Gotthard-Bergstrecke

Man hört immer wieder einmal, dass die Gotthard-Bergstrecke nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels nicht mehr notwendig sei. So wird eine Stilllegung dieser Strecke befürchtet oder sogar befürwortet.

Man sollte jedoch die Vorteile dieser „alten“ Gotthard-Bergstrecke nicht außer Acht lassen. Natürlich verkehren heute die Fernzüge und die Güterzüge durch den neuen Basistunnel und auf der Bergstrecke verbleibt ein Bruchteil des Verkehrs.

Dennoch bleiben zwei oder drei wichtige Funktionen für die alte Strecke.

Sie ist immer noch eine wichtige Umleitungsstrecke für den Basistunnel bei Betriebsstörungen oder bei planmäßigen Bauarbeiten.

Außerdem wird sie stündlich von „Regionalexpress“-Zügen befahren, die die Bergregion erschließen. Die Bahnhöfe Airolo und insbesondere Göschenen sind wichtige Umsteigebahnhöfe auf lokale öffentliche Verkehrsmittel. In Göschenen beginnt eine Schmalspurbahn, die nach Andermatt führt und dort auf eine Ost-West-Strecke trifft, die ein großes Gebiet in den Alpen durchfährt und erschließt.

Ein drittes Argument, das man gelten lassen kann oder ignorieren kann, ist der touristische Wert der Gotthardstrecke. Letztlich gibt es auch heute tagsüber mindestens stündliche Züge über die Gotthard-Bergstrecke und Reisenden, die diese Strecke gerne sehen wollen, steht diese Möglichkeit zur Verfügung. Offensichtlich will die Mehrheit der Reisenden lieber schneller ans Ziel kommen, aber es bleibt ja ein Restverkehr für die alte Strecke, der deren Existenz rechtfertigt. In diesem Restverkehr sind sicher auch einige Reisende, die sich bewusst für die Bergstrecke entschieden haben.

In Spanien gibt es einen ähnlichen Fall mit der Strecke von Bahnstrecke León–Gijón, die durch den Pajares-Tunnel ersetzt wird. In dem Fall ist die Bedeutung der Strecke, die letztlich eine Stichbahn zu zwei Städten mit je etwa 250’000 Einwohnern ist, nicht vergleichbar mit der Gotthardroute und man wird die alte Strecke abbauen, allerdings soll sie als Radweg asphaltiert werden und so weiterhin ein Verkehrsweg bleiben. Unter dem touristischen Gesichtspunkt ist das bedauerlich, weil das eine der schönsten Strecken in Spanien, wenn nicht in Europa ist. Aber auch hier wird die Mehrheit der Reisenden der kürzeren Fahrzeit den Vorzug geben und man kann die alte Strecke mit ihrer Landschaftlichen Schönheit dann in Ruhe mit dem Fahrrad genießen. Wenn das Versprechen noch aktuell ist und eingehalten wird.

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