Hat die Kernenergie 1.8 Millionen Menschenleben gerettet?

James E. Hansen, ein US-amerikanischer Klimaforscher, hat sich kürzlich in der Richtung geäußert, dass durch den Einsatz von Kernenergie etwa 1.8 Millionen Menschenleben geschont werden konnten, weil es etwa diese Anzahl von Todesopfern zusätzlich gegeben hätte, wenn man Kernkraftwerke durch den üblichen Mix aus Kohlekraftwerken und einem kleineren Anteil von Gaskraftwerken ersetzt hätte. Begründet wird dies durch die Schadstoffemissionen dieser Verbrennungskraftwerke.

Auch wenn man diese Überlegungen nicht unbedingt teilt, sollte es einem doch zu denken geben, wenn man die „Atomkraft-Nein-Danke“-Politik ala Merkel in Deutschland sieht, die zu einem regelrechten Boom der Kohlekraftwerksnutzung führt, ohne dass man ernsthaft versucht, diese zusätzlichen Emissionen in anderen Bereichen, z.B. beim Autoverkehr einzusparen. Gleichzeitig erfolgt noch ein Ausstieg aus der Solarstromförderung. Die Aktion ist ein bisschen schwieriger zu durchschauen, weil in der letzten Zeit keine größeren Kohlekraftwerke gebaut wurden. Diese sind schon in früheren Jahren errichtet worden und es gibt in Deutschland eine Überkapazität von Kraftwerken. Wenn man nun die relativ emissionsarmen Kernkraftwerke nicht mehr weiter betreibt, dann lässt sich die Lücke in der Stromversorgung leicht durch eine stärkere Auslastung der längst vorhandenen Kohlekraftwerke kompensieren, auch ohne Strom im großen Stil zu importieren.

Nun ließe sich James E. Hansens Aussage widerlegen, wenn man konsequent darauf achten würde, dass die Kernenergie emissionsneutral ersetzt wird, also durch eine Kombination aus Verringerung des Energieverbrauchs, erhöhtem Einsatz regenerierbarer Energieträger und Geschwindigkeitsbeschränkungen und Benzinpreiserhöhungen beim Autoverkehr zur Kompensation der zusätzlichen Kraftwerksemissionen im Verkehrsbereich.

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