Schulreisen

Auf Schweizer Bahnhöfen bekommt man es gelegentlich mit, dass für Schulklassen in bestimmten Wagen Plätze reserviert sind. Reseriverungen werden sonst in der Schweiz selten praktiziert, aber in diesem Fall schon. Das wird im Bahnhof so angesagt und es scheint auch gängige Praxis zu sein, die Klassenfahrten oder Schulreisen mit der Bahn zu machen. Ganz toll sind natürlich Klassenfahrten mit Fahrrädern, auch das sieht man gelegentlich.

In Deutschland wurden vor einigen Jahren für Klassenfahrten meistens Busse gemietet. Dass man mit dem Zug gereist ist, kam auch vor, aber viel seltener. Eine banale, aber nicht zu unterschätzende Hürde war dabei, dass diese Klassenfahrten für die Lehrer Teil ihrer Berufsausübung und nicht Freizeitreisen waren. Nun muss man für alle Schüler und auch die Lehrer oder andere Begleitpersonen Fahrkarten kaufen. Die meisten Arbeitnehmer bekommen die Fahrkarte für solche berufsbedingten Reisen von ihrem Arbeitgeber bezahlt. Nun haben Schulen ein Budget für so etwas, aber anscheinend reicht das zumindest in dem einen oder anderen deutschen Bundesland nicht sehr weit, so dass man dort gar nicht erst anfangen kann, die Fahrkarten oder einen Teil davon zu finanzieren. Nun kann man einfach von den Schülern etwas mehr Geld einsammeln, aber das gibt komplizierte Diskussionen, wenn die Fahrkarte eigentlich 12.20 kostet, aber man nun 13.40 bezahlen soll. Das Problem wurde mit einem Bus aus der Welt geschafft, dessen Kosten nur auf die Schüler umgelegt wurden.

Ich denke, dass es wichtig ist, dass die Schüler die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel kennenlernen und auch positiv kennenlernen. Diese kleine Aufmerksamkeit, dass die Reservierungen der Klasse im Bahnhöf angekündigt werden, dass man sich von der Bahn ernstgenommen fühlt, ist da hilfreich, auch wenn es rational gesehen vielleicht keinen großen Unterschied macht. In den Unterlagen des Lehrers wird wahrscheinlich stehen, wo die Plätze reserviert sind. Im Bus sollte man während der ganzen Fahrt auf seinem Platz bleiben oder nur so kurz wie möglich aufstehen. Und alle sitzen in Fahrtrichtung. Das kann ein Vorteil der Bahn für die Kommunikation innerhalb der Gruppe sein, weil man dort eigentlich jederzeit aufstehen kann und weil dort je nach Bahn auch Sitzanordnungen vorkommen, wo man sich gegenüber sitzt. Das Problem der Fahrkarten für die Lehrer lässt sich recht einfach lösen, indem die Bahn bei Klassenfahrten die Fahrkarten für 2-3 Lehrer gratis dazugibt. Klassenfahrten lassen sich gut unterscheiden von anderen Gruppenreisen, so dass ein Missbrauch dieser Gratisfahrten nicht zu befürchten ist. Und für die Bahn ist das eine gute Investition in ihre zukünftigen Kunden.

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