Tunnel Rastatt: Plan zur Fertigstellung

Der Tunnel in Rastatt wird nun nach etwa zwei Jahren Unterbrechung wieder weitergebaut.

Man hat wegen der Havarie im Tunnel wohl Angst, weiter zu bauen und deshalb lange gezögert. Jetzt gibt es immerhin einen Plan. Die von der Havarie nicht betroffene Weströhre wird wie geplant mit der Tunnelbohrmaschine gebaut. Sie soll bis 2020 im Rohbau fertig sein. Danach wird die Bestandsstrecke auf 700 Metern Länge verlegt, so dass sie oberhalb dieser fertigen Röhre verläuft. Dann wird der Rest der Oströhre in offener Bauweise erstellt. Am Schluss wird die Bestandsstrecke wieder an ihren alten Standort verlegt und die Gleise, Oberleitungen und Kabel werden eingebaut. Im Jahr 2024 wird der Tunnel fertig sein und dann ein ganzes Jahr getestet, bevor er 2025 offiziell in Betrieb genommen wird.

Ein paar Fragen bleiben:

  • Warum brauchte man zwei Jahre für die Spurensicherung der Havarie? Diese Verzögerung kostet auch viel
  • Warum kann man nach der Fertigstellung der Betonplatte nicht auch unter dieser bauen?
  • Warum kann man nicht die Weströhre schon 2021 in Betrieb nehmen und die Oströhre etwas später? Das würde den Engpass bei Rastatt schon teilweise entlasten
  • Warum ist die Restbauzeit nach der Havarie etwa gleich lang wie für das Projekt Rogfast, bei dem von 2018 bis 2026 ein 27 km langer Straßentunnel unter dem Meer gebaut wird?
  • Warum muss man so einen Tunnel über ein Jahr lang testen?

Ergänzung 2019-10-04: Gemäß Wikipedia ist die Inbetriebnahme nur einer Röhre nicht zulässig, weil die zweite Röhre als möglicher Fluchtweg zur Verfügung stehen muss. Trotzdem ist es bedauerlich, dass dieses Projekt sich jetzt so in die Länge zieht und nicht zügiger vorankommt, wo die Röhren doch eigentlich fast fertig sind.

Links

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Film über Rastatt

Die Deutsche Bahn hat auf youtube einen Film über den aktuellen Stand, die Arbeiten der letzten 18 Monate und die Schwierigkeiten beim Bau des Rastatter Tunnels zur Verfügung gestellt. Ich finde ihn sehenswert.

Mehr zum Thema in den älteren Artikeln und in deren Links:

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Rastatt: Aktueller Stand über Streckenunterbrechung

Die Unterbrechung der Strecke Mannheim–Basel im Süden von Rastatt südlich von Karlsruhe soll jetzt bis zum 7. Oktober 2017 dauern. Der Tunnel sollte die vorhandene Bahnstrecke in zwei Röhren in einem sehr spitzen Winkel unterqueren. Die Röhren sind beide fast fertig, es fehlten nur noch etwa 100–200 Meter. Zum Tunnelbau hat man den Boden künstlich vereist und dann mit Tunnelbohrmaschinen gearbeitet. Diese sind etwa 90 Meter lang. Der ausgebrochene Hohlraum wurde mit Betonteilen (Tübbingen) ausgekleidet, die sich zu einer Röhre zusammensetzen lassen. Der Tunnel verläuft nur etwa 5 Meter unter der Erdoberfläche. Nun hat sich ausgerechnet an der Stelle, wo die Gleise oberhalb des neuen Tunnels verlaufen, bei einer Röhre der Boden leicht gesenkt, trotz Tübbingen und Vereisung, weshalb eine Sperrung erforderlich wurde. Anscheinend ist ein einzelnes Segment der Tunnelauskleidung verrutscht. Dies befand sich im Bereich der Tunnelbohrmaschine, die insgesamt etwa 90 Meter lang ist.

Nun hat man den Hohlraum der betroffenen Röhre unter der Strecke mit einem Betonkegel gegen den Rest des Tunnels abgetrennt und dann auf etwa 150 Metern Länge mit Leichtbeton gefüllt. Es wurde damit begonnen, im betroffenen Abschnitt unterhalb der Gleise eine 150 m lange und 1 m dicke Platte aus Stahlbeton zu bauen, oberhalb derer die Gleise dann wieder aufgebaut werden sollen. Die Erstellung der Betonplatte dauert etwa drei Wochen. Mit dem Weiterbau der Röhre, die nicht von dem Unglück betroffen war, soll demnächst fortgefahren werden. Man liest, dass die von dem Unglück betroffenen Röhre auch am selben Ort weitergebaut werden soll. Es wird also wohl der Beton und die einbetonierte Tunnelbohrmaschine abgetragen werden.

Anscheinend wurden alle ICE-Garnituren, die sich südlich der Störungsstelle in Südbaden oder in der Schweiz befanden, auf Umwegen nach Norden gebracht. Zwischen Basel und Baden-Baden verkehren jetzt normale IC-Züge mit Loks, die etwas langsamer sind, weil sie auf den beiden für 250 km/h ausgebauten Abschnitten nur 200 km/h fahren können. Außerdem gibt es dort kein Internet für die Fahrgästet, das hat zur Zeit nur der ICE.

Was die Umleitungen betrifft, ist für den Reiseverkehr in der Regel das kleinste Übel, die Stunde Zeitverlust durch zweimaliges Umsteigen und Busverkehr als Schienenersatz zwischen Baden-Baden und Rastatt in Kauf zu nehmen. Für Nachtfahrten nach Hamburg und Berlin ist im Moment der Umweg über Augsburg die Alternative, wenn man dort noch Plätze finden sollte. Die Nachtzüge von Zürich nach Hamburg fallen leider aus. Ob mit der Wiederinbetriebnahme der Strecke von Horb nach Stuttgart auf diesem Weg gefahren werden wird, wird sich noch zeigen.

Schwierig wird es vor allem für die Güterzüge. Es werden Umleitungsstrecken über Tübingen und Lauterburg genutzt, die aber alle nicht ohne weiteres die ausreichende Kapazität für 100-200 Güterzüge pro Tag bringen. Die Baustelle auf der Bahnstrecke von Horb nach Stuttgart wird beschleunigt, um die Strecke früher wieder in Betrieb nehmen zu können. Baustellen zwischen Basel und Schaffhausen werden aufgeschoben. Einige Regionalzüge auf Umleitungsstrecken fallen aus und werden durch Busse ersetzt, um Kapazitäten für den Güterverkehr zu schaffen.

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