Makler in Deutschland

In Deutschland war ein großes Ärgernis, dass im Wohnungsmarkt Makler sich eine Art Mafiasteuer von jedem Mieter bei Beginn eines neuen Mietverhältnisses geholt haben. Diese kriminellen Parasiten haben bei jeder Wohnung, die auf den Markt kam, versucht mit dem Vermieter ins Gespräch zu kommen und diese für ihn zu vermieten, was für den Vermieter kaum Nachteile und keine Kosten brachte, aber den Prozess der Vermietung etwas vereinfachte. Der Mieter musste sich Wohnungsanzeigen anschauen und ob die vom Vermieter oder vom Makler kamen, änderte nichts daran. Außer dass die direkt vom Vermieter knapp waren und man bei den anderen einem Makler gut zwei Monatsmieten fürs Nichtstun bezahlen musste. Und der Makler, den man bezahlt, hat sogar noch ein Interesse daran, dass die Miete möglichst hoch ist, weil er dann auch mehr Geld bekommt. Das ist einfach nur krank. Und es ist hochgradig unmoralisch, so einen Beruf auszuüben.

In der Schweiz hat man dies besser geregelt. Der Vermieter (und damit der Nutznießer) bezahlt den Makler und es bleibt für den Mieter nur die Miete zu zahlen. Ob diese nun wirklich höher, weil die Maklergebühr draufgeschlagen wird, wage ich zu bezweifeln. Vermieter versuchen so oder so eine möglichst hohe Miete zu erzielen und Mieter so oder so eine möglichst niedrige.

Dieses System kommt jetzt in Deutschland aufgrund einer Gesetzesänderung auch. Nach der noch viel wichtigeren „Aussetzung“ (oder faktischen Abschaffung) der Wehrpflicht ist das einmal ein gutes Gesetz, dass unsere Regierung auf den Weg gebracht hat. Vielleicht eines der wenigen, aber es ist gut.

Ich hoffe, dass die Schweizer sich wiederum an der Abschaffung der Wehrpflicht ein Vorbild an Deutschland nehmen. Mehr dazu kommt vielleicht ein anderes Mal…

Ich habe als Mieter so lange Wohnungen gesucht, bis ich eine ohne Makler gefunden habe. Das war nicht einfach, hat mir aber erspart, ein unethisches Verhalten finanziell zu unterstützen und Geld wegzuwerfen, für das ich bessere Verwendungszwecke hatte.

Gemäß der reinen Lehre hätten Marktmechanimsen die Makler aus dem Markt fegen müssen. Es ist eine interessante Frage, warum sich der Markt in diesem Fall nicht selbst heilen konnte, sondern gesetzliche Regelungen notwendig sind. Diese Marktmechanismen würden in so einem ähnlichen Fall auch besser funktionieren, wenn Firmen miteinander interagieren, deren Entscheidungsträger mehr ökonomisches Wissen aber auch mehr ökonomische Macht mitbringen als eine einzelne Person, die eine Mietwohnung sucht. Und es greift der Effekt, dass der Makler einfach zuerst da ist und sich dazwischen schaltet, mit Knebelverträgen, die dem Vermieter das direkte Vermieten verbieten. Für das typische Modell, dass der Vermieter eine Wohnung hat und einen Mieter sucht, ist das Modell, passend, dafür jemanden zu beauftragen und zu bezahlen, weil der Vermieter ja wirklich die Wahlmöglichkeit hat. Und Marktmechanismen basieren auf der Ausübung von Wahlmöglichkeiten.

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