Durchmesserlinie in Zürich

Nach vielen Jahren Bauzeit ist in Zürich die sogenannte Durchmesserlinie eröffnet worden. Damit hat der Hauptbahnhof jetzt in der unteren Ebene 10 Gleise und in der oberen Ebene 16 Gleise. Die Nummern der Gleise sind geändert worden, jetzt ist es einigermaßen logisch. In der oberen Ebene ist ein Kopfbahnhof und wenn man auf dem Querbahnsteig steht, sieht man die Gleise 3 bis 18. In der unteren Ebene sind 21 und 22 für die Sihltalbahn und die Üetlibergbahn, zwei S-Bahn-Linien, die in Richtung Südwesten führen. Dann kommen die neuen Gleise 31 bis 34 der neuen Durchmesserlinie und daran anschließend die Gleise 41 bis 44 der schon länger in Betrieb befindlichen S-Bahn-Strecke nach Nordosten, die Ende der 1980er Jahre erstmalig dne Hauptbahnhof zum Durchgangsbahnhof gemacht hat.

Die Entstehung der Durchmesserlinie ist noch interessant. Man wusste, dass der Bahnhof und die Zufahrten nicht ausreichen und wollte eine der Zufahrtsstrecken vom Hauptbahnhof nach Zürich Oerlikon auf vier Gleise erweitern und den Bahnhof oberirdisch erweitern. Dagegen gab es Widerstand und es wurde als Alternativlösung vom VCS etwa die heutige Lösung vorgeschlagen. Zunächst wurde der viergleisig Ausbau der Bestandsstrecke in redimensionierter Form weiterverfolgt. Es wurde nur die eigentliche Bahnhofseinfahrt erweitert und durch zusätzliche Brücken wurden mehr konfliktfrei gleichzeitig stattfindende Zugfahrten ermöglicht, aber die eigentliche Strecke blieb zweigleisig. Außerdem wurden die provisorischen Gleise 51 bis 54 oberirdisch ein Stück nach hinten versetzt neben dem Bahnhof gebaut. Diese existieren (Stand Juli 2014) noch, sind aber inzwischen nicht mehr in Betrieb. Die Lösung der neuen Durchmesserlinie kostete etwa 2 Milliarden CHF und wurde eine Volksabstimmung im Kanton Zürich unterzogen, wo etwa 80 % Zustimmung erzielt wurden. Um das ganze auch den anderen Sprachregionen schmackhaft zu machen, wurde das ganze immer als Bündel mit zwei anderen Maßnahmen kommuniziert. In Genf wird eine kurze Verbindung nach Amenasse gebaut, die den Verkehr in gewisse Richtungen nach Frankreich sehr verbessern wird. Im Tessin wird die Strecke von Lugano nach Varese gebaut, die mehr Verbindungen in Richtung Norditalien ermöglicht und vor allem auch Nahverkehr über die Grenze.

Nun ist die erste Stufe der Durchmesserlinie fertig. Wie die anderen beiden unterirdischen Bahnhofsteile fließt der Fluss Sihl zwischen den oberirdischen und den unterirdischen Gleisen auf der mittleren Ebene durch den Bahnhof durch. Deshalb ist die mittlere Ebene unterbrochen, allerdings ist sie im Zuge dieser Baumaßnahme stark erweitert worden, aber zweigeteilt geblieben.

Was noch in Bau ist sind die Zufahrten zur neuen Durchmesserlinie von Westen (Altstetten) und die Erweiterung des Bahnhofs in Oerlikon von sechs auf acht Gleise.

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