Hochgeschwindigkeitsstrecken in China

Vor wenigen Jahren hatte China noch kein sehr gutes Bahnnetz für die Größe und Einwohnerzahl des Landes. Ein paar Strecken, aber die Vereinigten Staaten hatten sicher ein viel längeres Streckennetz. Das mag auch heute noch gelten, wenn man die reine Streckenlänge misst. Immerhin war 2007 ein Nachtzug von Chansha nach Peking nur 13 Stunden unterwegs auf einer Strecke, die etwa 1700 km lang ist. Für eine „konventionelle“ Strecke von dieser Länge ist das kein schlechter Schnitt, schon gar nicht für einen Nachtzug. In den Vereinigten Staaten hat man auf so langen Strecken eher einen 80er Schnitt zu erwarten. Allerdings warf man in China damals auch viel von dem Potential der Bahn weg, indem man den Fahrgästen solche Gepäckdurchleuchtungen wie beim Flughafen abverlangte, was etwa eine halbe Stunde vor der Abfahrt kostete und das Bahnreisen umständlich machte.

Aber innerhalb von weniger als zehn Jahren hat sich China das mit Abstand längste Netz an Hochgeschwindigkeitsstrecken der Welt gebaut und damit „Platzhirsche“ in diesem Bereich wie Japan, Frankreich, Spanien, Deutschland, Italien und Schweden locker überrundet. Man kann das jetzt leicht damit abtun, dass das Land so dicht besiedelt ist, so viele Leute hat, relativ niedrige Löhne und damit günstige Baukosten hat und dass ein autoritärer Staat seine Projekte ohne Diskussion durchziehen kann. Und China ist natürlich ein industrialisiertes Schwellenland geworden, dass zu solchen Projekten in der Lage ist. Und der Ausbau scheint ja auch in kaum verringertem Tempo weiterzugehen. Man kann auch noch nicht einmal sagen, dass China nun sehr stark auf die Bahn setzt, weil China sich in den letzten Jahrzehnten auch das mit Abstand längste Autobahnnetz der Welt zugelegt hat.

Wie sieht es in anderen Ländern aus? Ein typisches Szenario ist, dass solche Projekte für schnelle Bahnstrecken endlos lange dauern, ihre Kosten sehr hoch sind und eher noch überschritten werden und dass es nach Jahrzehnten vielleicht doch noch zur Einweihung kommt. Sehr viele Länder, auch Schwellenländer, erwägen solche Hochgeschindigkeitsstrecken zu bauen oder deren Netz zu erweitern, zum Beispiel Brasilien und Argentinien in Südamerika, Mexiko, die Vereinigten Staaten (zusätzlich zu dem bestehenden relativ kurzen Streckenabschnitt von Boston über New York nach Washington), etliche arabische Länder, z.B. Marokko und die Staaten des Golf Kooperationsrats, Iran, Russland, die Türkei, neuerdings etwas ernsthafter Indien und recht viele Staaten in Ost- und Südostasien.

Interessant ist aber, warum es außer China praktisch keinem anderen Land gelingt, diese Neubaustrecken einigermaßen zügig zu bauen. Einige Länder haben etwas weniger Geld, dann aber auch noch niedrigere Baukosten. Oder mehr Geld. Einige Länder haben auch autoritäre Strukturen… Länder in Form eines schmalen Streifens wie Vietnam oder Chile würden sich direkt anbieten, weil schon eine Nord-Süd-Strecke recht viel bringen könnte. Chile mag ja zu wenige Einwohner haben, aber Vietnam ist recht dicht besiedelt und sollte ein recht hohes Fahrgastpotential aufweisen. Dass derartige Projekte in den Vereinigten Staaten endlos verschleppt werden, kann man vielleicht noch damit erklären, dass dort die Auto-, Flugzeug- und Öllobbys sehr viel Einfluss haben.

Trotzdem bleibt es eine interessante Frage, wieso ausgerechnet in China in so kurzer Zeit so ein Hochgeschwindigkeitsnetz entstehen kann. während es fast überall sonst lange braucht oder gar nicht zustande kommt.

Zahlen

Man denkt immer an

    \[{\Bbb N} = \{1, 2, 3, 4,5,6,\ldots\}\]

(natürliche Zahlen), oft auch mit der 0 noch zusätzlich dabei

    \[{\Bbb N}_0 = \{ 0, 1, 2, 3,4,5,6,\ldots\}\]

Aber ganze Zahlen

    \[{\Bbb Z} = \{\ldots,-5,-4,-3,-2,-1,0,1,2,3,4,5,\ldots\}\]

und rationale Zahlen

    \[{\Bbb Q} = \{ \frac{x}{y} : x \in {\Bbb Z} \wedge y \in {\Bbb N}\}\]

kennt man auch noch.

Wie sieht es mit den reellen Zahlen {\Bbb R} aus? Diese ergeben sich, wenn man eine Abstandsfunktion, z.B. den Absolutbetrag der Differenz, mit den rationalen Zahlen betrachtet und verlangt, dass die rationalen Zahlen vervollständigt werden bezüglich Grenzwertbildung, was ich hier nicht ausführe. Oder man zieht eine Anordnung hinzu, z.B. unser übliches < und > und verlangt eine Abgeschlossenheit gegenüber Supremumsbildung. Wer nehmen also eine beliebige beschränkte Menge M \subseteq {\Bbb Q} von rationalen Zahlen. Beschränkt bedeutet, dass es eine rationale Zahl R gibt, so dass

    \[\bigwedge_{x \in M} -R < x <R\]

(für alle Elemente x der Menge M ist -R < x < R) erfüllen. Dazu kann man noch eine Menge

    \[N \subseteq {\Bbb Q}\]

definieren so dass

    \[N=\{y \in {\Bbb Q} : \bigwedge_{x \in M} y >= x\}.\]

Dann kann man das Supremum

    \[s = sup(M) \in {\Bbb R}\]

definieren durch

    \[\bigwedge_{x \in M} x \le s \wedge \bigwedge_{y \in N} s \le y.\]

Nun ist dieses Supremum eindeutig, es existiert für alle beschränkten Mengen und man kann damit sogar die reellen Zahlen definieren. Ach ja \wedge bedeutet „und“, \vee bedeutet „oder“ und

    \[\bigwedge_{x \in M}\ldots\]

bedeutet „für alle x in M …“, was sozusagen zusammen-„ge-undet“ ist aus den Aussagen für die einzelnen x. Und

    \[\bigvee_{x \in M}\ldots\]

bedeutet „es existiert ein x in M mit …“, was sozusagen zusammen-„ge-odert“ ist aus den Aussage für die einzelnen x.

Das merkwürdige ist nun, dass die rationalen Zahlen es erlauben, jede reelle Zahl beliebig genau zu approximieren, was ja in der Natur des Supremums liegt, aber dass die reelle Zahl selbst nicht rational sein muss. Es ist sogar so, dass die rationalen Zahlen abzählbar sind, dass es also eine Abbildung von den natürlichen Zahlen auf die rationalen Zahlen gibt, die es erlaubt, jeder natürlichen Zahl eine rationale Zahl zuzuordnen und dabei jede raionale Zahl zu treffen, während die rellen Zahlen überabzählbar sind, was bedeutet, dass dasselbe für reelle Zahlen nicht so möglich ist.

Die komplexen Zahlen {\Bbb C} sind wiederum die algebraische Vervollständigung der rellen Zahlen, was bedeutet, dass zu jedem Polynom

    \[p(X)=\sum_{j=0}^n a_j X^j\]

mit

    \[\bigwedge_{j=0}^n a_j \in {\Bbb R}\]

eine komplexe Zahl z \in {\Bbb C} existiert so dass p(z)=0 ist. Man kann sie sich auch mit einem imaginären i vorstellen, für das i^2 = -1 gilt und dann sind die komplexen Zahlen

    \[{\Bbb C = \{ x + i y : x, y \in {\Bbb R}\}.\]

Mindestens unter den Elektrotechnikern, Physikern und Mathematikern sind die komplexen Zahlen recht vertraut.

Etwas weniger bekannt sind die algebraischen Zahlen

    \[{\Bbb A} = \{ z \in {\Bbb C}} : \bigvee_{n\in{\Bbb N}} \bigvee_{a_0, a_1,\ldots a_n \in {\Bbb Q}}: p(z) = \sum_{j=0}^n a_j z^j = 0 \},\]

die wiederum wie die rationalen Zahlen abzählbar sind. Die Quadratwurzel von 2 ist z.B. eine algebraische Zahl, aber keine rationale Zahl.

Dann gibt es aber noch so etwas wie endliche Körper, die man z.B. dadurch erhält, dass man eine Primzahl p zugrundelegt und mit Ganzzahlen rechnet, aber nur die Reste bei Division mit Rest durch p betrachtet. Man nennt das Restklassen, weil Zahlen, die denselben Rest ergeben, nicht unterschieden werden und zusammen eine Restklasse bilden. Diese Körper werden oft mit {\Bbb F}_p oder GF(p) bezeichnet.

Wenn man die Vervollständigung durch Grenzwertbildung oder durch topologische Prozesse betrachtet, kann man für eine Primzahl p von den rationalen Zahlen auch auf die p-adischen Zahlen kommen. Als Betragsfunktion nimmt man hier für eine rationale Zahl der Form

    \[p^n \frac{x}{y}\]

mit nicht durch p teilbaren x und y und einem ganzzahligen n so etwas

    \[|p^n \frac{x}{y}|_p = p^{-n}.\]

Eine Zahl ist also umso näher an 0, wenn sie durch eine hohe Potenz der Primzahl p teilbar ist.

Die Details habe ich hier nur angedeutet, sie stehen in Wikipedia… Das mag hier nur als Denkanregung dienen. Interessant ist übrigens auch die Frage, wie man diese Zahlen in der Informatik in verschiedenen Programmiersprachen ausdrücken kann. Vielleicht kommt dazu einmal etwas in meinem anderen Blog.

Um diejenigen zu beruhigen, denen das hier zu mathematisch war, es werden auch wieder andere Themen kommen, aber diese Blog soll doch auch eine gewisse Themenvielfalt beinhalten… 😉

Ziehen mehr Straßen mehr Verkehr an?

Eine oft geführte Diskussion ist, ob mehr Straßen auch mehr Verkehr anziehen.

20min

Empirische Beobachtungen zeigen, dass die Nachfrage nach MIV-Konsum elastisch ist und damit stark von den begrenzenden Faktoren abhängt. Das ist oft die Straßenkapazität, der Parkraum oder auch die Kosten, wenn es ernsthafte flächendeckende Mautsysteme oder wesentlich höhere Benzinpreise gäbe. Manchmal lässt sich durch eine Umgehungsstraße tatsächlich ein Ort entlasten, aber das Gesamtverkehrsaufkommen nimmt dabei zu.

In der Schweiz sind durchaus Bestrebungen vorhanden, ein Ausufern des MIV durch Knapphalten des Parkraums und punktuell sogar der Straßenkapazität zu verhindern, gleichzeitig aber einen recht gut ausgebauten öffentlichen Vekrehr anzubieten. Es gibt natürlich auch immer die entgegengesetzten Bestrebungen, die sich oft durchsetzen. Aber in Zürich gilt schon seit vielen Jahren das Prinzip, dass im inneren Bereich der Stadt neuer Parkraum nur gebaut und in Betrieb genommen werden darf, wenn dafür gleich viele Parkplätze an anderer Stelle abgebaut werden. In manchen Regionen werden z.B. neuen Einkaufszentren und Multiplexkinos Beschränkungen auferlegt, wieviele Parkplätze sie maximal bauen dürfen.

In der NZZ wurde vor kurzem einmal über die externen Kosten der verschiedenen Verkehrsträger geschrieben…

Bahnverkehr im Baltikum

Gemäß NZZ ist die EU bestrebt, mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern. Dabei ist vor allem der Güterverkehr gemeint.

Erstaunlicherweise wird in dem Artikel geschrieben, dass Lettland einen Bahnanteil von 64% beim Güterverkehr haben soll, im Gegensatz zu 40% in der Schweiz. Das ist bemerkenswert, denn zwischen den baltischen Ländern und dem Rest der EU gibt es wegen des Wechsels der Spurweite einen großen Nachteil für den Güterverkehr und außerdem verläuft die direkteste Bahnstrecke ein Stück durch Weißrussland. In einwohnermäßig so kleinen Ländern würde man einen hohen Anteil an grenzüberschreitendem Verkehr erwarten.

Gesehen habe ich 2003, 2005 und 2008, dass einer der beiden damals vorhandenen Straßenübergänge zwischen Litauen und Polen einen sehr hohen Lkw-Anteil am Verkehrsaufkommen hatte. Etwa 2/3 der Fahrzeuge auf der zur Grenze führenden litauischen A5 waren Lastwagen, etwa 400 pro Stunde. Das ist keine professionelle Messung, sondern nur eine Schätzung und Momentaufnahme.

Hier ist mit der Rail Baltica genannten Bahnverbindung von Warschau durch die baltischen Ländern bis nach Estland und vielleicht sogar bis nach Finnland eine Verbesserung geplant, wenn dieses Projekt einmal vorankommt. Es bleibt aber interessant, welche Lösung für die Spurweite sich in den baltischen Ländern langfristig durchsetzen wird. Die inländischen Strecken sind fast alle mit 1520 mm Breitspur gebaut. Für den innerrussischen Ost-West-Verkehr durch Litauen nach Königsberg (Калининград) und den Verkehr von Russland und Weißrussland zu den litauischen, lettischen und estnischen Ostseehäfen wird diese Breitspur auch sinnvoll bleiben, während für den Nord-Südverkehr in die EU-Länder außer Finnland natürlich Normalspur (1435 mm) besser wäre. Rail Baltica ist in Normalspur geplant, es wird also auf jeden Fall Brüche zwischen verschiedenen Spurweiten zu bewältigen geben.

Im Personenverkehr scheint aber in den baltischen Ländern zur Zeit nicht so viel zu laufen, insbesondere die internationalen Verbindungen sind sicher verbesserungswürdig. Aber da kann sich mit dieser neuen Strecke natürlich auch einiges ändern. Dass es nun so sein muss, dass in ehemaligen „Ostblock“-Ländern die Bahn beim Personenverkehr schlecht funktioniert, ist eine falsche Verallgemeinerung. Das benachbarte Weißrussland soll in Bezug auf Personenverkehr mit der Bahn nach Japan und der Schweiz und einigen Stadtstaaten zu den führenden Ländern in der Welt gehören, was den Anteil am Modal Split, die pro Jahr mit der Bahn zurückgelegten Fahrten oder die pro Jahr mit der Bahn zurückgelegten Kilometer betrifft. Man denkt es nicht, wo man doch über dieses Land in anderen Bereichen eher negative Meldungen liest.

Rangierbahnhöfe

Güter können leider nicht selber umsteigen, deshalb muss man Lösungen finden, um sie ans richtige Ziel zu bringen.

Am praktischsten sind Ganzzüge, die Güter von einem Punkt zu einem anderen transportieren, z.B. von einem Hafen zu einer Industrieanlage oder zu einem Kraftwerk, von einer Mine zu einem Hafen oder zwischen verschiedenen Standorten eines Industrieunternehmens.

Meistens ist aber der Verkehr zwischen zwei Punkten jeweils zu klein, um eigene Züge zu rechtfertigen und da muss man mehr Verkehr in jeweils einem Zug bündeln. Um die Ware doch noch ans Ziel zu bringen, gibt es grundsätzlich zwei Strategien: Entweder man lädt die Ware um oder man stellt die Züge jeweils nach einer längeren Fahrt neu zusammen. Der erste Ansatz ist für Container sicher machbar, solange ein Container wirklich nur Ladung für einen Empfänger enthält, und war zumindest früher für „Stückgut“ auch üblich. Eine andere, heute häufig anzutreffende Variante ist der sogenannte Wagenladungsverkehr, bei dem ein einzelner Güterwagen (oder eine kleine Gruppe von Güterwagen) von einem Startort zu einem Zielort gebracht werden soll. Dafür werden die Güterwagen aus einer Umgebung gesammelt und zu Zügen zusammengestellt, die zu Knotenpunktbahnhöfen oder Rangierbahnhöfen fahren. In Deutschland nennt man kleinere Rangierbahnhöfe „Knotenpunktbahnhof“ oder tat es zumindest noch, als ich die entsprechenden Bauingenieurvorlesungen gehört habe. Letztlich ist die Unterscheidung aber mehr in der Rolle der Anlage im Gesamtsystem zu sehen und Knotenpunktbahnhöfe und Rangierbahnhöfe sehen sehr ähnlich aus. Dort werden die Züge in einzelne Wagen oder Wagengruppen zerlegt und diese werden zu neuen Zügen zusammengestellt. Moderne Rangierbahnhöfe haben einen Ablaufberg und der Zug wird in entkuppeltem Zustand über den Ablaufberg geschoben. Die einzelnen Wagen oder Wagengruppen lösen sich und rollen über viele Weichen auf das richtige Gleis. Dort muss der Wagen auf das richtige Tempo abegebremst werden, damit er gerade noch bis zum dort stehenden Zugteil rollen kann. Früher gab es dafür Hemmschuhleger, die die Geschwindigkeit des Wagens geschätzt haben und einen kleinen Keil der passenden Größe vor ein Wagenrad legten, um ihn abzubremsen. Vielleicht gibt es den Beruf noch vereinzelt, aber schon in den 1960er-Jahren hatten moderne Rangierbahnhöfe eine Gleisbremse, bei der Metallbalken mit entsprechender Dosierung gegen die Spurkränze der Wagen gedrückt wurden, um sie zu bremsen. Natürlich kann man die Geschwindigkeit des Wagens messen und die Dosierung berechnen.

Manchmal kommt noch eine zweite Sortierung danach zum Zuge, um die Wagen innerhalb der neu zusammengestellten Züge zu sortieren. Das ermöglicht es, unterwegs ohne einen Knotenpunktbahnhof oder Rangierbahnhof in Anspruch zu nehmen eine Wagengruppe am Schluss des Zuges abzuhängen.

Alternativ zum Ablaufberg kann man auch durch „Abstoßen“ rangieren. Dabei fährt die Lok gegen einen stehenden Zug un der erste Wagen rollt dann weg und auf das entsprechende Gleis. Ich habe das 1987 in Mo i Rana in Norwegen einmal gesehen, dass das praktiziert wurde, aber es ist sicher nicht sehr verbreitet und auch nicht sehr effizient. Man könnte auch meinen, dass es nicht sehr materialschonend ist, aber Schienenfahrzeuge sind natürlich sehr robust.

Links:

Fahrkarten kaufen mit Gutschein

Wenn man Punkte bei der deutschen Bahn sammelt, gibt es ab und zu eine Gratis-Fahrkarte. Das ist zum Beispiel eine Hin- und Rückfahrt zwischen beliebigem Start- und Zielort, natürlich mit Zugbindung. Nun ist das aber für Tageszüge gemeint. Wenn man einen Nachtzug damit benutzen will, muss man ja für Schlafwagen, Liegewagen oder Ruhesessel noch einen Aufpreis aufwenden. Das klappt aber nicht so auf Anhieb, weil die Software der Fahrkartenschalter dann im Modus „Gutschein“ oder im Modus „Bezahlen“ ist und das nicht so leicht zu mischen oder zu trennen ist. Wenn die Software richtig bedient wird, klappt es aber wohl. Es scheint so zu funktionieren, dass man zuerst die BahnCard vorlegt, wenn man wieder Punkte sammeln will, dann den Aufpreis für den Schlafwagen und die zugehörige Reservierung auswählt, diese bezahlt und dann in derselben Sitzung drin bleibt und mit dem Gutschein die Basisfahrkarte dazu kauft. Es lohnt sich, das zu wissen, denn ist unsicher, dass der Fahrkartenverkäufer das weiß.

Es gibt aber vielleicht auch zu denken, dass die Software der Fahrkartenschalter, die Schulung des Personals und in einigen Fällen vielleicht sogar die Auswahl des Personals dazu führen, dass so ein seltener, aber durchaus normaler und legitimer Kundenwunsch nur mit Mühle erfüllt werden kann. Dass CityNightLine eine Tochtergesellschaft der deutschen Bahn und nicht die deutsche Bahn selbst ist, nehme ich gerne zur Kenntnis, aber warum kann diese Komplexität nicht durch die Software behandelt werden? Ich möchte meine Fahrt machen und es interessiert die meisten Fahrgäste nicht wirklich, wie die Bahn sich intern als eine oder mehrere Firmen organisiert. Das Kaufen einer Fahrkarte sollte einfach sei und klappen, egal ob im Internet, am Schalter, mit der Mobiltelefon-App oder am Automat. Ich werde mich auch in Zukunft auf den Besuch des Fahrkartenschalters vorbereiten, aber eigentlich sollte das in einer idealen Welt nicht nötig sein.

Orientierung in der Dunkelheit

Man sieht dass viele Leute es meiden, nachts in der Dunkelheit spazieren zu gehen, auch dort, wo der Wald nicht voller Räuber ist. Gegebenenfalls werden gerne Taschenlampen oder Stirnlampen verwendet.

Meine Erfahrung zeigt aber, dass es ganz gut klappt, ohne Lampe durch den dunklen Wald zu laufen. Man mag zwar nicht wirklich explizit etwas sehen, aber ich bin noch nie dabei gegen einen Baum gelaufen.

Eine ähnliche Erfahrung habe ich in norwegischen Tunneln gemacht. Ich bin natürlich mit Licht durch die Tunnel gefahren und empfehle das auch allen anderen Radfahrern so. Die allermeisten davon sind heute beleuchtet. Wenn man da mit dem Fahrrad durchfährt, ist das überhaupt kein Problem. Einige sind unbeleuchtet und haben Reflektoren. Solange es keine Schlaglöcher auf dem Boden gibt, ist auch das gut zu fahren. Im Gegensatz zur Nacht sieht man ja weniger, weil sich die Augen nicht so schnell an die Dunkelheit gewöhnen. Interessant ist es aber, durch einen Tunnel zu fahren, der keine Reflektoren hat. Man sieht also gar nichts, jedenfalls nicht bewusst. Langsamer fahren ist intuitiv verlockend, aber dann wird das wenige Licht noch dunkler. In Wirklichkeit hat das aber prima geklappt, ohne gegen die Wand zu fahren. In einem Tunnel war sogar Licht vor mir zu sehen, aber es war nur ein Luftstollen und der Tunnel machte eine Linkskurve, die ich auch mitgefahren bin, ohne gegen die Wand zu fahren.

Wie kommt es, dass man sich mit so schlechten Lichtverhältnissen, bei denen man explizit nicht sieht, wo man hinfährt oder hinläuft, doch so gut orientieren kann? Im Tunnel kann man sicher die Wände auch an den Schallreflexionen hören. Vor ein paar Jahren habe ich aber davon gelesen, dass man eine Verbindung direkt von den Augen zum Kleinhirn entdeckt hat. Vielleicht ist das die Erklärung? Wenn jemand mit ensprechendem Fachwissen dazu mehr schreiben kann, würde mich das natürlich interessieren.

Zuggattungen

Früher, also zu Zeiten, an die sich wohl nur noch die älteren Leser erinnern, gab es ein recht übersichtliches System von Zuggattungen, das mit leichten Variationen sinngemäß in vielen verschiedenen Ländern zu finden war:

  • IC (InterCity, später auch EC)
  • D (Schnellzug)
  • E (Eilzug)
  • N (Nahverkehrszug)
  • S (S-Bahn)

Natürlich gab es zeitweise immer noch 1-2 mehr oder weniger kurzlebige Zuggattungen mehr, wie z.B. TEE, DC, FD, IR, F u.ä., aber es war doch ein übersichtliches System.

So etwa ab Anfang der 90er-Jahre setzten sich Marketing-Namen mehr und mehr durch, verstärkt durch die Tendenz, dass verschiedene Bahngesellschaften heute auf dem Streckennetz unterwegs sind und sich durch die sichtbaren Zuggattungsbezeichnungen zu differenzieren versuchen. In Deutschland nahm dies mit der Zuggattung ICE den Anfang, es gab dann TGV (auch einige in Deutschland), X2000, RSB, RB, RE, IRE, ALEX, SE, Thalys, ICN, CIS, ES,… mehr und mehr zur Bezeichnung des überwiegend verwendeten Rollmaterials und der Betreibergesellschaft und immer weniger zum Ausdruck der Reisegeschwindigkeit und der Häufigkeit der Halte. Natürlich ist das indirekt in den „modernen“ Zuggattungen immer noch ausgedrückt, aber dafür muss man eine riesige Anzahl von Zuggattungen kennen, um das jeweils zu wissen, während es früher einigermaßen klar war, was ein Eilzug bedeutet. Ein Stück Verwirrung bleibt natürlich auch dort, wo noch die klassischen Zuggattungen gelten, wenn im Ausnahmefall z.B. S-Bahnen einzelner Linien selten halten und eine kürzere Strecke wählen und deshalb auf der Verbindung von Zürich nach Winterthur schneller als die IC-Züge sind.

Nun kommt noch eine Besonderheit ins Spiel, weil in vielen Ländern der Fernverkehr von der dominierenden Bahngesellschaft kostendeckend durchgeführt werden soll, während der Nahverkehr von den Regionen bestellt wird. Wenn also in einer Relation IC-Züge aus Sicht der Bahn nicht mehr anbietenswert sind, kann die entsprechende Region einen Eilzug (RE, IRE, SE, oder wie auch immer genannt) bestellen, der etwa denselben Fahrplan wie früher der IC hat. Beispiele für solchen bestellten „Nahverkehr“ mit Fernverkehrsfunktion gibt es etwa auf der Strecke Dresden – Nürnberg oder auf der Schwarzwaldbahn von Konstanz nach Karlsruhe. Warum man nun das Finanzierungskonzept so deutlich in der Zuggattung markieren muss, weiß ich nicht, aber vielleicht sollen in den bestellten Zügen typische Nahverkehrsangebote wie Baden-Württemberg-Ticket gelten und das ist natürlich eine Information, die für Fahrgäste relevant ist und einfach erkennbar sein sollte.

Nun kann man mit etwas gutem Willen für Tageszüge einen Teil der „modernen“ Zuggattungen ordnen und findet dasselbe wieder, wie es schon früher gab:

  • IC → ?C* (IC, ICE, ICX, EC, ICN)
  • D → IR
  • E → ?E (RE, SE)
  • N → R
  • S → S

Wenn man noch akzeptiert, dass es von jeder Zuggattung Vertreter gibt, die auf einzelnen Abschnitten seltener halten als andere Vertreter derselben Zuggattung oder dass Züge im Laufe ihres Laufwegs die Zuggattung ändern, funktioniert das einigermaßen gut. Vielleicht kann man sich auch daran gewöhnen, dass alle Phantasie- und Rollmaterialnamen wie „Lyria“, „Thalis“, „CIS“, „ES“,…. Marketingnamen für (meist schnelle) IC-Züge sind. Dabei hat die Unterscheidung zwischen diesen Zugkategorien in der Schweiz noch einen Sinn, weil IC-Züge normalerweise Fahrräder ohne Reservierung mitnehmen, ICN mit Reservierung und alle Marketing-Zuggattungen jeweils eigene Regeln haben, die man im Einzelfall überprüfen muss. Endgültig verwirrend sind dann aber Marketingnamen im Nah- und Regionalverkehr, zumal sie auch jeweils nur in einer Region Verwendung finden und für Reisende von anderen Gegenden nicht bekannt sind. Vielleicht sollte man also wenigstens im Regionalverkehr dann so etwas wie „RE-Alex“ oder „Alex-RE“ statt „Alex“ verwenden, damit es ersichtlich ist, was für eine Zuggattung wirklich dahinter steckt.

Für Nachtzüge gibt es letztlich aus Fahrgastsicht zwei Varianten: Die Züge, die mit dem Rollmaterial von Tageszügen, also nur mit Sitzwagen, nachts unterwegs sind und die echten Nachtzüge mit Schlaf- und Liegewagen, die heute im deutschen Sprachraum oft EN, NZ oder CNL heißen.

Es ist also unübersichtlicher geworden, aber mit etwas gutem Willen könnte man noch durchblicken, wenn wenigstens im Regionalverkehr einheitliche Zuggattungsbezeichnungen statt Marketingnamen verwendet würden.

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Winterschwimmen

Viele von uns betreiben irgendwelche Sportarten, um sich fit zu halten.

Ich habe mir Winterschwimmen als eine davon ausgesucht. Da bin ich eher durch Zufall hereingeraten, weil ich einmal in der Nähe eines Sees gearbeitet habe, so dass es sich im Sommer anbot, dort so ca. viermal in der Woche mittags vor dem Essen schwimmen zu gehen. Nun ist das Wasser auch im September noch warm und im Oktober ging es auch noch und so hat es sich herausgestellt, dass ich den ganzen Winter hindurch schwimmen konnte. So lange das Wasser flüssig ist, kann man darin auch schwimmen… Das war im Winter 2001/2002, aber dabei ist es seither jeden Winter geblieben. Bis etwa 2ºC (36ºF) Wassertemperatur und -12ºC (10ºF) Lufttemperatur habe ich es schon ausprobiert.. Am schwierigsten ist es vielleicht nach der Pause von 14 Tagen im Januar.

Ist das ungesund? Normalerweise sollte es nicht schaden, im Gegenteil, wie die meisten anderen moderat betriebenen Sportarten ist es gesundheitlich vorteilhaft. Aber im Zweifelsfall ist es ja möglich, sich von einem Mediziner beraten zu lassen, ob man das verträgt.

Im Dezember gibt es in Zürich jedes Jahr das sogenannte Samichlausschimmen, auf Hochdeutsch etwa „Nikolausschwimmen“, wo jeweils ein paar 100 Teilnehmer etwa 100 m über einen kleinen Fluss schwimmen, viele auch dabei, die sonst kein Winterschwimmen praktizieren und die es auch fast alle schaffen. Etwas ähnliches gibt es in vielen Orten.

Eine Enttäuschung muss ich gleich vorweg liefern: Man gewöhnt sich durch häufiges Winterschwimmen nicht so sehr daran, dass es einfach ist in wirklich kaltes Wasser zu gehen. Und etwa die ersten 50 Schwimmzüge ist es noch sehr kalt, andere sprechen von den ersten 100. Danach gewöhnt man sich ein bisschen an die Temperatur. Das heißt aber auch, dass man auf die Uhr achten sollte oder die Schwimmzüge zählen sollte, um nicht zu lange im Wasser zu bleiben. Ca. 5 min sind sicher gut machbar, aber für deutlich längere Zeiten sollte man im Winter nicht alleine schwimmen gehen.

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Schweizer stimmen Bahnfinanzierung (FABI) mit 62% zu

Am 9. Februar ist in der Volksabstimmung über die Bahnfinanzierung (FABI) diese Vorlage mit 62% der Stimmen angenommen worden. Als weitere Hürde muss jeweils noch ein sogenanntes „Ständemehr“ erreicht werden, was bedeutet, dass die Mehrheit der Regionen (Kantone und Halbkantone) zustimmen muss. Aufgrund von historischen Gegebenheiten, die zum Teil viele Jahrhunderte zurückliegen, zählen dabei manche Regionen (die Halbkantone) nur mit einer halben Stimme.

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