Wie weiter mit den verwüsteten Braunkohleabbaugebieten

Durch Braunkohleabbau sind viele Gebiete verwüstet worden.

Am Ende wird ein Teil der Löcher gefüllt und in unbewohnte Landwirtschaftsfläche umgewandelt. Ein Teil soll zu tiefen Seen werden. Das Auffüllen der Seen dauert in der Regel Jahrzehnte, es ist also für die meisten heute lebenden Menschen ein Leben lang in einer Art Baustellenzustand und unsere Enkel könnten tatsächlich diese Seen einmal vorfinden.

Verkehrswege, die es vorher gab, werden nicht wieder hergestellt, mit Ausnahme von Autobahnen und Feldwegen zur Erschließung der Landwirtschaftsflächen. Die Gebiete bleiben unbewohnt.

Ein paar Fragen stellen sich nun aber.

Warum wird die Wiederherstellung der Verkehrswege zu einer Autoförderungsmaßnahme gemacht? Warum sollen Radfahrer den Braunkohlebergbau durch die Beseitigung von guten Verkehrswegen subventionieren?
Sinnvoll wäre es, hier Verkehrswege primär für moderne Verkehrsmittel zu bauen, also etwa im Verlauf von Straßen, die früher das Gebiet kreuzten Radschnellwege zu bauen, auf denen Radfahrer hindernisfrei und autofrei auf dem kürzesten Weg das Gelände durchqueren könnten, zumindest die Teile, die aufgefüllt werden. Radschnellwege zu bauen, ist sehr teuer, aber vor allem, weil Dämme, Einschnitte, Brücken, Tunnel u.s.w. viel kosten. Wenn man aber ein flaches Gelände ohne Wohngebiete hat, das nur von vereinzelten Feldwegen durchquert wird, braucht man viel weniger Kunstbauten und kann das Gelände kostengünstig erwerben.

Statt Seen anzulegen gäbe es auch die Möglichkeit, Pumpspeicherwerke zu bauen, die die Braunkohlelöcher als Speicher nutzen. Man könnte endlich einmal richtig viel Kapazität an Pumpspeicherwerken haben, was sonst nicht möglich ist. Aber sowohl für das Anlegen der Seen als auch für das Füllen der Pumpspeicher und im Fall von Pumpspeichern auch für das Abführen von überflüssigem Wasser wären Wasserleitungen mit großer Kapazität erforderlich. Im Fall der Braunkohlegebiete westlich von Köln und Düsseldorf wäre hier die Überlegung, einen Kanal zwischen Rhein und Maas zu bauen, der es mit entsprechenden Stichkanälen erlaubt, die erforderlichen Wassermengen von Maas und Rhein innerhalb kurzer Zeit heranzuführen und später für Binnenschiffe eine kürzere Verbindung nach Antwerpen zu haben. Die große Zeit der Binnenschifffahrt ist sicher vorbei und ob sich nun Kanalprojekte wie der Main-Donau-Kanal und der Elbe-Seitenkanal oder der Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals sinnvoll waren oder sind, ist zumindest sehr umstritten. Dieser Fall ist aber eine Ausnahme, weil der Rhein auch heute einen sehr regen Binnenschiffsverkehr aufweist und die Verbindung zum umschlagsmäßig zweitgrößten Hafen in Europa vermutlich eine gute Auslastung erzielen könnte. In diesem Szenario könnte man auch kleine Wasserkraftwerke bauen, die die Energie beim Füllen der Löcher nutzen. Da diese bis zu 400 Meter tief sind, wäre es eine erhebliche Energiemenge, allerdings natürlich nur für eine gewisse Zeit.

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