löcher bleiben dann bestehen. Sie werden meist zu Seen, was aber ein Prozess ist, der Jahrzehnte dauert. Die Tagebaue in Garzweiler und Hambach sollen noch etwa bis 2040 in Betrieb sein und man schätzt, dass es danach bis etwa 2100 dauern wird, die Löcher zu füllen. Man könnte natürlich einen Kanal zum Rhein oder zu einem anderen großen Fluss in der Nähe bauen und sogar die Fallenergie mit einem kleinen Kraftwerk nutzen, aber das ist in extrem dicht besiedelten Gebieten teuer wird wohl kaum so geschehen. So bleibt für mindestens ein Jahrhundert eine zerstörte Landschaft.

Es wird Zeit, mit diesem Unsinn aufzuhören und den Braunkohleabbau zu beenden.

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