Deutsch mit kyrillischem Alphabet schreiben

Mal als Gedankenspiel, wie wäre es, Deutsch mit kyrillischem Alphabet zu schreiben? Ist das dafür überhaupt geeignet?

Das witzige ist, dass man damit sogar eine bessere, konsistentere Rechtschreibung hinbekäme.

Der Grund ist nicht, dass das kyrillische Alphabet überlegen ist oder sich besser für Deutsch eignet, sondern einfach weil es ein Neuanfang wäre, bei dem man die Zuordnung von gesprochener zu geschriebener Sprache etwas logischer gestalten könnte.

Es könnte etwas so aussehen:

A (kurz) => А
Aa, Ah, A (lang) => Аа
Au => Аў
Ai, Ay => Aй
Ä (kurz) => Ӓ
Äh, Ä (lang) => Ӓӓ
B => Б
C (als K gesprochen) => К
C (als Z gesprochen) => Тс
C (als S gesprochen) => С
Ch (wie in Buch, ich, Bach) => Х
Ch (wie in Charlotte) => Ш
Ch (wie in Chrom, Büchse, Sechs) => К
D => Д
E (kurz) => Е
Ee, Eh, E (lang) => Ее
Ei, Ey => Aй
Eu => Oй
F => Ф
G => Ґ (ukrainisches kyrillisches Alphabet)
G (wie zweites G in Garage) => Ж
H (gesprochen) => Г
I (kurz) => И
Ie, Ih, I (lang) => Ии
J (wie in Ja) => Ј (serbisches kyrillisches Alphabet)
J (wie in Joker) => Дж
K => К
L => Л
M => М
N => Н
O (kurz) => О
Oo, Oh, O (lang), Oe (wie in Soest, Itzehoe) => Оо
Ö (kurz) => Ӧ
Öh, Ö (lang) => Ӧӧ
P => П
Ph => Ф
Q (alleine, wie K gesprochen), Qu (wie K gesprochen) => К
Qu, Qv (wie Kw gesprochen) => Кв
R => Р
S, ẞ (wie in Sauna, Slave, Kiste, Buße) => С
S (wie in Sand) => З
Sch, Sc (wie in crescendo gesprochen), Sh (wie sch gesprochen) => Ш
St (wie Strand) => Шт
Sp (wie Spiel) => Шп
T, Th (wie T gesprochen) => Т
U (kurz) => У
Uh, U (lang) => Уу
Ü (kurz) => Ӱ
Üh, Ü (lang) => Ӱӱ
V (wie in Vogel) => Ф
V (wie in Volumen) => В
W => В
X => Kс
Y (wie I gesprochen, kurz) => И
Y (wie I gesprochen, lang) => Ии
Y (wie Ü gesprochen, kurz) => Ӱ
Y (wie Ü gesprochen, lang) => Ӱӱ
Y (wie J gesprochen, wie Yacht) => Ј
Z => Ц

Die Zuordnung lässt sich sicher noch verbessern und vervollständigen.

Ich möchte nicht empfehlen, das Alphabet zu wechseln. Aber es ist sicher interessant, einmal darüber nachzudenken, wo unsere Rechtschreibung unlogisch ist und ob es sinnvoll ist, sie logischer zu machen. Das wird mit normalen Rechtschreibreformen immer noch in kleinen Schritten passieren, während man es (als Gedankenspiel) bei einem Alphabetwechsel in einem großen Schritt machen könnte.

Andere Sprachen, wie z.B. Esperanto oder Finnisch haben die Rechtschreibung sehr nah an die Aussprache angebunden. Und Englisch oder Arabisch haben eine viel größere Diskrepanz zwischen Rechtschreibung und Aussprache, insbesondere bei Lesen. Man kann in diesen beiden Sprachen nur Wörter lesen, die man gut kennt. Bei Namen von kleineren Orten, die man nicht kennt, muss man raten oder Einheimische fragen, wie sie gesprochen werden.

Viele Sprachen haben wie Deutsch eine gewisse Beziehung zwischen Aussprache und Rechtschreibung, mit einigen Ausnahmen vor allem für häufige Wörter und einigen Mehrdeutigkeiten, aber erlauben im Großen und Ganzen Wörter, die man nicht kennt mit richtiger Aussprache zu lesen.

Das lateinische Alphabet mit ein paar Zusatzbuchstaben (z.B. ä,ö, ü, ß, å, ñ, ç,…) ist eigentlich nicht schlecht, die Buchstaben sind gut unterscheidbar, auch bei relativ kleiner Schriftgröße, wenn man gute Fonts nimmt.

Unschön ist es, dass bestimmte Buchstabenkombinationen wie „sp“, „st“, „ch“, „sch“, „ei“, „au“, „eu“, „qu“,… speziell behandelt werden, aber nicht immer. Und natürlich sind Fremdwörter bezüglich Rechtschreibung ein Fremdkörper, weil sie sich an den Regeln der Herkunftssprache orientieren.

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