Du oder Sie

Ich könnte den Blog immer unter Vermeidung von „Du“ und „Sie“ schreiben, indem ich Wörter wie „man“ oder Passivformen verwende. Das habe ich bisher so getan, aber ich finde, dass es der Idee eines Blog widerspricht: Ein Blog-Eintrag soll auch mal spontan geschrieben werden und locker daher kommen und nicht wochenlang umformuliert werden, bis er veröffentlicht wird. Daher entscheide ich mich jetzt bezüglich der „Du-Sie“-Frage. Und für mich ist „Du“ die richtige Wahl.

Bei der Kommunikation im Internet hat sich das „Du“ eigentlich schon in den 80er und 90er Jahren etabliert. Außerdem ist das „Sie“ grammatikalisch einfach eine kaputte Konstruktion, die ich natürlich weiterhin verwende, wo sie üblich ist, aber nicht in diesem Blog. Andere Sprachen haben bessere Lösungen gefunden, aber ich habe noch keine gesehen, die sich wirklich gleich gut in die Systematik der Sprache integriert wie das „Du“.

Also die ersten Jahre des Internets war das „Du“ sowieso omnipräsent und man sah sich als eine kleine virtuelle Gemeinschaft. Erst viele Jahre später hat es angefangen, dass wir mit Leuten, die wir im realen Leben mit „Sie“ ansprechen, über Internet-Kanäle kommunizieren. Ich bitte also alle Leser, die ich im realen Leben mit „Sie“ ansprechen würde, mir einmal für alle zukünftigen Blog-Einträge zu verzeihen, dass ich Sie in Zukunft in diesem Blog nicht mit „Sie“ anschreiben werde. Fühlen Sie sich einfach trotzdem angesprochen und übersetzen Sie Sich im Kopf beim Lesen die „Du“-Formulierungen in „Sie“-Formulierungen, wenn Sie wollen. Ab diesem Satz verwende ich „sie“ aber nur noch für die 3. Person.

Ihr könnt bei vielen Artikeln in SBB-Blog sehen, dass es auch andere so machen wie ich.

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ÖPNV-Nutzung an unbekannten Orten

Gerade wenn man an einem unbekannten Ort landet, ist es oft nützlich, den dortigen öffentlichen Nahverkehr zu benutzen.

Nun haben die einheimischen ÖV-Nutzer aber immer den Vorteil, daß sie das Liniennetz oder zumindest den für sie interessanten Teil davon genau kennen und eine Idee haben, wie oft und vielleicht sogar wann die Busse, Trams, U-Bahnen und S-Bahnen so vorbeikommen und welche Umsteigeverbindungen klappen u.s.w. Oder sie wissen als sporadische ÖV-Nutzer, wie sie das mit ihrem Mobiltelefon schnell herausfinden. Wenn ich in einem Land unterwegs bin, dessen Sprache ich nicht gut oder gar nicht kann, dann haben diese Einheimischen noch dazu einen Sprachvorteil.

Andererseits erlebt man das Land auch besser, wenn man die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt, die dort üblich sind.

U-Bahnen und S-Bahnen zu benutzen, war in allen Städten, wo ich es probiert habe, total einfach. Es gibt ein sauber definiertes Liniennetz, die Pläne davon sind überall aufgehängt, die Stationsnamen sind in China und Japan zusätzlich zur üblichen Schrift auch in lateinischen Buchstaben angegeben und die Linien haben Nummern oder Buchstaben und Farben. In den Umsteigestellen sind Wegweiser für Fußgänger, die zum Anschluß führen. Fahrpläne braucht man kaum zu beachten, weil auf ernstgemeinten U-Bahn-Systemen sowieso mindestens alle 10 min gefahren wird. Spätestens nach Überwindung der Hürde des Fahrkartenverkaufs hatte ich also damit nie Probleme. Und in Städten mit guten U-Bahn-Netzen kommt man allein mit der U-Bahn und ein paar Metern zu Fuß schon recht weit. Vielleicht ist es in Ländern, wo ich noch nicht war, schwieriger.

Lustiger wird es, wenn man Stadtbusse verwenden will. In Kyoto habe ich das zum Beispiel probiert. Die Busse hatten alle sehr gut lesbare Zielangaben mit LEDs. Gut lesbar für Leute, die die japanische Sprache und Schrift gut kennen. Aber man kann ja Fahrgäste oder den Buschauffeur fragen. Alle können gut Japanisch. Man sagt, daß es Leute gibt, die in der Schule Englisch gelernt haben und natürlich können Wissenschaftler und international tätige Geschäftsleute das auch sehr gut. Aber kein einziger der Fahrgäste kann etwas anderes als Japanisch. Nun ja, man kann sich vorbereiten und den Zielort aufschreiben oder soger versuchen, den auszusprechen. Das klingt dann recht lustig und es gibt bestimmt viele potentielle Ziele, auf die dieser Kauderwelsch gleich gut zutreffen würde. Aber die Japaner waren sehr hilfsbereite und geduldige Leute und wir landeten tatsächlich im richtigen Bus und konnten sogar am richtigen Ort wieder aussteigen.

In China ist das ganz anders. Da können die Businsassen nämlich meist kein Japanisch, sondern Chinesisch.

So gehört die Fahrt durch die Stadt schon zu den Reiseerlebnissen dazu.

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