Braunkohleausstieg bis 2038

Gemäß NZZ wird der Ausstieg Deutschlands aus der Kohleenergie bis 2038 abgeschlossen sein. Man will natürlich auch den Braunkohletagebau beenden.

Diese Dreckschleudern noch 20 Jahre weiter zu betreiben und fast 20 Jahre Landschaften, Städte, Dörder, Verkehrswege und vor allem wertvolle Natur einfach für den Tagebau zu vernichten ist absurd. Es wäre sinnvoll, den Kohleausstieg gegenüber dem Atomausstieg zu priorisieren und die Braunkohletagebaue innerhalb von 1-3 Jahren zu schließen. Wenn allein Kraftwerke mit importierter Steinkohle statt mit einheimischer Braunkohle betrieben würde, wäre das schon ein großer Gewinn. Aber Kohlekraftwerke sind eine veraltete Technologie, von der wir uns schneller als erst in 20 Jahren verabschieden sollten.

Links

Dieser Blog

Entropie und schwarze Löcher

Wir wissen aus dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, dass die Entropie eines abgeschlossene Systems (engl. isolated system) nicht abnehmen kann.

Nun wirken aber Schwarze Löcher wie Staubsauger, sie nehmen alles aus ihrer näheren Umgebung auf und geben nichts mehr ab. Fast nicht, denn es gibt ja den Hawking-Zerfall, der aber bei großen schwarzen Löchern völlig vernachlässigbar ist. Sie nehmen also auch Materie auf, die Träger von Entropie ist und vernichten damit die Entropie.

Wie lässt sich das in Einklang bringen? Nun, Naturgesetze, an die wir geglaubt haben, können widerlegt werden oder in ihrem Geltungsbereich auf „normale Verhältnisse“ beschränkt sein, davon haben wir genug Beispiele und alles, was wir über den Urknall so lesen, spricht dafür, dass dort völlig andere Naturgesetze haben gelten müssen, sonst wäre ja nur einfach ein riesiges schwarzes Loch dabei herausgekommen.

Aber in diesem Fall gibt es eine einfache Lösung. Schwarze Löcher haben einen Ereignishorizont, dessen Abstand vom Schwerpunkt des schwarzen Loches grob gesagt proportional zur Masse ist. Da wegen der Raum-Zeit-Krümmung die Definition von Entfernung erschwert wird, definiert man diesen stattdessen über die Oberfläche S, die fassbarer ist und berechnet daraus einen hypothetischen Radius r mittels S=4\pi r^2. Nun weist man dem schwarzen Loch eine Entropie zu, die proportional zu dieser Oberfläche S ist und der zweite Hauptsatz der Thermodynamik stimmt wieder, speziell auch bei Prozessen wie der Vereinigung von zwei schwarzen Löchern. Deren gemeinsame Oberfläche steigt ja mit dem Quadrat der Masse und wir wissen dass für positive reelle r_1, r_2 gilt (r_1+r_2)^2 > r_1^2+r_2^2.

Details dazu findet man in Wikipedia. Das ist nicht neu, sondern seit 45 Jahren bekannt, aber man entdeckt immer wieder interessante „alte“ Dinge.. Oft begegnet einem die Thermodynamik als Teil der physikalischen Chemie, aber sie „funktioniert“ auch in Bereichen, die mit Chemie sehr wenig zu tun haben…

Interessanterweise können schwarze Löcher auch Entropie im Sinne der Informationstheorie beseitigen. Auch das ist ein interessanter Aspekt.

Links

Film über Rastatt

Die Deutsche Bahn hat auf youtube einen Film über den aktuellen Stand, die Arbeiten der letzten 18 Monate und die Schwierigkeiten beim Bau des Rastatter Tunnels zur Verfügung gestellt. Ich finde ihn sehenswert.

Mehr zum Thema in den älteren Artikeln und in deren Links:

Baden-Württemberg will alle Bahnstrecken elektrifizieren

Gemäß Pressemitteilung strebt Baden-Württemberg eine vollständige Elektrifizierung aller Bahnstrecken an, die regelmäßig von Personenverkehr befahren werden. Wie in der Schweiz wären dann nur noch reine Güterzugstrecken, Museumsbahnen und unregelmäßig befahrene Strecken ohne Oberleitung.

Die Strecken sind in fünf Gruppen eingeteilt:

  • schon elektrifiziert (60%)
  • Elektrifizierung in Bau oder geplant: Raum Freiburg, Neustadt – Donaueschingen, Basel – Schaffhausen, Ulm – Lindau, Lindau – München, Raum Tübingen
  • Lückenschlüsse und „vordringlicher Bedarf“: Radolfszell – Friedrichshafen, Öhringen – Schwäbisch Hall und einige mehr
  • alle restlichen Strecken die Personenverkehr haben oder bekommen sollen
  • Strecken ohne regelmäßigen Personenverkehr (werden nicht elektrifiziert)

Für die vierte Gruppe wird noch geprüft, ob Akkumulatortriebwagen oder Oberleitung die bessere Idee ist.

Du oder Sie

Manche Sprachen haben zwei oder mehr Anredeformen. Am häufigsten habe ich angetroffen, dass man das „Du“ in die Pluralform bringt, um die „förmliche“ Anrede zu haben, z.B. auf Französisch oder Russisch oder früher mal in den skandinavischen Sprachen. Soweit ich weiß war es auch auf Englisch so und man hat nur am Ende das „you“, das eigentlich der Pluralform bzw. der förmlichen Anrede entspricht, als einzige Form in Gebrauch. Die „nicht-formalen“ Pronomina im Singularform gibt es auf Englisch auch noch, es sind „thee“, „thou“ bzw. „thy“ als Entsprechnung für „your“, aber sie werden nur im religiösen Kontext verwendet und klingen für uns besonders archaisch und besonders formal. Wir haben die Pluralform als formale Anrede auf Deutsch auch noch, das „Ihr“. Ich denke, jeder versteht es und es wird in vielen Dialekten auch benutzt. Das bekannte „Sie“ als Anrede genau wie das verschwundene „Er“ bzw. „Sie“ im Singular z.B. für Knechte und Mägde hat die grammatikalische Unschönheit, dass es mit der falschen „Person“ arbeitet, also „3. Person Plural“ bzw. „.. Singular“, was eine völlige Fehlkonstruktion ist. Aber man gewöhnt sich natürlich daran und verwendet es ganz normal…

Ich glaube aber, dass wir gerade den Prozess des Verschwindens des „Sie“ erleben, ich schätze, dass es in ca. 15 bis 20 Jahren verschwunden sein wird oder so wie das „Ihr“ noch verstanden wird, aber im Hochdeutschen kaum noch gebraucht wird. Vielleicht trägt die Tatsache, dass es grammatikalisch so quer in der Landschaft liegt dazu bei, aber das muss nicht so sein. Als reine Beobachtung würde ich sagen, dass das „Sie“ heute sehr viel seltener verwendet wird als das „Du“. Mit Freunden benutzt man heute fast immer „Du“ und früher waren es vielleicht genauso gute Freunde, aber man das „Du“ war nur für einen ganz kleinen Kreis der allerbesten Freunde… Bei der Arbeit benutzt man fast immer das „Du“, zumindest mit den Leuten, die man regelmäßig sieht. In vielen großen Firmen hat der Chef quasi den Standard gesetzt, dass er geduzt werden will und dann ist automatisch für alle anderen in der Firma untereinander auch das „Du“ gesetzt, mit ein paar Ausnahmen, die es hin und wieder geben mag und die man eben kennt und beachtet. Ich habe es in meinem gesamten Berufsleben so erlebt. Das „Du“ bleibt auch, wenn man nicht mehr in derselben Firma ist, fast immer. Wer heute 80 ist, erinnert sich vielleicht daran, sich bei der Arbeit auch nach Jahrzehnten noch mit „Sie“ angeredet zu haben. Beim Sport, im Verein, bei Treffen von Gruppen Gleichgesinnter auch ohne Verein, bei Angehörigen derselben Organisation, auf Festen, im Ausgang, unter Nachbarn die man etwas länger schon kennt u.s.w. ist heute meistens „Du“ üblich, spätestens wenn man sich mal mit Vorname vorgestellt hat. Wenn man Leuten begegnet, die man nicht kennt und die nicht im Rentenalter sind, kann man sich von ein paar Ausnahmen abgesehen aussuchen, ob man „Du“ oder „Sie“ verwendet und man erlebt es auch umgekehrt beides. Im Internet wird meistens „Du“ verwendet, insbesondere z.B. in Foren. Das war schon immer so, seid es das Internet gab. Viele Firmen, die Endkunden bedienen, reden diese in ihrer kollektiven Kommunkation (Werbung, EMails, maschinengenerierte Kommunikation) mit „Du“ an, natürlich weil es ihnen vorteilhaft scheint. Das „Sie“ hat noch seine Nische bei „Funktionsträgern“, also z.B. bei Zöllnern, Schaffnern im Zug, Lehrern der Kinder u.s.w.

Ein Trend vom „Sie“ weg ist definitiv da. Er kann sich auch mal umkehren und es gibt wahrscheinlich immer Bewegungen in beide Richtungen. Trotzdem glaube ich, dass das „Sie“ am verschwinden ist. Das zeigt das Beispiel anderer Länder, z.B. die skandinavischen Länder. Auch in Spanien habe ich es so wahrgenommen. Aber ich denke auch, dass es eine Rolle spielt, dass wir ein internationaleres Umfeld haben und mehrere Sprachen benutzen. Wenn wir nun mit einer Person Deutsch sprechen können, aber wegen einer weiteren Person, die das nicht kann, auf eine andere gemeinsame Sprache ausweichen müssen, z.B. Englisch oder Spanisch, dann bringt die Sprache mehr oder weniger mit sich, dass man keine „formelle“ Anrede verwendet und wahrscheinlich auch die Vornamen. Sich dann auf Deutsch plötzlich wieder zu „Siezen“ ist merkwürdig. Und irgendwann weiß man nicht mehr, mit wem man nun schon in welcher Sprache gesprochen hat…

Man sagt, dass man der Person mehr Respekt entgegenbringt, wenn man sie mit „Ihr“ oder mit „Sie“ anredet. Das glaube ich nicht. In einem Umfeld, wo alle das „Sie“ benutzen als einziger das „Du“ zu benutzen mag provokativ sein. Aber wenn es normal ist, dann ist es nicht unhöflich. Ob und wie sehr man eine Person respektiert oder nicht, ist mehr eine Frage der Gefühle und die drücken wir schon immer zu einem großen Teil non-verbal aus, zumindest wenn wir nicht schreiben, sondern miteinander sprechen. Die einen mehr, die anderen weniger und einige auch fast gar nicht… Am Ende ist es fast egal und in Skandinavien oder Spanien oder in englischsprachigen Ländern geht es den Leuten deshalb nicht schlechter. Für uns verschwindet zumindest eine Unschönheit der deutschen Grammatik, die wir wahrscheinlich nur noch zum Lesen von Literatur und vielleicht noch eine Weile für Gespräche mit einem schrumpfenden Kreis von „Funktionsträgern“ brauchen werden.

Interessant ist, wie es sich mit anderen Sprachen verhält, ob es dort auch mehrere Anredeformen gibt und ob sich deren Verwendung gerade relativ schnell ändert oder vor kurzem geändert hat.

Links

2019 – Neujahr

Onnellista uutta vuotta! — Καλή Χρονια! — Bonne année! — Frohes neues Jahr! — Un an nou fericit! — Feliĉan novan jaron! — Godt nytt år! — С новым годом! — Срећна нова година! — FELIX SIT ANNUS NOVUS — Gott nytt år! — Щасливого нового року! — ¡Feliz año nuevo! — Gullukkig niuw jaar! — Felice anno nuovo! — عام سعيد — Happy new year!

Grüne Pfeile

In einigen Ländern gibt es an Ampeln „grüne Pfeile“. Die erlauben typischerweise, auch bei roter Ampel rechts abzubiegen, wenn dort die Straße frei ist. Mit entsprechender Vorsicht, natürlich.

In der Ukraine sind diese grünen Pfeile verbreitet und in Deutschland auch. In den Vereinigten Staaten gibt es sie auch, aber dort gilt das vielerorts ohne weitere Kennzeichnung und es ist angeschrieben, wo es nicht erlaubt ist. In der Ukraine sieht man auch grüne Pfeile geradeaus oder nach links, wenn entsprechende Einbahnstraßen an der Kreuzung beteiligt sind.

Ist das eine gute oder eine schlechte Idee? Erst einmal zu der Frage der Fußgängerquerungen. Das Problem hat man an Ampeln sowieso. Die Abbieger überqueren normalerweise eine Fußgängerfurt, die gerade grün hat und man muss darauf als Radfahrer oder Autofahrer achten und den Fußgängern den Vortritt lassen. Das ist die Fußgängerfurt unmittelbar nach dem Abbiegen. Mit dem grünen Pfeil ist nun stattdessen normalerweise die Fußgängerfurt unmittelbar vor dem Abbiegen von dem Problem betroffen. Es bringt also an der Stelle weder größere Vor- noch Nachteile.

Radfahrer und ÖPNV werden durch die grünen Pfeile schneller, wenn sie dort zufällig rechts abbiegen müssen. Nun werden aber auch Autos schneller. Nicht im Sinne von Höchstgeschwindigkeiten, weil natürlich das Abbiegen beim grünen Pfeil langsam und vorsichtig erfolgen sollte, aber im Sinne der Durchschnittsgeschwindigkeit. Das kann man negativ bewerten, weil es insgesamt dazu führt, dass etwas mehr gefahren wird. Aber es ist andererseits auch eine Maßnahme zur Erhöhung der Straßenkapazität, die ohne zusätzlichen Platzverbrauch und ohne größere Investitionen auskommt. Ich denke, dass das Vorenthalten von grünen Pfeilen an Orten, wo man sie rein verkehrstechnisch gut aufstellen könnte, keine gute Lenkungsmaßnahme darstellt. Wirklich erfolgreiche Lenkungsmaßnahmen sind eine City-Maut, die in London zu einer massiven Reduktion der innerstädtischen Staus geführt haben soll oder eine Verknappung des Parkraums wie in Zürich, wo der Anteil des MIV am Modal-Split einer der niedrigsten in ganz Europa ist.

Grüne Pfeile sind ein vernünftiges Werkzeug und man sollte sie an allen Ampelkreuzungen, wo das verkehrstechnisch sinnvoll möglich ist, einsetzen.

Links

Weihnachten 2018

Prettige Kerstdagen! — God Jul! — Crăciun fericit! — クリスマスおめでとう ; メリークリスマス — God Jul! — Feliĉan Kristnaskon! — Hyvää Joulua! — ميلاد مجيد — Срећан Божић! — καλά Χριστούγεννα! — З Рiздвом Христовим! — Natale hilare! — Buon Natale! — Joyeux Noël! — Frohe Weihnachten! — С Рождеством! — Merry Christmas! — ¡Feliz Navidad!

Bahnstrecke zum Flughafen in Kiew

In Kiew hat man eine Bahnstrecke zum Flughafen Borispol gebaut. Dies lässt sich auf openstreetmap und Google Maps erkennen. Google Maps meint auch, dass dort Züge fahren und zwar tagsüber etwa zweimal pro Stunde und nachts etwa stündlich. Oder ein Routenplaner mit Verkehrsmittel ÖV gibt etwa 38-44 min Fahrzeit zum etwas westlich der Innenstadt gelegenen Hauptbahnhof Київ-Пасажирський (Киев-Пассажирский / Kyjiw-Passaschyrskyj) an.

Links

Nahverkehr in London (2018)

Über den Londoner Nahverkehr ist hier schon einige Male geschrieben worden und so wird es diesmal etwas kürzer.

Ich habe bei meinem letzten Besuch in London hauptsächlich die Metro benutzt. Die drei größten Teil-Systeme heißen Underground, Overground und Docklands Light Railway. Die ersten beiden sind eigentlich eine willkürliche Unterteilung. Sowohl „Underground“ als auch „Overground“ verkehren größtenteils oberirdisch oder in Gräben oder haben zumindest einige Stationen mit etwas Tageslicht. Und auch „Overground“ verkehrt teilweise unterirdisch. Fahrzeuge und Betrieb scheinen auch sehr ähnlich zu sein und es gibt einen Tarifverbund, man kann also mit der Oyster Card oder mit einer vorher auf der Webseite registrierten Kreditkarte mit RFID-Chip fast alle öffentlichen Verkehrsmittel im Großraum London benutzen, mit der Besonderheit, dass man beim Betreten und Verlassen die Karte verwenden muss und dann ein distanzabhängiger Fahrpreis abgebucht wird.

Dockland Light Rail ist, wie der Name sagt, ein sogenanntes Light-Rail-System. Es fährt komplett auf eigenem Gleiskörper ohne ebenerdige Kreuzungen mit den Wegen anderer Verkehrsträger und sogar vollautomatisch ohne Fahrer oder zumindest ferngesteuert. Aber die Fahrzeuge haben etwa die Größe größerer Tram– oder Stadtbahnzüge. Sie verkehren in einem Bereich im Osten der Stadt, wo früher mehr Hafenanlagen waren, die sich überwiegend noch weiter nach Osten verlagert haben. Das Netz überschneidet sich mit dem klassischen Metrosystem, so dass es viele Umsteigepunkte gibt, aber irgendwo muss man in der Regel auf die klassischen Metro-Linien wechseln, wenn man vom Osten der Stadt in die Innenstadt will.

Kurz vor der Eröffnung ist die erste Stufe von Crossrail, einer Ost-West-S-Bahn, die einmal mit mehreren Linienästen bis weit ins Umland reichen soll und im zentralen unterirdischen Teil als zweigleisige Strecke angelegt wird, die alle 2-3 Minuten befahren werden soll. Das könnte auch als innerstädtische Verbindung im Ost-West-Verkehr interessant sein und eine alternative zu den bereits überfüllten Metro-Linien bieten. Vor allem wird für viele Pendler, die von weit außerhalb in die Stadt fahren, die Möglichkeit geboten, mit einmaligem Umsteigen auf die richtige Metrolinie zu wechseln. Die schnelle Verbindung der Fernbahnhöfe, wie sie z.B. die S-Bahn-Systeme in Paris (RER) und Madrid (Cercanias) ermöglichen, wird dadurch aber nicht erreicht werden, da von den Londoner Fernbahnhöfen nur der Paddington und vielleicht irgendwann einmal Stratford angebunden werden. Da die heute wichtigsten Fernbahnhöfe (Paddington, Euston, Kings Cross und St. Pancras) alle mit der Metro umsteigefrei und mit relativ kurzer Fahrzeit verbunden sind, ist das wohl auch nicht so wichtig. Die Problematik der riesigen Anzahl von Kopfbahnhöfen für den Regionalverkehr relativiert sich durch dieses Projekt ein Stück weit, weil ein Teil der Reisenden auf Crossrail selbst zumindest näher an die eigentlichen Ziele fahren kann. Eröffnung der ersten Stufe ist etwa 2019 geplant…

Es gibt ein weiteres Projekt Crossrail 2, das die anderen drei Fernbahnhöfe anbinden wird, allerdings mit einer einzigen Station für alle drei. Sie liegen sehr nahe beieinander. Diese Strecke soll in Nord-Süd-Richtung verlaufen und man würde gerne 2023 mit dem Bau beginnen und 2030 mit dem Betrieb. Lassen wir uns überraschen. Unter der Bezeichnung Thameslink (Nord-Süd-S-Bahn) gibt es schon heute eine Nord-Süd-Strecke. Aber wenn man sieht, wie überfüllt die Metro-Züge trotz maximaler Länge und Zugfolgen von etwa 2-3 Minuten zur Hauptverkehrszeit sind, ist sicher eine weitere Linie zu begrüßen, zumal der Verlauf natürlich ganz anders sein wird.

Es wird jetzt eine Hochgeschwindigkeitsstrecke High Speed 2 nach Nordengland und irgendwann in Richtung Schottland gebaut. Diese soll im Bahnhof Euston enden, wie gesagt fast in Fußgängerreichweite von St. Pancras, wo der Eurostar verkehrt, aber doch nicht mit diesem verbunden. Man wollte irgendwann eine Verbindung bauen, für Züge, die von Paris an London vorbei direkt nach Norden verkehren könnten, verfolgt das aber nicht konkret. Es wird also Bahnhofswechsel für solche Reisen geben. Eine Station mit der Metro, aber natürlich Gedränge pur, lange Rolltreppen, Fahrkartenautomaten, die man erstmal kapieren muss u.s.w. Eine Idee ist es, eine High Speed 4 Air genannte Verbindung südlich und westlich an London vorbei zu bauen. Diese wäre etwa 140 Kilometer lang und würde nebenbei noch die Flughäfen Gatwick und Heathrow anbinden und verbinden. Aber das Bauen ist in England teuer und dauert lange… Wir werden sehen, was daraus wird. Momentan sieht es so aus, dass man diese Idee nicht weiterverfolgt.

Die berühmten roten Doppeldeckerbusse gibt es noch, zumindest in der modernen Ausführung. Dass britische Städte so oft auf zweistöckige Busse setzen, liegt wohl daran, dass die Straßen und vor allem Brücken für Fahrzeuge von 4.4 Meter Höhe noch gut passierbar sind, wohingegen die Maximalhöhe für Busse und Lkw in den meisten europäischen Ländern bei 4 Metern liegt, womit man nur Doppeldeckerbusse bauen kann, deren Stockwerke beide eigentlich zu niedrig sind. Ich habe sie aber beim letzten Besuch nur gesehen und nicht benutzt. Im Gegensatz zur Situation vor 20-30 Jahren gibt es aber auf weniger frequentierten Linien auch normale einstöckige Busse. Gelenkbusse sieht man tatsächlich selten und wenn man die Möglichkeit hat, brauchen Doppelstockbusse weniger Platz im Straßenraum.

Links